The Spacious Mind – The Drifter

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(62:45, CD, Trail Records, 2018)
Die bereits im Jahr 1991 in Skellefteå (u.a. auch Heimat von Moon Safari) gegründete schwedische Formation The Spacious Mind gilt inzwischen als eine der weltweit führenden spacig-psychedelischen Bands. Ihre Musik basiert zumeist auf subtilen elektronischen Effekten und atmosphärischen Klangteppichen. Dabei sind Einflüsse der frühen Pink Floyd und der deutschen Krautrock Szene unübersehbar. Als weitere Vertreter des Genres fallen einem gleich Bands wie Amon Düül oder Gila ein, um nur zwei zu nennen. Auch Space Rock á la Hawkwind ist unüberhörbar präsent. Nach einer Vielzahl von Veröffentlichungen legt nun das Label Trail Records diese auf 300 Stück limitierte Edition auf. Es handelt sich um eine Zusammenstellung von vier raren Tracks sowie zwei seltene Live Aufnahmen der Band. Tracks 1 und 3 stammen von einer frühen Veröffentlichung der Space-Rocker. Gleichfalls erschienen auch die restlichen drei Titel auf älteren Tonträgern mit sehr geringer Auflage. Daher dürfte die aktuelle CD „The Drifter“ für Fans der Band oder des Genres ein wichtiges Tondokument sein.

The Spacious Mind setzen ihre teils schrägen bis eigenartig trippig klingenden Stücke mit viel Engagement um. Treibende Gitarren, atmosphärische Keyboards, Schlagzeug sowie Bass bilden das Gerüst für eine zeitweise sogar fast melancholisch wirkende Kulisse, dazu eingebettet in elektronischen Effekten und spacigen Klangfarben. Das verhindert allerdings nicht, dass bei den längeren Titeln einige Passagen doch etwas zähflüssig erscheinen. Insgesamt wirkt die Track Zusammenstellung des Albums in sich schlüssig und gut abgestimmt. Die neuerliche Abmischung bzw. das Remastering der Titel sichert einen guten Sound, dem schließen sich auch die gelungene Covergestaltung sowie die ausführlichen Linernotes an. Einziger Wermutstropfen des Albums ist, dass das Label die Tracks 3,4 und 6 verkürzte, um diese auf dem Album unterbringen zu können. Ein weiteres kleineres Manko stellen die fehlenden Angaben über die Musiker dar, über das man allerdings großzügig hinweg sehen kann, da die musikalische Darbietung eindeutig im Vordergrund steht.

Mit „The Drifter“ gibt es für Freunde des psychedelischen Space Rock mit krautrockigen Anteilen ordentliches Futter, schräg und doch eingängig, so soll es sein. Erinnerungen an die goldenen Zeiten der späten 60er Jahre sind dabei nicht auszuschließen und vermutlich sogar von den Künstlern beabsichtigt. Wer noch ein Exemplar der limitierten Auflage ergattern möchte, sollte sich sputen.
Bewertung: 9/15 Punkten (KR 11, HR 9)

Track List
1. The Drifter (14:49)
2. Euphoria, Euphoria (13:54)
3. The Players In The Band (8:31)
4. Floatin’ Down The River Whistlin’ On A Tune (7:01)
5. The Drifter [live](9:18)
6. Spirit Roots [live](9:12)

Line-up / Musiker
– Fehlanzeige

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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The Spacious Mind – The Drifter

von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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