
(35:51, CD, Vinyl, Digital; Klonosphere Records/Season Of Mist; 23.10.2026)
Post Rock
Da haben sich doch ein paar dezente Wishbone-Ash-Skills ins Post-Rock-Universum verirrt. Could Seed flanieren lässig an der Grenze, die die Seventies vom Hier und Jetzt trennt, und kommen mit einem Album, dem dritten des Vierers aus dem französischen Le Mans, das schon irgendwie als Crossover charakterisiert werden darf.
Zwischen hochatmosphärischen Sounds und metallischen Breitseiten liefern Could Seed ein breit gefächertes Feuerwerk. In einem Song schaffen sie schon einmal den Spagat von Steve Reich’schem Minimal über jubilierenden Prog hin zu geerdetem Gilmour-Blues ('Pangea'), nur um uns später mit epischem Noise-Faktor von den Socken zu hauen ('Druids') oder tröpfelnd lässig die Blaupause des Post Rock an sich zu bedienen ('Heracles'). Die ab und zu reichlich heavyesken Spitzen dienen dabei nicht etwa der Effekthascherei, sondern fügen sich harmonisch ins Gesamtkonzept.
Konzeptmäßig – und das lässt sich unschwer an den Titeln festmachen ('Atlas', 'Heracles', 'Minotaure', 'Orion', 'Oracles') – graben Could Seed tief in der griechischen Mythologie und wollen scheinbar nebenbei den Olymp erklimmen. Die Götter könnten ob des pathetischen Großmuts dieser Musik derweil erfreut sein.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Abbildungen: Could Seed

