Post Heavy Shoegaze
(36:12; Vinyl, CD, Digital; LabelMan Records; 06.11.2026)
"Soil & Sky" ist so ein Album, bei dem ich als Nischenfreund ab der ersten Sekunde weiß, das läuft wie von selbst. Leichtfüßiger, ätherischer Frauengesang, ein Mix aus schwebendem Dream Pop/Shoegaze und schwerem Heavy Atmospheric Rock – ähnlich Blackwater Holylight, Holy Fawn oder Messa – und fertig ist die eingängig-dynamische Chose.
Melancholisch, kraftvoll, optimistisch schwirrt und flirrt eine ständige Wall Of Sound aus verträumter Schwerelosigkeit, die mit drückenden, immer angenehm rauschhaften Post-Rock-Elementen, vielen lieblichen Melodien, mal heavy, dann wieder fragil, jedem Freund der hippen Nische direkt in die Arme laufen sollte.
Die Vocals von Sängerin/Bassistin Hannah Christina sind auf dieser zweiten Rille ein eindeutiges Plus, ohne perfekt zu sein – die Emotionen, die Melodien wissen zu umarmen, zu berühren und ja, wie so oft ist ja gerade das Unmittelbare, der nicht immer perfekte Habitus genau der Tune, der was mit einem macht beim Hören.
Kleine schroffe Gitarren-Akzente, diese sich auftürmenden Wellen holen den lieblichen Dream Pop/Wave immer in die Kraft, es rockt hier und da in feinstem Midtempo wohltemperiert und nach und nach kristallisieren sich kleine, feine Melancholie-Hymnen über die nicht mal 40 Minuten heraus.
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Der Mix aus melancholisch-verzückender Zurückhaltung und fuzzig-dröhnenden Gitarren passt hervorragend und punktet schnell im hymnischen Sound des Openers 'Heavensent'. Leise/Laut funktioniert auch hier einfach hervorragend, der Dream-Pop-Einfluss, das Indie-Rockige der Neunzigerjahre vermählt sich mit den postigen Gitarren der Neuzeit, was will man mehr? So schleicht sich der schleifende Heavy Shoegaze in 'Here As I Am' genauso schnell ins Herz, ohne die üblichen Konventionen tatsächlich herauszufordern, gar zu durchbrechen.
Die Spuren wurden längst von anderen breitgetreten, aber FELT wissen diese Wege mit schönen Melodien, einer Art Mädchengesang, neu zu pflastern und verzaubern hier und da gehörig mit schmissiger Eingängigkeit.
Dieser Hauch Distortion, Fuzz steht den träumerischen Melodien und lässt der Musik viel Raum für kraftvolle Eruptionen, die sich mit der eigentlich fragilen Stimme immer wieder gut harmonisieren. Der Sound ist organisch, nicht poliert, und die immer wieder postigen Schattierungen, der shoegazige Ansatz lassen gut driften zu den eher wavigen Melodien. Mit der Single, dem Cover zu 'Miami Memory' und dem rockig-treibenden 'Phantom Friends' hat man seine Mini-Indie-Hits am Start – richtig feine Ohrwürmer!
Ein starkes, kurzweiliges Album ist dieses "Soil & Sky" geworden, welches dem Nischenmarkt mit seiner Melodik, seiner Atmosphäre und den dazugehörigen Einflüssen eine weitere Perle beschert, ohne der ganz große Wurf zu sein oder die bestehenden Genregrenzen neu zu definieren, gar zu sprengen.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Chris Breuer/Sozius PR zur Verfügung gestellt.



