Vidunder – Oracles & Prophets

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vidunder_oracles_and_prophets_cover_bp(38:12, CD, Crusher/Cargo, 2015)
Mit ihrem selbstbetitlten 2013er Debüt ließen die jungen Schweden von Vidunder sowohl Presse als auch Musikfans aufhorchen und erhielten durchwegs positive Rückmeldungen darauf. Diese dürften sich zum aktuellen Release „Oracles & Prophets“ noch um ein Vielfaches steigern. Legte doch das Quartett, heute ansässig in der Heimatstadt der einstmaligen „Miss Schweden“ Anita Ekberg, hier nochmal einen ganzen Zacken zu.  Ihnen mehr „Reife“ attestieren zu wollen, klingt irgendwie ganz schön geschwollen. Trifft es aber wohl auch ganz gut. Sie sind gewachsen an ihrer eigenen Messlatte und den Erfahrungen der vergangenen beiden Jahre. Und sie sind unüberhörbar zu einer Einheit zusammengewachsen.

„Retro“ ist das Gebot der Stunde. Vom Anfang bis zum Ende ist der Einfluss der Spätsechziger und Frühsiebziger unüberhörbar, und dennoch schaffen sie mit ihrem Zweitling eine ganz eigenständige Sache, mit der sie es sogar fertigbringen Genreübergreifend sowohl eingefleischte Stonerrocker, als auch verschwurbelte Psychedeliker  und hartgesottene Bluesrocker zu begeistern.

Für letztgenannte dürfte vor allem das erste Drittel des Silberlings, unter anderem mit dem knackigen ‚Phoenix Cluster‘ interessant sein. Die Überleitung in psychedelische Gefilde gelingt mit dem Instrumentalstück ‚Kalhygge‘ ausgezeichnet. Vidunder schaffen es, in diese nur drei Minuten den den hypnotischen Zauber von Pink Floyd-Songs wie ‚Be Careful With That Axe Eugene‘ und die norwegische Melancholie von Green Carnations ‚Lullaby In Winter‘ zu packen. ‚The Owl‘ knüpft da an, wo zum Beispiel unsere belgischen Heroen Hypnos 69, ebenfalls stark in der Tradition der progressiven Frühphase der Siebziger verhaftet, aufgehört haben, zu existieren. Mit den trockenen Gitarren greift der Titeltrack ‚Oracles And Prophets‘ gar noch weiter zurück in die Sechziger.

Alle neun Songs schön authentisch in analogen Aufnahmen eingespielt, ist es zwar nicht nur , aber schon sehr beeindruckend, das Orgelspiel von Johannes Cronquist, das hier so ausgiebig den Retrosound von Vidunder prägt.
Bewertung: 12/15 Punkten (MO 12, KR 12)

PS: „O & P“ ist – natürlich – als CD und in Vinyl erhältlich, ‚Gone With Dawn‚ gibt es auch als auf 500 Exemplare limitierte 7″ Flexidisc mit ‚The Interpreter‘ auf der B-Seite.

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Über den Autor

Maria Ortner

Musik ist eine Sprache, in der man nicht lügen kann.

Hubert von Goisern

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Vidunder – Oracles & Prophets

von Maria Ortner Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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