Pixie Ninja – Ultrasound

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(38:23, CD, Apollon Records, 2017)
Mit den Pixie Ninjas stellt uns das Apollon Records Label gleich einen Hochkaräter vor. Die ersten fünf Minuten des Openers ‚Auditory Hallucinations‘ lassen noch ein sanftes, entspanntes Ambient Album erwarten, doch dann folgt gleich der erste von vielen Richtungswechseln auf diesem Album. „I don’t think you know what’s happening right now“ wird da kurz und knapp angekündigt. Richtig, zumindest für den ersten Hördurchlauf. Doch mittlerweile weiß es der Schreiberling sehr wohl, zumal das Album in der Zwischenzeit schon sehr oft in den Player gelangt ist. Auf die Ankündigung folgt ein melodischer Elektro-Teil, der sich gnadenlos in die Gehörgänge frisst.

Auf den neunminütigen Auftaktsong folgt mit ‚Elusive The Wind Vane‘ eine ausgesprochen starke Nummer, die in eine völlig andere Kerbe schlägt als der Opener. Hier trifft wuseliges Drumming auf weite Mellotronflächen und das Flötenspiel sorgt für eine zusätzliche Note. Dieser hochklassige Artrock zieht sofort in ihren Bann und macht neugierig, welche hochtalentierten Musiker denn für diese Komposition verantwortlich sind.

Im Kern bestehen Pixie Ninja aus dem Duo Jostein Haugen und Marius Leirånes, die Tasten, Gitarren und Perkussionsinstrumente bedienen. Unterstützt werden sie von durchaus namhaften Kollegen, nämlich Schlagzeuger und Produzent Mattias Olsson (u.a. Änglagård oder Necromonkey) und Flötist Ketil Vestrum Einarsen (u.a. Weserbergland oder Kaukasus).

Die leider nur 38 Minuten vergehen im Flug, denn die Norweger gestalten ihr komplett instrumental gehaltenes Debüt ausgesprochen abwechslungsreich. Dabei pendeln sie zwischen Symphonic Prog, Psychedelic, Space und Ambient. Ein wunderschönes Klavierstück ist ebenso enthalten wie moderner Prog mit Ambient Elementen, wobei speziell der Mellotronfan voll auf seine Kosten kommt. Manches klingt typisch skandinavisch, anderes wiederum hätte man nicht zwingend einer norwegischen Formation zugeordnet.

Der vorletzte Titel, ‚Personal Improvement Cult‘, zeigt mustergültig die Vielseitigkeit der Band auf. Er startet mit fragilem, perkussiven Sound, geht über in crimsoneske Gitarrenlinien und mündet schließlich in eine beeindruckende Keyboard-Sektion, die stark an einen Longtrack des Albums „Histoire De Fou“ des ehemaligen Ange-Keyboarders Francis Decamps, aktuell Kopf der Formation Gens De La Lune erinnert, um zum Schluss wieder in etwas ruhigere Fahrwasser zu gelangen.

Wie manche ihrer Landsleute sind die Pixie Ninjas auch spielzeittechnisch gesehen voll in den frühen 70ern geblieben – hier wäre ein Schritt in die Neuzeit wirklich wünschenswert, denn dieses Album endet nach knapp weniger als 40 Minuten schon viel zu früh. Auf jeden Fall macht es Lust auf mehr. Viel mehr!
Bewertung: 13/15 Punkten (JM 13, KR 13, KS 12)

Pixie Ninja (Foto: Künstler)

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Pixie Ninja – Ultrasound

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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