Fren – All the Pretty Days

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Fren – All the Pretty Days (unsigned, JFK, 21.10.22) COVER(65:15, CD, digital, Eigenproduktion/Just for Kicks, 21.10.2022)
Mit “All the Pretty Days” ist das durchaus mit einer gewissen Neugier erwartete zweite Full-Time Album der polnischen Instrumentalprogger Fren erschienen. 2017 in Kraków gegründet, zeigen die Polen Kontinuität in Sachen Qualität, aber auch in der Zusammensetzung. Auch hier besteht der Vierer aus:

Oskar Cenkier – pianos / organ / synthesizers / mellotron
Michał Chalota – guitars
Andrew Shamanov – bass guitars / synthesizers
Oleksii Fedoriv – drums / percussion

Innerhalb von drei Jahren haben Fren immerhin zwei Mini-Alben und nun auch zwei Vollzeit-Alben veröffentlicht. Und sie geizen auf „All the Pretty Days“ auch nicht mit der Laufzeit, denn es wird über eine Stunde musiziert und das auf hohem Niveau.
Das Debütalbum “Where Do You Want Ghosts To Reside” war derart überzeugend, dass fast wie selbstverständlich ein hohes Niveau erwartet wird, und diese Erwartungshaltung wird nicht enttäuscht. Auf den insgesamt sechs Titeln zeigt sich die Band gewohnt gut eingespielt. Abgesehen vom dreiminütigen ‚Bajka‘ und dem doppelt so langen Opener ‚Hammill‘ handelt es sich um Nummern im Zehn-Minuten Bereich und zum krönenenden Abschluss wird mit ‚Turque‘ ein 24-Minuten-Longtrack geboten.

Wer angesichts des Titels beim Eröffnungstrack einen mit Inbrunst vorgetragenen Gesang Marke Peter Hammill erwartet, liegt natürlich falsch, denn Fren spielen nach wie vor Instrumental-Prog. Das ausgesprochen spärlich mit Informationen versehene Booklet enthält den auf den ersten Blick irritierenden Hinweis „All vocals by Fren“. Erst am Ende wird die Berechtigung klar, denn im abschließenden Longtrack taucht eine Passage mit lautmalerischem Gesang auf.

Auch wenn die Tasteninstrumente eine dominierende Rolle spielen, wobei speziell das sehr präsente Klavierspiel des Oskar Cenkier zu verzücken weiß, wirkt das Album eindeutig wie ein Bandalbum und nicht wie ein Soloalbum mit Gästen. Alle Beteiligten liefern tolle Arbeit ab, alles wirkt ausgesprochen gut austariert und hervorragend engagiert. Als Anspieltipp sollte das fast 12-minütige Titelstück dienen. Sie bieten einen mächtigen Sound, ohne jedoch übertrieben bombastisch zu wirken, was gerade in diesem Track mustergültig zum Vorschein kommt. Es ist wirklich stark, wie sie hier zu einem großen Finale auflaufen. Und das ist gar nicht mal der Albumabschluss, denn es folgt noch der oben genannte Longtrack, der ebenso zu überzeugen weiß. Die Polen musizieren wieder auf hohem Niveau und dürften nicht nur ihre bisherige Fangemeinde zufrieden stellen, sondern – was zu hoffen bleibt und sie verdient hätten – neue Fans hinzugewinnen. Mit Tendenz zu zwölf Punkten.
Bewertung: 11/15 Punkten

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Abbildungen: Fren

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Fren – All the Pretty Days

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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