Progressive Rock • Symphonic Prog • Jazz • Instrumental
(1:13:00; CD, Digital; Eigenproduktion; 09.02.2026)
Will man etwas über den Musiker Michael Altenberger in Erfahrung bringen, hilft ein Blick auf die Seite einer Coverband namens Giant Hogweed. Was da gecovert wird, ist dank der Namensgebung nicht schwer zu erraten: Genesis natürlich. Und dort werden die einzelnen Bandmitglieder vorgestellt. Ein Großteil der Musiker spielte vorher in einer Coverband namens Nursery Cryme, nun sind sie als Giant Hogweed unterwegs – mit Altenberger als Keyboarder.
Der Protagonist erfuhr schon in frühen Jahren eine klassische Ausbildung am Klavier, wurde früh auf die Musik von Genesis aufmerksam und entwickelte starkes Interesse an Progressive Rock, erweiterte aber dann sein Spektrum um Blues, Jazz und Rock und spielte ein knappes Jahrzehnt in einer Band namens Backstreet Romeos, die sogar im Progressive Newsletter Erwähnung fand.
Schließlich entschied er sich, unter seinem Namen Soloalben aufzunehmen, wobei man dies wörtlich nehmen kann, denn er spielt auf allen Alben ausnahmslos alles im Alleingang ein – Respekt! Es begann 2011 mit dem Album "Elf Entdecker", dem fünf Jahre später "Dark Matter" folgte, das bereits hier vorgestellt wurde. Ein weiteres Jahrzehnt später nun also das dritte Album mit dem Titel "On The Brink".
Seine Homepage verwendet den Namen Oldhill – von Oldhill zu Michael Altenberger zu Mike Oldfield – diese Assoziationskette drängt sich förmlich auf. Zumal er sich als Multiinstrumentalist betätigt. Und mit etwas Phantasie mag man vielleicht auch mal eine Prise Oldfield heraushören können, ebenso aber auch Genesis, was angesichts seiner Vorgeschichte wenig überrascht.
Elf instrumentale Tracks werden geboten, allesamt im Booklet mit interessanten Bildern und deutschem Text illustriert und erläutert. Schon der Opener 'Nostalgia' macht genau im Stile des Vorgängers "Dark Matters" weiter. Das Intro des nachfolgenden 'Bubbles' erinnert ein wenig an die Band Gong zu Zeiten, als Drummer Pierre Moerlen ihr Namensgeber war. Hier wird unter anderem interessante Perkussionarbeit geboten. Im weiteren Verlauf pendeln seine Kompositionen zwischen sanften Tönen, gerne auch mal dezente Mellotronsounds inbegriffen (zum Beispiel in 'Hybris'), und komplex angelegten Arrangements, die sich auch mal weg vom Symphonic-Wohlklang bewegen. Ein extensives Klaviersolo ist ebenso wieder zu hören, nämlich im knapp acht-minütigen Titelsong.
Auch jazzig angehauchte Parts werden mal ins hauptsächlich symphonische Konstrukt eingebettet wie in 'Tierra Enferma'.
Altenberger spielt neben Tasteninstrumenten und Gitarren auch Bass, Schlagzeug und (selten) Flöte und er betont, dass alles handgemacht ist, sprich es gibt keinerlei programmierte Sequenzen oder synthetische Drums. Prima Album, vielleicht einen Ticken zu lang geraten.
Bewertung: 10/15 Punkten
Besetzung:
• Michael Altenberger - all instruments
Surftipps:
• Homepage
• Bandcamp Giant Hogweed - Michael Altenberger
Abbildungen: Michael Altenberger

