Symphonic Prog • Art Pop • Folk Rock
(60:15; CD, digital; Timezone Records; 27.03.2026)
Mit dem Namen Syrinx verbindet der Schreiberling zunächst einmal eine sehr interessante Progband aus Frankreich, dann aber auch mit einem Panflötisten gleichen Namens, der zwei Alben zusammen mit dem legendären Patrick Moraz aufgenommen hat. Letzteres führt sogar auf die richtige Spur, denn bei Syrinx Call spielt die Flöte eine Hauptrolle. Eine Blockflöte, um genau zu sein. Und in welche Richtung geht das Ganze dann? Block’n’Roll sicherlich nicht, eher aber in Block-Prog.
Kenner der deutschen Progszene wissen natürlich längst, um wen es geht, denn – man ahnt es schon angesichts des Albumtitels – Syrinx Call sind keine Neulinge in der Szene, sondern haben mittlerweile, das aktuelle Werk eingeschlossen, vier Alben auf den Markt gebracht. Es begann 2015 mit dem Album "Wind In The Woods" und setzte sich dann fort mit "The Moon On A Stick" (2018), "Mirrorneuron" (2021) sowie dessen nun nachfolgendem zweiten Teil.
Das Projekt wurde von Volker Kuinke und Jens Lueck gegründet, die weiterhin die Fäden in der Hand halten. Kuinke spielt dabei alle möglichen Arten von Blockflöten, wobei herauszuheben ist, dass er die Gabe besitzt, diese sehr effektiv im Grundkonzept einzubinden, ohne dass es je kitschig klingt oder die Blockflöte einen zu hohen Stellenwert einnimmt. Einfach perfekt eingebunden. Als Gast ist er übrigens zum Beispiel bei Eloy, Isgaard oder Single Celled Organism zu hören.
Ähnliches gilt für den Multiinstrumentalisten Lueck, der ebenfalls bei Eloy und Isgaard gastierte und 1991 auf dem einzigen Album der Band Odyssee ("Fools") spielte. Und so verwundert es auch nicht weiter, dass zu den zahlreichen Gastmusikern auch Sängerin Isgaard und Eloy-Gitarrist Hannes Arkona gehören, selbst Frank Bornemann ließ es sich nicht nehmen, auf einem Song seine Gitarre beizusteuern.
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Auf "Mirrorneuron 2" wird die Geschichte von Kai, einem humanoiden KI-Roboter, und der Psychotherapeutin Mara Lane weiter erzählt. Zwölf Songs liefern rund eine Stunde gute Unterhaltung im Bereich Symphonic Prog meets Folk meets Art Pop. Neben der stilprägenden Blockflöte sind hervorragende Tasten- wie auch Gitarrenarrangements zu erwähnen. Da funktionieren Rockiges und Symphonisches gleichermaßen.
Die Gesangspassagen passen sehr gut, so zum Beispiel die teils engelhafte Stimme von Isgaard, wenn es in Richtung Art Pop abzielt. Aber auch die gelegentlichen Streichereinheiten durch Annika Stolze und Katja Flintsch sorgen für eine besondere Note. Herauszuheben sind beispielsweise Songs wie das bärenstarke 'Organic Embodiment', das auch mal an Genesis erinnert oder die instrumentalen Titel 'Here...' und '...And Now'.
"Mirrorneuron 2" ist eine runde Sache ohne jegliche Durchhänger geworden. Klasse Album!
Bewertung: 11/15 Punkten
Tracklist:
- Returning (4:44)
- Boundless Choices (4:27)
- Organic Embodiment (6:47)
- Are You My Image? (5:42)
- Wheel Of Emotions (5:34)
- Yearning (7:09)
- Attachment (6:16)
- Emptiness (4:05)
- Mind Over Matter (4:31)
- Here...(1:38)
- ...And Now (6:20)
- The Difference (2:57)
Besetzung:
• Volker Kuinke - soprano recorder / alto recorder / tenor recorder / bass recorder / great bass recorder
• Jens Lueck - lead and backing vocals / keyboards / drums / electric guitar / western guitar / bass / programming
• Hannes Arkona - electric guitar / clean guitar
• Rainer Schneider - bass
• Doris Packbiers - lead vocals
• Jürgen Osuchowski - classical guitar / western guitar / 12 string guitar
• Georg Kresimon - bass
• Annika Stolze - violoncello
• Katja Flintsch - violin / viola
• Kai Ritter - voice
• Frank Bornemann - solo guitar
Surftipps:
• Homepage
• bandcamp
Abbildungen: Syrinx Call

