Symphonic Rock • Melodic Rock • Fusion
(1:06:26; CD, Digital; Melodic Revolution Records/Bad Dog Promotions; 04.09.2026)
Quivira – eigentümlicher Bandname. Sollte man sich den Namen merken? So man Fan von melodischem US Progrock ist lautet die Antwort: auf jeden Fall. Der Name schreit förmlich erst einmal nach einer Erklärung, und die ist im Inlet des schönen Digisleeves enthalten. Quivira bezeichnet eine sagenumwobene Stadt in Kansas (USA), von spanischen Eroberern im 16. Jahrhundert das auserkorene Ziel aufgrund von Erzählungen über riesige Goldvorkommen.
Was hat man nun von einer Formation zu erwarten, die sich so nennt? Kleiner Tipp: ein entscheidender Hinweis steckt schon in obiger Beschreibung. Nein, reicht noch nicht? Okay, wie wäre es hiermit: als Gast fungiert ein gewisser Joe Deninzon, der hier bereits mit seiner Band Stratospheerius ausführlich vorgestellt wurde. Mittlerweile ist er voll mit einer bekannteren Band beschäftigt, nämlich als Nachfolger von Robby Steinhardt und David Ragsdale. Immer noch nicht klar?
Dann weiter. Der Sänger dieses Trios hat unter anderem bei Proto-Kaw mitgewirkt und heißt Jake Livgren. Und richtig, er ist verwandt mit Kansas-Legende Kerry Livgren, er ist nämlich sein Neffe. Kansas also. Wer Kansas mag, sollte sich unbedingt mit der Musik von Quivira beschäftigen. Die Musik auf ihrem Debüt sollte sie definitiv ansprechen.
Das Trio wird vervollständigt durch die starke Keyboarderin Lisa LaRue, die neben ihren eigenen Projekten auch mit Künstlern wie Ryo Okumoto, Michael Sadler oder auch Oliver Wakeman zusammengearbeitet hat sowie John Baker, vormals Mars Hollow, die nach zwei vielversprechenden Studioalben von der Bildfläche verschwanden. Die beiden taten sich später zusammen in einer Band namens Life After Mars (der Bandname macht viel Sinn nach der Aussage im vorangegangenen Satz).
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Alle elf Titel wurden von LaRue komponiert, entweder im Alleingang oder im Team mit Baker. Mit dem Intro wird man zunächst auf eine falsche Fährte gelockt. Der pompöse Sound mit Orchester und Chören lässt an Filmmusik denken, ist hier aber lediglich eine musikalische Einführung in die Thematik des Albums. Zu Beginn des nachfolgenden Songs kommt die Stimme von Livgren ins Spiel – und damit hat die Band gleich Pluspunkte im Gepäck.
Was das Trio hier präsentiert, ist eine lebendige Mischung aus Melodic Rock, Symphonic Prog und Fusion. Die Tastenarbeit von Frau LaRue ist bemerkenswert, sie weiß sich auf sehr abwechslungsreiche Art und Weise geschickt in Szene zu setzen, sei es am Klavier oder diversen Synthesizern. Nach einem Schlagzeuger sucht man in der Auflistung der Musiker vergeblich, denn diesen Part hat sie programmiert, was vielleicht einen winzigen Wermutstropfen ausmacht, letztendlich aber nicht ins Gewicht fällt.
Ähnlich positiv zu bewerten ist die Arbeit an den Saiten, sei es am Bass oder an diversen Gitarren. Und dann ist da natürlich noch die Geige, die dem Rezensenten recht präsent vorkommt, obwohl in der unten aufgeführten Liste lediglich von einem Song die Rede ist. In der Kombination mit der starken Stimme von Livgren kommt da natürlich sehr schnell die Band Kansas in den Sinn. Und übrigens, die Band Quivira kommt woher? Aus Kansas natürlich.
Es müssen an dieser Stelle gar nicht erst bestimmte Songs hervorgehoben werden, das Album läuft wie aus einem Guss. Schwachstellen sind nicht auszumachen, es macht von Anfang bis Ende Spaß und bietet über eine Stunde gute Unterhaltung.
Bewertung: 11/15 Punkten
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Besetzung:
• Lisa LaRue - keyboards / computer programming
• John Baker - guitars / bass / vocals
• Jake Livgren - vocals
Gastmusiker:
• Joe Deninzon - violin (5)
• Evan Stanley - guitar (9)
Surftipps:
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Abbildungen: Quivira


