Autor: Rajko Baers

75er Jahrgang...Musik-Junkie seit ich denken kann-die Nischen zwischen Post/Prog/Athmo/Metal/Shoegaze sind´s irgendwie!

11.0
Reviews

(40:37, CD, Vinyl, Digital, Auerbach Tonträger/Prophecy, 15.12.2023) Dieses kauzige Folk Duo aus Wisconsin musiziert im Kern bereits seit 2005, die aktuelle Veröffentlichung wird vom Label als Symbolist Post Folk deklariert. Wer in den Neunzigern mit Neo Folk, gerade vom berüchtigten World Serpent Label, in Berührung kam, darf eine ungefähre Vorstellung davon bekommen, was ihn hier erwartet. Im Vergleich zu früheren Aufnahmen zeigt gleich der Opener und Titelsong die neue Opulenz auf. Will sagen, musikalisch vollmundig und lebhaft verspielt wird melodiös und Pathos-trunken, wie man es in der Regel von Prophecy-Bands kennt, mit viel orchestraler Beseeltheit, Perkussion-Instrumenten und allerlei Streichern ein…

Weiterlesen
12.0
Reviews

(36:55, Digital, Vinyl, Eigenveröffentlichung, 16.10.2023) Der erste anhaltende Schneefall zog durchs ganze Land und es gibt die perfekten Platten im Äther, die den passenden Soundtrack dazu liefern. Dieses italienische Projekt um Mastermind Daniele Polverini veröffentlichte vor einigen Wochen mit "Songs For A Dreamer" das bereits dritte Album und es soll nicht unerwähnt bleiben. Wer die trippigen, eher ruhigen Elemente einer Band wie Archive vergöttert, den schwebend, statisch introvertierten New Art Rock des Italieners NoSound zu schätzen weiß, die elegante Melancholie einer Band wie Electric Litany mag, erhält mit diesem Projekt eine würdige Alternative. Die Songs sind orchestral, behäbig, driften mit…

Weiterlesen
12.0
Reviews

(40:00, CD, Vinyl, Digital; Mrs Red Sound, 08.12.23) Die Franzosen sind seit knapp 15 Jahren fester Bestandteil der modernen Stoner-, Doom- und Psychedelic-Szenerie, starteten 2014 mit ihrem Debüt "Stranded In Arcadia“ und stehen nun mit Ihrem fünften Studio Album "Dawn Of The Dusk“ in den Startlöchern. Jedem ihrer bisherigen Alben darf man Güteklasse A bescheinigen, steht die Band aus Bordeaux für einen doch sehr individuellen Sound, Dank der sehr speziellen Vocals von Sänger Julien Pras genießen die Outputs allein schon einen speziellen Sonderstatus. "Dawn Of The Dusk", einmal einverleibt und warm gehört, wird schnell zum Dauerbrenner. Die Band hat in…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(44:14, Digital, CD, Vinyl; the state51 conspiracy, 17.11.2023) Drummer Charles Hayward, mittlerweile über 70 Jahre alt, Mitbegründer von This Heat und Camberwell Now, hat ein neues kreatives Baby mit Abstract Concrete am Start. Seine aktuellen Mitstreiter haben einen experimentellen, speziellen musikalischen Background (siehe Besetzung unten).  Hayward hat in seiner 40-jährigen Musiker-Karriere bereits mit Größen wie Phil Manzanera in Quiet Sun und Mal Deans The Amazing Band zusammen gespielt. Der frühe New Wave/Post Punk seiner alten Bands, die verschobene Prog Rock Attitüde der experimentellen King Crimson finden hier ihre Spuren in der aktuell kreativen Ausrichtung dieser Veröffentlichung. Mit viel Abwechslung und…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(26:42, CD, Digital, Baco Music, 24.11.2023) Diese junge Band aus Frankreich (2019 gegründet) veröffentlicht mit "Sorry" ihre zweite EP, die unter dem Einfluss eines schweren Autounfalls im Mai 2022 ihren Ausgangspunkt fand. Die Band verlor nach einem Auftritt auf dem Rückweg von einem Gig wegen Übermüdung die Kontrolle und man raste mit 130 km/h in die Leitplanken (vgl. Coverfoto). Zum Glück für alle Anwesenden wurde niemand ernsthaft verletzt, die überbordende Energie, die durch dieses Ereignis frei gesetzt wurde, fließt laut Band durch jede Note dieser EP. Produziert von David Cuckier (z.B. Tinariwen) hat das musikalisch Hand und Fuß und speist…

Weiterlesen

(1:08:19; Vinyl, CD, Digital; Music Theories Recordings/Mascot Label Group, 17.11.2023) "A Dream In Static" aus dem Jahre 2015 war für ein Debüt bereits ein Statement mit einigen Ausrufezeichen, konnte mit Gastbeiträgen von u.a. Daniel Tompkins (Tesseract) punkten und kochte über vor Ambitionen. Acht Jahre später ächzt und krächzt das Gebälk um ein Vielfaches mehr, sind Anspruch, Motivation und musikalisches Vermögen in jeglicher Hinsicht gewachsen, definiert und in knapp 70 Minuten gegossen und wie Keyboarder und Co-Orchestrator Frank Sacramone so schön formuliert: "Dieses Album hat fast unser Leben und unsere Freundschaften zerstört, es ist Wahnsinn, aber es ist wunderschön." Earthside kreieren…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(40:30; Digital; Elephant Planet,16.06.2023) Angejazzter Hard Progressive Rock/Pop. So oder ähnlich beschreiben die sympathischen Österreicher ihren Band-Sound. Ja, trifft es nach mehrmaligem Hören auch irgendwie ganz 'You And I' und 'Dream' definitiv keine Gefangenen, weiß mit mehrstimmigen Harmony-Vocals, durch und durch dynamischen Rock-Klängen zwischen verspielt angejazzt und jederzeit alternativ, progressiv-modern im Gesamt-Setting zu gefallen. Hat man sich an das fast Easy-Listening-meets-Synthie-Rock-orientierte Melodie-Setting gewöhnt, welches die positiv-dynamisch. frickelige, gleichzeitig poppige Struktur definiert, dann gewinnen die Youngsters mit ihren doch sehr speziellen rockigen Melodien den Hörer - siehe 'Silence', wissen akustische, fast New-Artrock-affine Akkorde mit bösem Ohrwurm-Charakter nicht mehr zu weichen. Bands…

Weiterlesen

(39:50, CD, Vinyl, Digital; SubSound, 10.11.23) Ich habe die Italiener auf ihren beiden hervorragenden Vorgängern wesentlich leichter in Erinnerung. "Land of Corals" ist ein Irrgarten, eine massive drückende Masse an Sounds, eine verdammte Nebelwand. Shoegaze, Drone, Doom und massig Neo Psychedelia in einen Top gerührt, langsam, behäbig und irgendwie permanent entrückt bis verstrahlt. Ein Trip über sechs Tracks auf knapp 40 Minuten, auf denen die Italiener sich konzeptionell mit dem Umgang des Menschen mit dem Tod, Verfall, den Glauben an die Reinkarnation der Seele, der Beziehung zu uns Selbst, unserem physischen und psychischen Seelenkörper beschäftigen. 'Silt', ein fast siebenminütiges Drone-Rock-Monster…

Weiterlesen
12.0
Reviews

(43:20, Digital, Vinyl; Celebration Records, 03.11.23) Mit einem wundervollen Kleinod überrascht uns die junge Dänin Linda Marí Josefsen aus dem schönen Nord-Jütland, der Insel Mors. Die Dänin ließ sich für Ihr Debüt vom renommierten Isländer  Albert Finnbogason (u.a. Soley) mischen und produzieren, außerdem erfuhr Sie Unterstützung seitens einiger namhafter dänischer sowie isländischer Musiker, u.a. auch die Post Metal Band Kollapse. Herausgekommen, soviel darf man vorweg nehmen, ist ein kleines, feines, emtionales Indie/Singer-Songwriter/Chamber Folk Album, welches sanft, angenehm dunkel und introvertiert in die Stille atmet. Josefsen fühlt auf diesem Debüt hinein in eine Welt voller toxischen Dynamiken und emotionalen Kämpfen. Die…

Weiterlesen
12.0
Reviews

(44:10, CD, Vinyl, Digital; Tonzonen, 20.10.2023) Seit 2014 in stabiler Trio Besetzung, stehen die Spacelords mit "Nectar of the Gods" als sechstem Studio Album in den Startlöchern und eigentlich könnte man es sich ganz einfach machen und sagen, Qualität wie eh und je. Vier Songs auf knapp unter 45 Minuten, die dramaturgisch perfekt aufeinander abgestimmt einen in sich schlüssigen wundervollen Trip ergeben. Der Opener und Titelsong beginnt entspannt kriechend mit fernöstlichen Sprach-Samples und Sitar-Klängen, den typisch psychedelischen Gitarren-Akkorden, um im späteren Verlauf mit wahlweise prägnanten, fast oldschooligen Space/Grunge Rock artigen Riffs zu begeistern, die mich nostalgisch an den Monster Magnet…

Weiterlesen
12.0
Reviews

(51:30, CD, Vinyl, Digital; Relapse Records, 06.10.2023) Hinter The Keening verbirgt sich Sängerin Rebecca Vernon, die mit den wundervollen SubRosa bereits drei spannende Alben zwischen Doom, Folk, Progressive Rock, Postrock und Metal veröffentlicht hat. Während sich die restlichen Mitglieder unter dem Band Banner The Otolith eine neue Heimat verschafft haben und auch in 2022 bereits debütierten, folgt nun mit "Little Bird" ein ganz starkes Debüt der Sängerin, welches, so viel vorweg, mit viel wohltuender Tristesse und offenen Armen die dunkle Jahreszeit begrüsst. Die pastorale Kraft und Erhabenheit des Doom Metal, ohne jemals die tatsächliche Heavyness zu erreichen (mehr in Stimmung…

Weiterlesen
12.0
Reviews

(33:40; Vinyl, CD, Digital; Low Country Sound/Atlantic/Warner– Warner Music, 20.10.2023) Es ist keine drei Monate her, da haben die Rival Sons erfolgreich die Dunkelheit bekämpft und die deutschen Top 20 mit dem einnehmenden "Darkfighter" gestürmt und bringen jetzt mit "Lightbringer" Licht ins Dunkel. Definitiv ein interessantes Konzept, innerhalb so kurzer Zeit zwei Alben zu veröffentlichen, eventuell ist es sogar genau der Clou. Hat sich "Darkfighter" als echter Grower erwiesen, ist in die Synapsen hinabgestiegen, so darf man jetzt mit diesen knapp 34 Minuten nachjustieren. Sänger Jay Buchanan spricht bei beiden Veröffentlichungen von Neuland, internen Kämpfen, Selbstfindung und der nackten Essenz…

Weiterlesen
10.0
Reviews

(45:10,CD,Digital,Vinyl,Napalm Records,27.10.2023) Das dritte Album der Psych-Doomer aus Poznan auf dem renommierten Label Napalm Records weiß mit Genre-typischen von Black Sabbath infizierten Klängen zu gefallen, Originalität indes findet sich hier nicht wirklich. Die Band widmet sich thematisch der Geschichte der Menschheit, die sich metaphorisch selbstredend auch auf die Lebens- und Leidensgeschichte eines Individuums übertragen lässt. Der Sound ist über die gesamte Album-Länge angenehm fuzzig, in Songs wie dem hoch melodiösen 'Lilith' gelingt es den Polen, sympathische Referenzen zu Bands wie Kadavar herzustellen. 'Laspes' fließt zum Beispiel über Minuten wundervoll driftend, psychedelisch mit tollen Gitarren-Akkorden durch Raum und Zeit, wird natürlich…

Weiterlesen
10.0
Reviews

(42:56, Digital, CD; Apollon Records Prog, 13.10.2023) Der stimmungsvolle moderne Artrock der Norweger geht in die dritte Runde. 35 Tapes stehen für sauberen, teils melancholischen Progressive Rock ohne viel Ausschläge in experimentelle Gefilde. Das Mellotron, der Pink-Floyd-Einschlag, allgemein die Klassiker Genesis, King Crimson und auch die Melancholie der frühen Camel sind omnipräsent. Sänger Morton Lund ist mit seiner Stimme ganz klar ein David Sylvian-Soundalike. So lassen sich die Phrasierung, Melodik und der Klang der Stimme ganz klar dem Kult Sänger zu orten. Mit dem Opener 'Whistle For The Wind' startet das Album fließend melancholisch zurückhaltend, die Melodien erinnern sympathisch an…

Weiterlesen
10.0
Reviews

(47:30, CD, Digital, LP; Heavy Psych Sounds Records, 06.10.2023) Die Amis aus Spokane/Washington spielen recht klassischen Stoner/Doom. Black Sabbath mit viel Hammond, also sind Deep Purple und Co. die Ursuppe, aus der gespeist wird. Ebenfalls neue Vertreter des Retro Hardrock wie Kadavar oder auch Witchcraft seien zusätzlich als Referenzpunkt benannt. Ich mag den schmissigen, Orgel-getränkten, etwas Basslastigen Sound der Platte sehr, so viel vorweg. Mit dem drückenden, nach vorne rockenden Opener 'White Willows' gibt's gleich ordentlich auf die Ohren, die groovige, aber vertracktere 'High Priestess' lebt vom eindringlichen Gesang von Sänger/Gitarrist Garrett Zanol, der zwar nicht Genre-üblich wie ein Ozzy-Klon…

Weiterlesen
13.0
Reviews

(1:04:05; Vinyl, CD, Boxset, Digital; Virgin, 29.09.2023) So ganz ließ sich der Eindruck nicht vermeiden, dass Mastermind Steven Wilson mit dem letzten Rückkehrer-Studio-Album von Porcupine Tree, der "Closure/Continuation", nach 13 Jahren und vielen sehr herausfordernden Solo-Alben die Fan-Scharen ein wenig friedvoll stimmen wollte. Diese Platte war nach 13 Jahren Abstinenz schon ein auf "Nummer Sicher" getrimmtes Produkt mit anschließend superben Tour-Setting, was die Song-Auswahl und Laufzeit der Konzerte betraf. Mit "The Harmony Codex" schließt Wilson nach dem eher experimentell, sehr elektronisch poppig angehauchten "The Future Bites" wieder ein wenig mehr an die opulenten, progressiv angelegten Art-Pop-Veröffentlichungen davor an. Soll heißen,…

Weiterlesen
12.0
Reviews

(41:50; Vinyl, CD, Digital; Svart Records, 22.09.2023) Mastermind Mat McNerney hat vor vielen Jahren im Projekt Code mit "Nouveau Gloaming" ein klassisches Black-Metal-Album eingekeift/gesungen. Seine diesbezüglichen Roots blieben nie verleugnet, nur ließ höchstens noch die okkulte, doomig mystische Seite in Hexvessel diesen Bezug zu. Dass er sich tatsächlich im kompletten Soundbild über Album-Länge in härteren, metallischen Stilmitteln zurückmeldet, war nicht wirklich zu vermuten. McNerney dazu: "Natur bedeutet Freiheit, aber auch Dunkelheit und den Ruf der Wildnis. Black Metal war immer inspirierend - Polar Veil steht für das eiskalte Klima, das uns umgibt". Für die Album-Aufnahme richtete sich das Mastermind extra…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(44:54, CD, Digital; Small Stone Recordings, 22.09.2023) Female Vocals über doomigen Stoner/Psych Rock ist seit Jahren ein gern gesehenes Oeuvre und hinterließ so einige Schmankerl zuletzt. Dieses junge Bandgefüge aus Oakland, Kalifornien feiert mit "Wilting Within" seinen Einstand. Die ersten acht Minuten im entspannt daher driftenden Opener 'Abyss' zeigen gleich auf, wohin die Reise geht. Sängerin Lyra Cruz schmachtet mit sehr sphärischen, ätherischen Vocals, die doomige, aber nie metallische Ausrichtung, zieht gelassen ihre Bahn. Im folgenden 'Lost and Found' setzen sich schneidende Riffs, ein im späteren Verlauf drängenderes Mid-Tempo durch, der Gesang erneut fast Shoegaze-/Heavenly-Voices-affin entrückt. Die Melodien sind simpel,…

Weiterlesen

Das Prophecy Fest existiert in seiner Umsetzung seit 2015. Liebhaber des Label-Programms und natürlich auch darüber hinaus erfreuen sich seit Jahren an der speziellen Kombination - die imposante Balver Höhle als Austragungsort der schon sehr speziellen Qualitäts-Musik zwischen Folk, Black Metal und ganz viel Hörenswertem in den Nischen dazwischen. Ein lang gehegter Wunsch ging somit endlich für den Autor in Erfüllung, wenn auch gleich im Vorfeld zugegebenermaßen betont werden muß, dass die kleineren pausenfüllenden Newcomer des Labels auf kleiner Bühne mehr oder weniger im Off blieben - leider. Auch wenn es mit der Vorab-Planung und den Umständen der Zusage tatsächlich…

Weiterlesen

(41:45; Vinyl, CD, Digital; Dead Oceans, 01.09.2023) Mit dem selbstbetitelten letzten Album schafften die Shoegaze-Helden aus England in 2017 ein fulminantes Comeback und es darf davon ausgegangen werden, dass schon seinerzeit so mancher Fan dies nicht mehr zu hoffen gewagt hatte, schließlich hatte die Band seit 1998 kein Album mehr vorgelegt. Nach nun erneut üppigen sechs Jahren Wartezeit darf man sich umso mehr über "Everything Is Alive" freuen, das sich mit poppigen Vorab-Clips, u.a. zum wehmütigen 'Kisses, bereits sehr eindrücklich in die Wahrnehmung vieler Hörer zurückmeldete. Diese Clips versprühen sehr eindringlich den urbanen, wehmütigen Charme der aktuellen Slowdive-Inkarnation. Hört man…

Weiterlesen