Orchestral Progressive Folk • Symphonic Rock/Metal
(57:15; CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 06.11.2026)
Für ihre zweite Platte hat die mittlerweile in Großbritannien lebende russische Künstlerin Dikajee einige namhafte Künstler und Musiker um sich geschart. "The Frame" darf als Statement zum Thema Trauer (ihr Vater verstarb kürzlich) und Krieg verstanden werden. Opulent, episch, dramatisch geht es auf der neuen zweiten Veröffentlichung zu – symphonische Rock-/Metal-Parts und avantgardistische Folk-/Prog-Elemente bündeln sich in meist langen Songs zu einer filmreifen Aufführung, die mir an wenigen Stellen zu gewollt klingt. 'Thrown Ashore' ist glücklicherweise ein hervorragendes Beispiel für die absolut gelungenen Ausblicke und Möglichkeiten, die entstehen, wenn sich Folk, Electronica und nischenhafte Experimente zusammenfinden und dabei einen kreativ-atmosphärischen Tanz aufführen. Das ist dann richtig groß, und auch 'How To Human' tänzelt balladesk-versponnen zwischen Kate Bush und Eivør. Hier wird die entrückte, kreative Seite mit sehnsuchtsvollen Streicher-Arrangements und Melodien vollmundig ausformuliert und berührt mich nachhaltig.
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Wenn die Künstlerin orchestral, folkloristisch und fast filmaffin agiert, wird es romantisch, sensitiv, ätherisch wie im siebenminütigen 'Imaginary Doctor'. Dann geht's ab in eine Art Traumwelt. Schön, dass nach der wundervollen Gloria De Oliveira mit Dikajee ein weiteres Female-Art-Pop-Release den grundsätzlich tristen November erhellen darf. Ein Hauch Post Metal/Rock dank malender Gitarrenwände, aber noch mehr surreal schöne Klangmalereien, die von fragilen Female Vocals in andere Sphären getragen werden.
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Im abschließenden 'Travel Through Time' feat. German Vergara (Aisles) wird's proggy, metallisch, dynamisch und düsterer – ältere The Gathering oder die frühen Within Temptation stehen vermutlich ein wenig Pate, und der fauchig-derbe männliche Vokalpart bringt ebenfalls etwas mehr dunkle Farbe ins Programm. Der Anfang des Albums ist geprägt von eigenwilligen Nuancen, wie dem spannenden indischen Gastbeitrag von Varijashree Venugopal. Aber ein 'In The Blink of an Eye' hat mir hier und da zu viele Stereotypen an Female-Symphonic-Metal-Elementen, ohne dass dies wirklich störend ist. 'Home Of The Wind' durchdringt mich exemplarisch überhaupt nicht, trotz leidenschaftlicher Violine und progressiver Power.
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Die Dramatik ist es am Ende irgendwie, die Dramatik in der Musik selbst, aber auch die dramaturgische Steigerung innerhalb der Songs im Verlauf des Albums. Berührend und kreativ ist dieses neue Werk von Dikajee, das nach und nach gen Ende kraftvoll, opulent, majestätisch, verspielt, melancholisch, düster, aber auch voller Licht die dunkle Jahreszeit etwas heller macht.
Bewertung: 11/15 Punkten
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Besetzung:
• Olga Karpova - songwriting, grand piano, keys, arrangements
• Dmitry Irinovich (studio) - keys, orchestral arrangements, keys
• Christian Ayala (studio) - guitars, programming
• Benjamin Baert - drums (studio)
• Graham Brown - drums (live)
• Gulia Naumova, Ksenia Sednina - strings, backing vocals
• Joe Fraser - guitars, vocals
• Victor Sankov - bass (studio) (tracks 1,3,4,8,9)
• David Honour - bass, backing vocals (live
Gastmusiker:
Track 1, 4: Mike Kolovsky - tube
Track 1, 6: Julia Luka - flute
Track 1, 6: Roman Erofeev - clarinet
Track 2: Varijashree Venugopal (EYM Trio, Snarky Puppy, Jacob Colier) - vocals
Track 2, 6: Jonathan Noyce
Track 4: Vikram Shankar (Within Temptation, Pain of Salvation, Lux Terminus) - keys
Track 5: Guillaume Bernard (Klone) - guitar
Track 5: Crimson Brooks - choir
Track 5: Zoltan Renaldi - fretless bass
Track 6: Ni! - brass arrengement, bass clarinet, trumpet, clarinet
Track 7: Egor Krukovskih - drums
Track 8: Frida Bollani - vocals
Track 9: German Vergara (Aisles) - guitar solo #2
Surftipps:
• Bandcamp
• YouTube
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Hold Tight PR zur Verfügung gestellt.


