Ske – Insolubilia

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(55:31, CD, Digital, Eigenveröffentlichung, 2021)
Hinter dem Projektnamen Ske verbirgt sich das Soloprojekt von Paolo „Ske“ Botta, italienischer Keyboarder und vor allem für sein Mitwirken bei Bands wie Yugen und Not A Good Sign bekannt. 2011 erschien sein Debütalbum „1000 Autunni“, mit „Insolubilia“ folgt nun nach rund einem Jahrzehnt die Fortsetzung, welches der umtriebige Künstler wiederum mit unzähligen Gastmusikern von diversen Bands (u.a. Mitglieder von Wobbler, Goblin, Isildurs Bane) aus verschiedenen Ländern einspielte.

Das Endresultat ist eine beeindruckende Verschmelzung aus sinfonischem Progressive Rock mit klassischen, teils leicht avantgardistischen Elementen. Doch Entwarnung vorweg für all diejenigen, die bei Avantgarde schreckhaft die Augenbrauen runzeln, alles bleibt hier in einem nachvollziehbaren Rahmen, die anspruchsvollen, durchaus vertrackten Passagen ordnen sich in ihrer Sperrigkeit geschickt dem Gesamtkontext unter.

Bereits der Einstieg in das Album mit ‚Sudo‘ und ‚Insolubilia I‘ überzeugt durch vielschichtige Stimmungswechsel und macht neugierig auf den Rest des Albums. Sanfte Pianopassagen wechseln sich ab mit druckvollem, komplexen Ansätzen. Klassische Elemente mit Streichern und opernhaften, lautmalerischen Gesang gehen über in progressive Ausgestaltungen mit Ecken und Kanten. Anspruch und Nachdenklichkeit gehören ebenso zur klanglichen Färbung, wie Tempoverschärfung und sinfonische, melodische Einflüsse. Kurze, stimmungsvolle Überleitungen dienen als Bindeglied zwischen den mehrteilig über das Album verteiltem Titelsong.

Produziert von Marcello Marinone, waren folgende Musiker beteiligt:
Paolo Botta (Not a Good Sign, Yugen) – Keyboards, Composition
Fabio Pignatelli (Goblin) – Bass
Luca Calabrese (Isildurs Bane) – Pocket Trumpet
Lars Fredrik Frøislie (Wobbler) – Harpsichord
Keith Macksoud (Present) – Bass
Tommaso Leddi (Stormy Six) – Mandoline
Nicolas Nikolopoulos (Ciccada) – Flöte
Evangelia Kozoni (Ciccada) – Gesang
Vitaly Appow (Rational Diet, Five Storey Ensamble) – Klarinette
Simen Ådnøy Ellingsen (Shamblemaths) – Saxophon
Alessandro Cassani (Not a Good Sign) – Bass
Martino Malacrida (Not a Good Sign) – Schlagzeug
Francesco Zago (Yugen) – Gitarre
Maurizio Fasoli (Yugen) – Grand Piano
Valerio Cipollone (Yugen) – Klarinette
Elia Leon Mariani (Yugen) – Violine
Jacopo Costa (Loomings, Yugen) – Vibraphon/Marimba/Xylophon/Glockenspiel/Cymbalum
Maria Denami (Loomings) – Voice
Massimo Giuntoli (Hobo) – Harmonium
Pierre Wawrzyniak (Camembert, Oiapok) – Bass
Mélanie Gerber (Camembert, Oiapok) – Gesang
Guillaume Gravelin (Camembert, Oiapok) – Harfe
Pietro Bertoni (FEM) – Posaune/Euphonium
Thea Ellingsen Grant (Juno) – Gesang
Tiziana Azzone (Il Giardino delle Muse) – Theorbo

Trotz der unzähligen Gastmusiker wirkt das Album sehr geschlossen und homogen. Ungeachtet der inhaltlichen Abwechslung bewahrt die Musik immer ihre Faszination und Stimmungstiefe durch Wucht, Vielschichtigkeit und kompositorische Raffinesse. So gefällt „Insolubilia“ instrumental vor allem durch diverse analoge Keyboardsounds und klangliche Diversität. Auf diese Art bleibt progressive Musik wirklich spannend.
Bewertung: 12/15 Punkten

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Abbildungen: Ske

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Über den Autor

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Ske – Insolubilia

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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