Progressive Folk • Symphonic Prog
(49:55; CD, Digital; Musea Records/Just For Kicks; 27.02.2026)
Es gab einmal eine Zeit, da war das französische Label Musea Records in der Prog-Szene eine sehr gefragte Adresse. Man wuchs, stellte sich Genre-technisch gesehen recht breit auf und veröffentlichte Alben von Bands aus aller Herren Länder. Und natürlich war es gerade für französische Bands ein bevorzugtes Ziel, bei Musea zu landen. Es gab ein Kommen und Gehen für viele Bands, so waren beispielsweise die schwedischen Ritual dort mit ihrem Debütalbum an den Start gegangen, doch dann relativ schnell zu anderen Labels gewechselt. Begonnen hatte Musea hauptsächlich mit Re-Issues von Alben (Beispiel Neuschwanstein), doch schließlich wurden es immer mehr Bands, die ihr eigenes, neues Material dort anboten. Und einige davon entwickelten sich zum Stammpersonal von Musea, dazu zählte auch die Formation Minimum Vital um die Zwillinge Jean-Luc und Thierry Payssan.
Es begann 1988 mit der Veröffentlichung von "Les Saisons Marines" (das Debütalbum "Envol Traingles", ursprünglich als Kassette veröffentlicht, wurde von Musea 2020 als CD auf den Markt gebracht), es folgten diverse Alben in den 90ern. Danach wurden die Abstände zwischen den einzelnen Alben immer größer. Auch gab es zwischendurch mal eine abgespeckte Variante namens Vital Duo. Es benötigt nicht viel Phantasie, sich auszumalen, wer genau dieses Duo bildete.
Ob sie sich zwischenzeitlich mal offiziell aufgelöst haben, entzieht sich der Kenntnis des Rezensenten, auch weil die Band etwas vom persönlichen Radar verschwunden war. Nun aber sind sie zurück mit "Le Royaume", und es fühlt sich an, als sei die Zeit stehen geblieben. Es benötigt kaum eine Minute, um zu erkennen, dass es sich bei der vorliegenden Musik um Kompositionen von Minimum Vital handelt. "Le Royaume" ist ein typisches, weitgehend instrumentales Minimum Vital Album, bei dem all ihre typischen Elemente auftauchen und in erfrischender Art und Weise präsentiert werden.
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Die zwölf von den Zwillingen komponierten Tracks bieten eine gut ausgewogene Mischung aus Symphonic Prog, Folk Rock mit gelegentlichem mittelalterlichen Touch (Beispiel 'Berry Roak') und perfekt ausbalanciertes Zusammenspiel von Tasten und Gitarren. Und nicht nur das, die Tatsache, dass wie auch schon auf vielen Alben zuvor die Rhythmusabteilung aus Charly Berna (Schlagzeug) und Eric Rebeyrol (Bass) besteht, bestätigt den Eindruck, dass hier eine ausgesprochen gut zusammenspielende Einheit musiziert.
Einige Farbtupfer werden noch durch die beiden Gäste an Geige und Blasinstrumenten eingebracht. Die wenigen Gesangspassagen finden übrigens in Muttersprache statt und stören den Fluss des Albums überhaupt nicht.
Schön, mal wieder was von Minimum Vital zu hören. Und sie klingen so vital wie zu ihren besten Zeiten!
Bewertung: 11/15 Punkten
Besetzung:
• Jean-Luc Payssan - vocals / guitars: Fender Telecaster / Gretch Electromatic 6 cordes / Harley Benton 12 cordes / guitare classique Alhambra / mandoline Aria / guitare Soprano Gold Tone F6
• Charly Berna - Gretsch drums
• Thierry Payssan - vocals / glockenspiel / keyboards: Korg Sigma / Berhinger MonoPoly & Model D / orgue Viscount Legend / Manikin Memotron / Roland D-550 / Sampler Akai S2800 / piano Kawai ES920 / Roland Fantom
• Eric Rebeyrol - basses Spector Euro 4 / trumpet
Gäste:
• Stéphane Ducasse - Baroque flutes & sopranino / Akai Ewi
• Mario Peperoni - violin
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Abbildungen: Minimum Vital

