Magenta – We Are Seven

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(65:11 + 73:37, 2CD, Tigermoth Records, 2018)
Aufgenommen am 8.April 2018 im The Robin 2 in Wolverhampton, stand dieser Magenta Auftritt unter einem speziellen Motto, nämlich der kompletten Livepräsentation der beiden Alben “We Are Legend” (2017) und “Seven” (2004). “We Are Seven” als Albumtitel ist damit logischerweise als Wortspiel aus der Verbindung der beiden Longplayer zu betrachten. Ergänzt wird die Setlist noch durch die 2007er Single ‘Speechless’, sowie ‘Prekestolen’ (Metamorphosis, 2008) und ‘The Lizard King’ (The Twenty Seven Club, 2013).

Auf der Bühne standen das Magenta-Kern-Trio Christina Booth (Gesang), Chris Fry (Gitarre, Background Vocals), Rob Reed (Keyboards, Background Vocals), sowie die Rhythmustruppe Dan Nelson (Bass) und Jiffy Griffiths (Schlagzeug), während man sich für die Umsetzung von “Seven” noch die Unterstützung von zwei weiteren Gastmusikern hinzuholte, nämlich Karla Powell an der Oboe und Katie Axelsen an der Flöte.

Spielerisch bewegt man sich im ersten Konzertteil sehr nahe an den Studioaufnahmen, wobei die sinfonische, hochmelodische Mixtur aus Neo Prog und Retro Prog, teilweise in epischem Longsong-Format, ebenso im Livekontext bestens funktioniert. Der harmonische Spannungsbogen zwischen Gesangspassagen und wohl dosierter Interaktion von Gitarre und Keyboards, gepaart mit Bombast und Sinfonik, verfügt in Arrangements und Interpretation über ansprechende Ausstrahlung. Ecken und Kanten gehörten noch nie zu den Merkmalen von Magenta, so dass man auf der Bühne zwar etwas druckvoller, energetischer agiert, jedoch keinesfalls auf Improvisationsparts oder dynamische Brüche zurückgreift.

Beim besonders in Fankreisen geschätzten Material von “Seven” erkennt man zwar in einigen Passagen zuweilen die recht deutliche Yes, Genesis und Renaissance-Inspiration, die jedoch in den Magenta Mikrokosmos vereinnahmt werden. Während auf den Originalaufnahmen teilweise ein Orchester zu hören war, ist die hier vertretene Variante lediglich mit Oboe und Flöte zwar eine klangliche Reduzierung, fügt sich dafür harmonisch, keineswegs zu überladen ein.

Das Konzert ist sowohl als Doppel CD, wie auch als Doppel DVD (ohne jegliches Bonusmaterial) erhältlich. Die optische Variante ist zwar mit mehreren Kameras eingefangen und ist zwar kein High-End,
-Produkt, hat aber dennoch gehobenes, vor allem soundtechnisch qualitativ hochwertiges Niveau und ist sicherlich als Sammlerstück interessant bzw. für denjenigen, der die Musik der walisischen Band in einem ansprechenden Clubrahmen in den eigenen vier Wänden mal live erleben möchte. Vorteil: die positive, überaus charmante Ausstrahlung und ansteckende Spielfreude ist hier natürlich wesentlich offensichtlicher als in der CD Variante.
Bewertung: 11/15 Punkten (KR 11, KS 11)

Magenta (Foto: Künstler)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Magenta – We Are Seven

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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