Female Art Pop
(40:18; CD, Digital; Apollon Records; 06.11.2026)
Spannend und eigenwillig agieren seit 2023 diese beiden Norwegerinnen, die auch schon mit Produzenten-Spezi Boris Wilsdorf – bekannt u. a. von seiner Arbeit mit den Einstürzenden Neubauten – in kreativer Kollaboration standen. "The Pink Carnage Of Cartilago" ist schwer einzuordnen: Minimale Gitarrenakkorde ohne Drums, exaltierter, aber auch Sprechgesang prägen die meist eher kurzen Songs. Das ist definitiv nicht uninteressant, hat eine ganz eigene Schlagseite, weiß mit atmosphärischen, minimalen Mitteln und Melodien wie im melancholischen 'Worms and Germs' gehörig einzulullen, kann aber auch in dissonanten Songs wie 'Music Man' schwer an den Nerven reißen.
Die meiste Zeit weiß das karge, spröde, stets avantgardistische Setting gut zu unterhalten. Dabei lässt die dominante Stimme von Trine Kolmannskog kein Daran-vorbeihören zu. Die direkte, sehr konfrontierende Gangart ist definitiv ein Spalter, irgendwie nebenbei funktioniert das wahrscheinlich nicht. Ich kann nicht behaupten, dass mich der Mix aus prägnanten Riffs, Akkorden, Atmosphäre, etwas Dunkelheit und dem strangen Hauch Experimentierfreude überfordert, nur wissen gewisse überdrehte Vokal-Momente einfach nur zu nerven.
Diese sind zum Glück weit in der Unterzahl, kontrastieren aber besonders schöne Folk-Tracks wie 'Wife' nicht unerheblich. Nordisch, versponnen, exzentrisch, minimal und avantgardistisch weiß dieser sperrige Pop sicherlich spannende Momente zu produzieren, ist mir aber am Ende mit seiner Experimentierfreude an wenigen Stellen zu verquer.
Bewertung: 9/15 Punkten
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Besetzung:
• Trine Åshildsdatter Kolmannskog - vocal, moog, kalimba, lyrics (except 'Conrad' lyrics by Heinrich Hoffmann)
• Susanna Calvert - guitar, bass, drums, percussion,
piano, backing vocal
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Apollon Records zur Verfügung gestellt.



