
Ambient • Krautrock • Kosmische Musik
(1:00:51/45:58; CD, Digital; Vesperian/Metal Blade; 23.10.2026)
Erst dachte ich bei Tschaikowsky & Kann an eine musikalische Begegnung zwischen einem Komponisten und einem Philosophen. Dann fiel mir auf, dass der zweite Herr eben Kann und nicht Kant heißt. So viel zur akademischen Vorbildung.
Musikalisch geht es beim Berliner Duo ohnehin weniger um große Theorien als um langsame Veränderungen im Klangbild. Während Niklas Tschaikowsky die Gitarren schweben lässt, steuert Leonhard Kann Synthesizer, Drumcomputer und Field Recordings bei.
Was schnell zur akustischen Tapete werden könnte, bleibt dank behutsamer Verschiebungen und immer wieder neu auftauchender Details erstaunlich spannend. Die warmen Klangfarben lassen an einen spätsommerlichen Abend denken, und auch die Blaue Stunde am Wannsee lässt sich aus den beiden Songtiteln 'Blaue Stunde' und 'Journey Through Wannsee' mühelos zusammensetzen. Die Melancholie gehört dabei eher zur Sorte, bei der man noch eine Runde am See dreht, als zu jener, bei der man am liebsten darin verschwinden würde.
"A New Way To Life" erzeugt eine eigene Atmosphäre, die sich langsam entfaltet und einen in ihre sanft melancholische Klangwelt hineinzieht. Als konzentriertes Hörerlebnis ist das Album auf Dauer allerdings etwas zu homogen. Die meditative Ruhe und die subtilen Klangverschiebungen entfalten zwar ihren eigenen Sog, doch die Stücke ähneln sich in ihrer Wirkung zu sehr.
Paul Riedl von Blood Incantation hat bereits die vorherige Maxi-Single "I Thought This Was Going To Be My Year" für die Verbindung aus elektroakustischen Klängen, natürlichen Field Recordings und analogem Bandrauschen überschwänglich gelobt. Dem kann ich nur zustimmen: Tschaikowsky & Kann verweben diese Elemente mit einer Leichtigkeit, die weder nach beliebiger Wellness-Beschallung noch nach bedeutungsschwangerem Klangnebel klingt. Ein stimmiges, atmosphärisch überzeugendes Album, dem für eine höhere Wertung letztlich etwas mehr Abwechslung guttäte.
Bewertung: 10/15 Punkten
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Besetzung:
• Niklas Tschaikowsky Gitarren
• Leonhard Kann Synthesizer, Drumcomputer, Field Recordings
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotion zur Verfügung gestellt.

