Psychedelic Rock • Blues Rock • Retro Rock
(43:06, Vinyl, CD, Digital, Tonzonen Records/Cargo Records; 19.06.2026)
Smokemaster sind die Senkrechtstarter aus der Domstadt. Der Pandemie und den damit verbundenen Umständen zum Trotz legte das Kölner Quintett mit seinem anno 2020 veröffentlichten Debütalbum einen traumhaften Start ins Musikgeschäft hin. Es folgten Konzerte, Touren, Festivals und eine zweite Langspielplatte, die ebenfalls wie der selbstbetitelte Erstling beim Krefelder Label Tonzonen Records erschien. Zu einigen der vielen Höhepunkte aus den ersten Jahren der Band zählen Auftritte beim Herzberg Festival oder beim Krach am Bach in Beelen, oder auch die fulminante Tour über den Balkan mit den Stoner Rock Urgesteinen Colour Haze.
Doch dann stand die Band plötzlich an einem Punkt, an dem sie sich neu orientieren und festigen musste. Sänger Björnson Bear verließ das rauchende Boot und die Position des Steuermannes sollte also neu vergeben werden. Im Verlaufe der Produktion des vorliegenden Albums übernahm der schottische Sänger Jack McAfee diesen Posten. Inzwischen wurde mit Patrick Rose wieder ein fester Sänger dazugeholt, mit welchem Smokemaster die gemeinsame Zukunft planen.
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Die Vorgeschichte gibt dem dritten Album eine besondere Stellung in der noch jungen Historie der Band. Nicht nur hören wir auf "In The Temple" eine andere Gesangsstimme als auf "Smokemaster" und "Cosmic Connector". Wir wissen darüberhinaus, dass auch auf zukünftigen Produktionen die Stimme von Jack McAfee höchstens in Gastparts zu hören sein wird. Wir haben es also mit einem Scharnier-Album, einem Übergangswerk, einem Produkt einer einmaligen Episode zu tun. So wie auf ihrem dritten Album werden Smokemaster wohl nie wieder klingen. Und genau das macht "In The Temple" so spannend und einzigartig.
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Lässt man Vergangenheit und Zukunft weitestmöglich außen vor, wird man von sanftem und psychedelischen Retrosound verwöhnt. Parallelen zu The Doors oder C.R.E.A.M. lassen sich nicht leugnen, und auch modernere Vorbilder wie beispielsweise Tame Impala haben ihre künstlerischen Spuren im Klangbild hinterlassen. Neo Psychedelia, Blues und die Rockmusik des Summer of Love bestimmen weite Strecken des knapp dreiviertelstündigen Albums. Ihre Tendenz in Richtung Stoner Rock oder schwerfällig-kräftigem Heavy Psych haben Smokemaster auf "In The Temple" weitestgehend aufgegeben.
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Inwieweit sich die künstlerischen Neuerungen auf "In The Temple" als nachhaltig beweisen, wird die Zukunft zeigen. Seine exponierte und besondere Stellung in Diskografie und Geschichte von Smokemaster hat der dritte Langspieler jetzt schon sicher. Smokemaster begehen eine Reise durch Hitze, Träume, innere Monologe, Erinnerungen, Liebe und Sehnsucht. Auch wenn hier nicht alles sonderlich originell ist, ist das Album doch in sich rund, verträumt und angenehm.
Bewertung: 10/15 Punkten
Diskografie (Studioalben);
"Smokemaster" (2020, Tonzonen Records)
"Cosmic Connector" (2023, Tonzonen Records)
"In The Temple" (2026, Tonzonen Records)
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Besetzung auf "In The Temple"
Jerome Holz - Gitarre, Gesang, Querflöte, Sitar, Schraubendreher
Tobias Schmidt - Bass
Jack McAfee - Gesang
Lukas Bönschen - Schlagzeug, Percussion, Gesang
Tobias Tack - Orgel, Synths, Keyboards, Sampling
Abbildungen: Tonzonen Records

