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    Du bist hier:Home»Reviews»Rocking Horse Music Club - Circus Of Wire Dolls

    Rocking Horse Music Club - Circus Of Wire Dolls

    0
    By Daaty on 13. Oktober 2022 Reviews

    Rocking Horse Music Club - Circus Of Wire Dolls (unsigned,23.09.22) COVER(01:35:00; CD, Vinyl,  Rocking Horse Music, Just For Kicks, 23.09.2022)
    Neues vom Rocking Horse Music Club (RHMC) – Das in New Hampshire ansässige Musiker Kollektiv erlangte insbesondere in Genesis-Fan-Kreisen einige Bekanntheit durch das Anthony-Phillips-Tribute-Album „Which Way The Wind Blows“. Mit ihrem ersten Konzeptalbum, der Rockoper "Circus Of Wire Dolls", schlagen die Amerikaner in eine sehr ähnliche Kerbe. Aktuelle Trends und Einflüsse im Progressive Rock lässt der RHMC gänzlich links liegen und ergibt sich vollends den alten Traditionen der Siebziger Jahre. Interpreten wie Alan Parsons Project, Mike Batt oder das Electric Light Orchestra haben damals ziemlich genau diesen Sound berühmt gemacht. Wohlklang allenthalben. Schräge Töne haben in der Welt der Wire Dolls keinen Platz. Daneben lässt sich Genesis nach wie vor als Inspirationsquelle ausmachen.

    In einigen Titeln wird überdies das Musical-Genre gestreift, was dem einen oder anderem Hörer schon eine gewisse Toleranz abverlangen wird. Vor allem die weiblichen Stimmen verbreiten dieses spezielle Timbre – Geschmacksache.
    Wie für eine Rockoper zu erwarten, stehen Sängerinnen und Sänger in ihren jeweiligen Rollen sowieso im Mittelpunkt des Geschehens. Hauptakteur Justin Cohn verfügt über ein ausgesprochen samtiges Organ, das geradezu nach Melodrama verlangt und nicht selten an Colin Blunestone erinnert. Ein Wiederhören gibt es auch mit Noel McCalla, der seinerzeit auf "Smallcreep's Day", dem ersten Solo-Album von Mike Rutherford (Genesis), überzeugen konnte. Weitere bekannte Gäste aus dem Prog-Umfeld sind Tim Bowness, John Hackett, Rob Townsend und David Cross.

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    Mit 95 Minuten bewegt man sich im Bereich des klassischen Doppel-Albums. Balladeske Töne haben einen deutlichen Überhang. Der durchaus komplexe Titelsong 'Circus Of Wire Dolls' führt dabei schon etwas auf die falsche Fährte. In ähnlichen Gefilden findet man sich erst gegen Ende des Album, beispielsweise in 'Every Show Must End' wieder. Die bereits erwähnten Musical-Momente wirken zwar nicht gänzlich störend, aber schon etwas überzuckert. Daneben gibt es Ausflüge in Richtung Country, Glam Rock und sogar einen Parsons'schen Elektronik-Teil. Die Gäste an Blas- und Streichinstrumenten bereichern das Werk mit etlichen schönen Soli. So entsteht letztlich ein vielschichtiges, buntes und bemerkenswert nostalgisches Konzeptwerk, das folgende Frage aufwirft: "Wer macht heute schon noch diese Art von Musik?"

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    Verglichen mit dem kürzlich erschienenen und  eher durchschnittlichen Album vom einstigen Großmeister Parsons, ist "Circus Of Wire Dolls" richtig großes Kino, das offenkundig mit viel Liebe und Enthusiasmus kreiert wurde.  Man muss eben nur wissen worauf man sich einlässt. Dann darf man auch mal ein Tränchen verdrücken. Da das Werk sicherlich in gewisser Weise polarisiert, sei auf eine Bewertung in Punkten hier verzichtet.  Heavy Rotation beim Autor dieser Zeilen mag ersatzweise als Gradmesser dienen.
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    Brian Coombes CD Carolin Carter David Cross Eigenveröffentlichung Flöte John Hackett Just For Kicks Justin Cohn Kate St. John Konzeptalbum Mellotron Musical New Hampshire Noel McCalla Oboe Oper Patrick Gochez Rob Townsend Rocking Horse Music Club Rockoper Tim Bowness USA
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    Daaty

    Dass der Prog-Virus hoch infektiös ist, musste ich bereits in meiner frühen Kindheit erfahren. Während meine Schulfreunde noch sorglos Ilja Richters Disco mit The Sweet und den Bay City Rollers schauen konnten, hatte mich mein älterer Bruder bereits in den frühen Siebzigern mit ELP und Yes verkorkst. Mein erster Radiorekorder und die LP-Hitparade von SWF3 gaben mir mit Genesis und Eloy dann den Rest.

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