Ampledeed – BYOB

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Byob(57:11, CD, Eigenproduktion, 2016)
„Byob“, was soviel heißt wie „Bring your own booze“ –  der englische Ausdruck für eine Buddel-Party – ist das zweite Album der amerikanischen Band Ampledeed. Die bunte Truppe mit zwei Keyboardern und drei Sängern bzw. Sängerinnen spielt einen ziemlich eigenwilligen Retro-Prog mit leichten Reminiszenzen an Bands wie Gentle Giant und Caravan.

Es fällt relativ schnell auf, dass Truppe viel will und an ihren Instrumenten viel kann. Die Stücke vom Opener ‚Tripple Cancer Moon‘ bis zum abschließenden ‚Muffin Man‘ sind durchweg ziemlich vertrackt und entziehen sich weitestgehend üblichen Songstrukturen. An den Tasten und mit der Gitarre wird viel soliert, die harmonischen Abläufe und Gesangslinien fallen meist ziemlich unkonventionell aus. Das hört sich abenteuerlich und anspruchsvoll an – leider ist es aber auch so, dass die Rezepturen der elf Titel sich nicht groß voneinander unterscheiden. Hier und da führt dies dazu, dass man nicht weiß, welchen man gerade hört.

Bei aller Ambition vergessen Ampledeed schlicht, ihren Stücken etwas wirklich Markantes mitzugeben. Allenfalls die beiden kurzen Songs ‚My Plane‘ und ‚Steve lied‘ verfügen über Wiedererkennungswert. Da auch keine der drei Stimmen der Musik so recht einen Stempel aufdrücken kann, bleibt „Byob“ unter dem Strich etwas gesichtslos. Möglicherweise kann man sich solch ein Album erarbeiten, wenn man den Stil mag. So könnten Retro-Prog Fans mit Hang zu Canterbury sowie zu angejazzten und unkonventionellen Strukturen durchaus Gefallen an „Byob“ finden. Die Vorbilder, die man an der einen oder anderen Stelle heraushört, hatten allerdings in Sachen Songwriting ein deutlich glücklicheres Händchen.

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Bei Ampledeed sind ohne Frage gute Musiker am Werk, allerdings ist beim Komponieren noch deutlich Luft nach oben. Gemastert wurde „Byob“ im Übrigen von Rich Mouser, den man von Spock’s Beard und Neal Morse kennt.
Bewertung: 8/15 Punkten (DH 8, KR 9)

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Über den Autor

Dieter Hoffmann

Dass der Prog-Virus hoch infektiös ist, musste ich bereits in meiner frühen Kindheit erfahren. Während meine Schulfreunde noch sorglos Ilja Richters Disco mit The Sweet und den Bay City Rollers schauen konnten, hatte mich mein älterer Bruder bereits in den frühen Siebzigern mit ELP und Yes verkorkst. Mein erster Radiorekorder und die LP-Hitparade von SWF3 gaben mir mit Genesis und Eloy dann den Rest.

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Ampledeed – BYOB

von Dieter Hoffmann Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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