Tomas Bodin (auf der CTTE15) zur Cruise, Barracuda Triangle, den FloKis u.v.m.

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01 Tomas BodinEin entspannter Tomas Bodin stellte sich während der Cruise To The Edge ’15 (CTTE15) den Fragen von Klaus Bornemann und Jürgen Meurer.

Was denkst Du über die Kreuzfahrt? Ich meine nicht das Wetter, sondern den Charakter der Veranstaltung.

Die Organisatoren haben ein gutes, sehr abwechslungsreiches Line-up zusammen gestellt. Ich finde es klasse, dass die NCL Norwegian Pearl fast komplett ausgebucht ist. Das Wetter war halt bescheiden, daher war unser Q&A (Questions and Answers) auch nicht so gut.

Wie oft seid ihr bisher vor dieser Cruise als Barracuda Triangle live aufgetreten?

Wir sind eine neue Gruppe. Live haben wir erst einmal gespielt. Und zwar in Berlin, Felix (Lehrmann) wünschte sich den Auftritt im „A-Tran“, unbedingt. Dies ist laut ihm der beste Jazz-Club der Stadt. Das Publikum war über unsere Musik ein wenig irritiert, da wir ja keinen Jazz spielen.

Jonas Reingold und Felix sind ebenfalls Mitglieder der „The Flower Kings“. War es für Euch drei schwierig, eine andere Art Musik miteinander zu spielen?

Nun ja, wir musizieren auf einem sehr hohen Level. Als Trio ist es schwieriger, allerdings hatten wir auch mehr Spaß.

Wie verkauft sich das Debüt-Album „Barracuda Triangle“?

Es ist heutzutage extrem hart CDs zu verkaufen. Wenn Leute die Musik nicht kennen, ist es sehr schwer sie zu überzeugen.

Wird es von Barracuda Triangle weitere Alben geben?

Ja! Wir haben hier auf dem Schiff drei Songs aus unserem aktuellen Album gespielt, der Rest sind neue Stücke gewesen. Anfang April 2016 geht es los. Wir werden das Album ganz ohne Overdubs einspielen.

Auf Deiner Homepage kann man in den Song „Meditative Improvisation“ reinhören. Ist es eine Option für dich, ein komplettes Werk mit meditativer, relaxter Musik herauszubringen?
„She Belongs To Another Tree“ ist solch ein Album und ist bereits digital veröffentlicht. Wenn wir touren, wollen wir es auch als Album dabeihaben. Noch ist allerdings keine Tour geplant. Ich bin 2016 seit 20 Jahren Solokünstler. Ich werde versuchen, auf Tour zu gehen.

Wird ein Lied wie ‚Sunday Hymn‘ – auch ein Anspiel-Song auf Deiner Homepage – ebenfalls veröffentlicht?

Das kann ich noch nicht genau sagen, bin mir aber ziemlich sicher, da dies ja genau die Art Musik ist, wie ich sie mag.

Warum ist bisher noch kein Nachfolger des brillianten „Eggs & Dogs“-Album erschienen?

Michael (Stolt) und JJ (Jocke JJ Marsh) hatten persönliche Probleme zu lösen. Jetzt haben sie im Moment andere Projekte. Aber das Projekt ist nicht dauerhaft auf Eis gelegt.

Was hat es mit dem „Crime Of The Century“-Projekt auf sich?

„Crime Of The Century“ ist ein Non-Profit-Projekt. Es ist schwer, Geld aufzutreiben. Vielleicht begeistern sich noch andere Musiker dafür. Wir sind auf jeden Fall dabei.

Zum nächsten Projekt. Was ist mit „Swedish Family Part Two“?

Die Musik ist im Prinzip fertig auf meinem Computer. Ich suche dafür allerdings noch einen „bulgarischen“ Klarinette- oder Akkordeonspieler.

Hast Du das Album von Anna Sise nur produziert oder auch Musik gespielt?

Ich spiele darauf sehr viele Keyboards. Sie hat schlicht und einfach vergessen, mich als Musiker aufzuführen. Sie hatte sehr viel Stress in der Zeit, so wird das wohl gekommen sein.

Auf Deinem Debüt-Album geht es auch um Deine Kinder. Sind sie jetzt, viele Jahre später, auch Musiker?

Nein. Miranda singt viel und mag Musik. Aber sie hat den Beruf einer Event-Managerin eingeschlagen. Samuel spielt gut Klavier und Gitarre, lernt aber Informatik.

Was ist mit The Flower Kings? Liegen die auf Eis?

Roine (Stolt) tourt demnächst mit Steve Hackett und wird dort den Bass spielen. Ja, im Moment sind die „FloKis“ auf Eis.

Du hast wirklich viele Projekte am Start. Was ist Dein nächstes?

Ich plane jede Menge Projekte. Im Moment interessiert mich der Ursprung der Religionen ungemein. Da wird etwas kommen.

Warum hast Du so viel Output – woher bekommst Du all Deine Ideen?

Ich sterbe eher, als dass ich nichts tue. Bei meiner Freundin durfte ich im Urlaub kein Instrument spielen. So fing ich an ein Buch zu schreiben…

Kannst Du Dich noch an „Die Röhre“ in Stuttgart erinnern? Dort fand das erste Konzert von The Flower Kings in Deutschland statt (woran BP.de-Autor Meurer nicht ganz unbeteiligt war). Das ist ganz schön lange her, nicht wahr?

Ich erinnere mich, dass ich ein Halswirbelproblem hatte. Hasse Bruniusson spielte auf einer Pizzaschachtel Percussion. Der Sound war Mist (im Original: „Shit“).
In der Tat war dies sogar das erste Konzert der „FloKis“ außerhalb von Schweden!

Wie war seitdem dein musikalisches Leben?

Alles passierte seit Stuttgart. Ich habe mich nachher intensiv mit Engineering beschäftigt und versuchte mich an Kompositionen. Frei nach dem Motto von Picasso: „ich brauchte ein ganzes Leben, um eine gerade Linie zu zeichnen“.

Du hast das erste „Moon Safari“ Album „Doorway To Summer“ produziert. Hast Du ihre Karriere verfolgt?

Ich finde toll, was Moon Safari macht. Ich verfolge ihren Weg und bin sehr gespannt, wie er sich entwickeln wird. Warte mal 2016 ab, da wird bestimmt was kommen. Nicht umsonst sind sie hier auf der „Cruise To the Edge“…

Tomas, vielen Dank für das Gespräch und noch viel Spaß bei der restlichen Zeit auf der NCL Norwegian Pearl!

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Foto Tomas Bodin von Klaus Bornemann

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Über den Autor

Klaus Bornemann

mit 12 Jahren wurde ich so langsam an die Art-Rock Beatmusik geführt (so hieß das damals, ehrlich). Im Radio gab es noch die legendäre "LP-Hitparade" auf "SWF3". Deep Purple, Emerson, Lake and Palmer und die Earth Band waren meine ersten Lieblingsgruppen. Später folgten Pink Floyd und Queen. Anfang des neuen Jahrtausends war klar, die Ära der intelligenten Rockmusik mit längeren Stücken ist vorbei. Aber weit gefehlt. Bei einem YES-Konzert bekam ich einen Empire/InsideOut-Sampler in die Hand. Dort waren unter anderem Spocks`s Beard und Flower-Kings Stücke drauf. Seitdem bin ich neu infiziert und freue mich über die Kreativität der "neuen" Bands.

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von Klaus Bornemann Artikel-Lesezeit: ca. 4 min
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