
Cinematic Instrumental Rock • Chamber Folk
(47:41; Digital, Eigenveröffentlichung; 28.03.2026)
Manchmal braucht es nur den Blick auf das Cover, den dazu passenden Albumtitel und wenige Takte des Openers, und man spürt sofort: Dies ist wieder so eine Platte, die im genau richtigen Moment den Weg gefunden hat, wortlos mit einem zu kommunizieren.
Töne, Räume, Klang und die Stille dazwischen kennzeichnen die Musik von Levi, der hinter diesem Projekt steht. Langsam, elegisch, harmonisch – durchgehend wie in einem Tagtraum – erwartet dich der umarmende Klang dieses Albums.
Hoffnung, ganz viel Hoffnung steckt in diesen meist ruhigen, sehr kontemplativen Gitarren, den warmen Fills, der dichten Shoegaze-Wolke, in die man ganz vorsichtig hinabtauchen kann mit dieser wundervollen Musik. Auch hier – ähnlich einem Projekt wie Hammock – sind Licht, Melancholie und temporäre Glückseligkeit im Paket inklusive. 'June In Watercolour' rockt mit Bedacht nach vorne, schwebt ab einem gewissen Punkt nur noch entrückt – Orgel und perlende Akkorde zuhauf. 'Violet Gaze' ist einfach lichtvoller Post Rock, gleißend und hoffnungsvoll.
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Streicher, ein stets warmer Basslauf und maximal ätherische Wellen erzählen liebevoll kleine Geschichten vom Loslassen, der universellen Verbundenheit, dem großen Gefühl in kurzen, flüchtigen Momenten – und dem doch immer wieder Alleinsein im ganzen Chaos, das sich Leben schimpft. Alles fließt intensiv, voller Bilder eines strahlenden Sommertages, der gerade in den letzten Zügen liegt.
'I Believe Your Dawn Will Come' driftet behutsam, legt einen goldenen Teppich aus und spielt dann mit breiten Sounds so richtig schön in die Tiefe. Das perlende Piano am Ende ist wie ein letzter Gruß der Liebsten, bevor sie im schwindenden Licht verloren geht. Majestätische Synths geleiten das langsame, leider zu kurze 'Innocence' – hier wäre mehr tatsächlich mehr gewesen. Was für hauchzarte Piano-/Streicher-Passagen, die den zarten akustischen Gitarren zur Seite gestellt werden.
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Die Klänge atmen maximales Vertrauen in das Gute – Piano, schwelend … gar schwebende Synths, Streicher und perlend driftende Gitarren umhüllen dich mit postrockiger Anmut. In die genretypische Dynamik möchten die Arrangements nur teilweise, nie vollumfänglich hinein – eher ist es ein stetes Eintauchen in ein friedliches, nur temporär wogendes Meer aus Harmonie, sanfter Melancholie und Tagträumerei.
Immer mit einem Hauch Modern Classical versehen – gar etwas Kammermusikalisches schwingt in dieser Zurückhaltung mit, und kommt man wieder auf das wunderschöne Cover zurück, schließt sich der Kreis wie von alleine. Mit dem zwölfminütigen 'As The Summers Fall' endet die Reise sehr eindringlich – eine umarmende Wall of Sound, elegischer Progressive Rock, Piano und das Cinematische großer Post-Rock-Momente fließen hier kraftvoll ins Licht.
Dieser Sound ist irgendwie liebestrunken, nah am Kitsch, erzählt mannigfaltig sehnsüchtige Geschichten ohne Worte, malt mit jedem Ton Bilder in hellen Pastelltönen und trifft mich liebevoll in vielen kleinen Schmerzpunkten.
Bewertung: 13/15 Punkten
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Abbildungen: Separated Skies/Bandcamp


2 Kommentare
Ganz wunderbare Musik, die von Rajko Baers ganz wunderbar beschrieben wird.
Leute …, die 8 Songs gibt es für 3€ bei Bandcamp!! Ja, genau, tut es! Also ich tue es jetzt!
Schön das es vermittelt wurde. Lg