Art Pop • Chamber Folk • Etherial Wave
(41:58; Vinyl, CD, Digital; La Double Vie/Cargo Records; 30.10.2026)
Diese Platte ist ein sanftmütiger, stiller, sehr berührender Ort voller Geheimnisse, Erinnerungen und Verletzungen. Die Liste der inspirierenden Mitmusiker allein spricht hier schon Bände. Produzent Randall Dunn (u. a. Anna von Hausswolff) schuf zusammen mit Gloria eine Welt zwischen Fantasie, Mythos, Realität und Traum, in der sich innerhalb der Lyrik die Grenzen verwischen und aufzulösen scheinen. Die Künstlerin erzählt von Vögeln, Heiligen, Sirenen, blutigen Gesichtern und geisterhaften Erscheinungen – es wird wie auf Zehenspitzen durch verzaubernde Arrangements aus Folk, Goth, Klassik und Indie Pop getänzelt, mit einem lieblichen Maß an Melancholie, Verletzlichkeit und Musikalität. Das Album wurde im legendären Swimming-Pool-Studio von Sigur Rós auf Island aufgenommen. Namhafte Künstler wie Tor Lundvall, Matt Chamberlain (David Bowie) an den Drums und Marilu Donovan (Eartheater) an der Harfe – um nur einige zu nennen – bringen ihr ganzes handwerkliches Können in dieses wunderschöne, hauchzarte Werk der Deutsch-Brasilianerin ein.
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Alles ist leichtfüßig, ätherisch. Der Hauch von jazzigem Drum-Spiel, die Orchestrierungen und das entrückte Piano bilden im Zusammenspiel mit der hauchzarten Stimme ein wundervolles Gesamtbild, das zur persönlichen, traurigen Lyrik der Künstlerin wie gemacht erscheint. Ob Emily Brontë, John Keats oder Miltons "Lost Paradise" – es gibt einige poetische Querverweise im neuen Werk der Chanteuse. Nach Zeiten des Verlustes von Wahrnehmung, Vertrauen und Selbstwert kreisen viele der Songs um das Wiederfinden dieser Werte, die innerhalb der Trauer, des Verlustes und des Traumas abhandenkamen. Die Stille, das ambiente Fließen, der Hauch von Einsamkeit, Nacht und Meer begleiten jedes der Stücke auf "The Lying Swan" und machen dieses Werk zu einem surrealen Trip voller Schönheit, Romantik und Dunkelheit. Natürlich sticht ein Song wie 'Sacred Hearts' mit seiner Pop-Affinität heraus und erinnert an die großen Momente einer Kate Bush, gekreuzt mit dem melancholischen Dream Pop von Beach House.
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Ich liebe den Klang der Drums und den vorsichtigen Ansatz der Instrumente, die der sirenenhaften Sängerin mit umarmender Gnade den Platz bereiten, um auf eben diesem warmen, schwebenden Untergrund zu balancieren. Es gibt aus meiner Sicht nicht den ausufernden Moment, den großen Pop-Entwurf. Dafür driftet dieses pastorale, meist langsame Stück Musik mit Elementen des Post Rock, Shoegaze und Dream Pop wie ein geisterhaftes Polaroid durch die Abendsonne und berührt mich mit seiner Emotionalität. Es gleitet wie früher eine Mazzy Star trotz der unwirklichen, schemenhaften Nuancen so direkt in die offenen Synapsen. Irgendwo zwischen Zola Jesus, Susanne Sundfør, Kate Bush, Tori Amos, der frühen folkigen Anna von Hausswolff, Marissa Nadler und 4AD-Acts wie This Mortal Coil balanciert die Künstlerin hauchzart am Rande einer Zwischenwelt.
Bewertung: 13/15 Punkten
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Besetzung:
• Gloria de Oliveira - Vocals, Grand Piano, Synthesizers, Harmonium, Wurlitzer
• Úlfur Hansson - Segulharpa, Grand Piano, Baritone Guitar, Vibraphone, Synthesizers
• Lennard Zander - Acoustic Guitar, Electric Guitar, 12-String Guitar
• Matt Chamberlain - Drums & Percussion
• Randall Dunn - Synthesizers
• Gyða Valtýsdóttir -Cello
• Marilu Donovan - Harp
• Luke Bergman - Pedal steel, bass
• Lina Andonovska -Flute
• Judith Skupien - Violin
• Tor Lundvall - Spoken Word
• Cécilia Dassonneville - Vocals, Spoken Word
• Arjan Miranda -Bass
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Cargo Records zur Verfügung gestellt.


