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    Du bist hier:Home»Reviews»Geezer Butler - Manipulations Of The Mind

    Geezer Butler - Manipulations Of The Mind

    0
    By SaschaG on 19. August 2021 Reviews

    (208:22, CD, Digital, BMG/Warner, 2021)
    Erinnert sich noch irgendjemand an eine Musikrichtung namens "Groove Metal"? Nicht? Okay, dann hier eine kurze Geschichtsstunde: Anfang der 1990er kam der Thrash Metal, angeführt vom kommerziellen Erfolg Metallicas, von seiner ursprünglichen Prämisse, Höchstgeschwindigkeit, Aggression und (meist) technischer Präzision zu verbinden ab, um auch endlich MTV-tauglich zu werden. Von Funk Metal schaute man sich das nervöse, synkopierte Stakkato-Spiel ab, vom Grunge die schleppenden Rhythmen und die depressive Atmosphäre, vom Hardcore die geshouteten Gesänge und vom Elektropop den Spaß an Samples. Kurz: man warf Pantera, Prong und White Zombie in einen Mixer und schon hatte man den neuen, MTV-tauglichen Groove Metal-Sound. Fear Factory, Machine Head, Pro-Pain hießen die neuen Vertreter, aber auch altgediente Recken sprangen mal mehr (Sepultura), mal weniger (Anthrax, Kreator, Overkill - eigentlich alle Anderen) erfolgreich auf den Zug auf, der allerdings schon wenig später obsolet wurde, als sich aus der Vermischung von Groove Metal und Hip Hop der Nu Metal entwickelte, der die nächsten Jahre das Genre des MTV-Metal dominieren sollte. Dass ausgerechnet Black Sabbaths Geezer Butler auf den kurzlebigen Trend aufspringen würde, hätte wohl niemand vorausgesehen. Genauso wenig wie ein Boxset, das das Gesamtwerk von G//Z/R (oder später gzr) im Jahre 2021 zusammenfassen würde.

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    Nun, eines kann man Geezer nicht vorwerfen: seine Passion für den Groove Metal war wohl nicht kommerziell motiviert, denn die Band existierte tatsächlich bis 2005, als der besagte Stil längst abgemeldet war und auch der Nu Metal bereits von seinem spirituellen Nachfolger Metalcore abgelöst worden war. Auch schlechte Kritiken und ausbleibender kommerzieller Erfolg konnten Butler nicht schrecken - G//Z/R waren wohl ein echtes Herzensprojekt. Für das Debüt "Plastic Planet" hatte Geezer eine Quasi-Allstar-Truppe mit Fear Factorys Burton C. Bell am Gesang und dem ehemaligen Bad-English-/zukünftigen Journey-Drummer Deen Castronovo zusammengestellt. Wichtigstes Element war aber der ansonsten noch unbeleckte Gitarrist Pedro Howse. Der war nämlich Geezers Kreativpartner sowie Co-Songwriter und füllte diese Rolle auch bis zum (vorläufig) letzten Album der Band aus.

    Das Problem der Band ist im Prinzip heute exakt das Gleiche wie damals. Trotz handwerklich natürlich exzellenter Leistung (Spoiler: mit einer Ausnahme...) bleiben die Songs nämlich schlicht und einfach ziemlich schwach und unspektakulär. Das fällt vor allem auf bei dem einen wirklich großartigen Song, den G//Z/R aufgenommen haben: 'Man In A Suitcase' ist ein echter Hammer. Exakt in der musikalischen Mitte zwischen Alice In Chains und Pantera angesiedelt, mit einem Wahnsinns-Refrain und einem tonnenschweren Riff. Dumm nur, dass sich im Katalog der Band nichts findet, was auch nur annähernd an dieses Niveau herankommt. Das Debüt "Plastic Planet" krankt noch dazu an einer unfassbaren miesen Gesangsleistung von Burton C. Bell, die klingt, als ob Bell damals ganz tief im Junkie-Sumpf gesteckt habe und Erinnerungen an seine übelsten Liveshows hervorruft. Die nächsten beiden Alben sang schließlich mit Clark Brown ein ähnlich klingender, aber deutlich engagierterer Sänger ein, der allerdings wie Pedro Howse seither nicht mehr weiter in Erscheinung getreten ist.

    Die Werkschau von G//Z/R versammelt also alles, was die Band gemacht hat und eine vierte CD mit Unveröffentlichtem. An welche Zielgruppe sich das Paket richtet, bleibt auch heute fraglich: wer Spuren von Black Sabbath sucht, wird die hier definitiv nicht finden, und mit den Genre-Klassikern wie "Burn My Eyes" oder "Demanufacture" kann das Material, ganz brutal gesagt, nicht im Geringsten standhalten. Wer aber unbedingt eine Dosis Neunziger-Nostalgie braucht und die passende rosarote Brille bereitliegen hat, kann ja mal eine Hörprobe riskieren. Im Zweifelsfall tut's dann ja auch die parallel veröffentlichte Ein-CD-Fassung - da ist 'Man In A Suitcase' nämlich auch drauf, und das ist tatsächlich einfach ein schweinegeiler Song.
    Keine Bewertung (Compilation)

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    Abbildung: BMG / Oktober Promotion

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    BMG Boxset Burton C. Bell CD Clark Brown Deen Castronovo Digital England G//Z/R Geezer Butler Groove Metal Oktober Promotion Pedro Howse Warner Music
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    SaschaG

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