(23:50; CD, Vinyl, Digital; Fuzzorama Records; 15.08.2025) Es ist doch schon wieder länger her, dass mir das seinerzeit kompakte "Unmointable Stairs" durch die Ohren lief. Eine starke Platte, aber der Kontakt brach danach ab. Die neue EP der Ösis mit sechs frischen Tracks hat aus meiner Sicht viele positive, gar hymnisch alternative Einflüsse. Ich fühle mich immer wieder mal in Sachen Gesang/Hooks und Melodik an die 90s-Shoegazer von Catherine Wheel erinnert. Rau und kompakt prägnante Songs, die sofort im Ohr hängen bleiben. Natürlich ist im Fundament der QOTSA-Einfluss noch lesbar, aber die Jungs haben sich da gut freigeschwommen - dies…
Autor: Rajko Baers
(46:37; CD, Digital,Vinyl; Fruits De Mer Records, 14.08.2025) Diese Platte schaut und greift viel tiefer als alles, was die Band vorher in die Pressung brachte. Mit schwierigen Krankheitsverläufen und Schicksalsschlägen konfrontiert, schaffen Colin Consterdine und Peter Bingham mit weiteren Musikern ein breit gespanntes Netz aus meditativen, jederzeit trippig orchestralen Partituren. Die Musik ist offen, locker luftig, findet in jedem Moment in die Tiefe und wurde zum Teil in Vietnam und Thailand aufgenommen. Der trippige Groove schließt Electronica, Ambient, Rock und jazzige Moves mit ein, ist in jeder Sekunde harmonisch, melodiös und dank der orchestralen Synths wirkt dieses Album weit ausholend…
(43:24; CD, Digital, Vinyl; Hibernation Release, 18.07.2025) Diese Amis zielen definitiv ohne Umschweife mit ihrem fiesen, extrem zähen Sludge Doom tief in die Magengrube. Also wenn Du beschwingt und gut drauf kommen willst, brauchst Du hier nicht mehr weiterzulesen. Stomach sind die meiste Zeit ultra slow, überziehen Dich mit Drone, Noise, industriellem Doom, alles trist und in lo-fi. Der Gesang ist Genre-konform finster, angepisst und Melodien in herkömmlichem Sinne wirst Du nicht finden können. Wenn Dir Sludge, extrem düster und nicht undergroundig genug sein kann, dann wirst Du mit Stomach die richtige Pille für Magenschmerzen bekommen erhalten. Extrem zähes Fleisch…
Weniger ist manchmal mehr...oder so ähnlich! Wiederholt führte es mich ins Strombad nach Cottbus zum chilligen Blue Moon Festival. Auch in 2025 lockte ein sehr buntes Programm/Line-up Metaller, Hipster, Freunde des Retro/Vintage Rock, jung und alt mit Lust auf Gitarren satt in die Open Air-Location. Die Wetter-Prognose ließ die Tage davor eigentlich nichts Gutes erwarten (es regnete in der Woche ja auch pausenlos) – aber wie so oft im Leben kommt es meist anders und in diesem speziellen Falle blieb der Wettergott gnädig an beiden meiner Anwesenheitstage bis in die Nacht. Für Essen/Getränke, Badespaß und anderweitige Unterhaltung (Mini-Kino) wurde erneut…
(45:23; Digital; Timeless Records/Eigenveröffentlichung, 25.04.2025) Mensch, was waren die Schweden seinerzeit in der Einflugschneise zwischen ruhigen The Gathering, Opeth, Anathema, aber auch Psych Rock (The Amazing), New Artrock Vertretern wie den genialen Schweden von Landberk oder Anekdoten eine weitere Glückspille in Sachen nordischer Prog. Somit war die Nachricht über ein neues Album schon nach all den Jahren ein Aha-Moment. Nach eben diesen vielen Jahren Auszeit erscheint die neue Rille eher ganz leise und fast unbemerkt auf dem Markt ohne größere Promotion – eigentlich etwas unterpräsentiert. Es soll nun trotzdem hier – wenn auch verspätet – besprochen werden und nimmt man…
(41:29; Vinyl, CD, Digital; Pelagic Records, 01.08.2025) "Blodsträngen" in der Doppelbetreuung Teil 1: Rajko Baers Blessings aus Göteborg mit ihrer dritten Rille, und diese Platte ist ein kleines fieses Monster. Den Vorgänger „Biskopskniven" kenne ich nicht, ging also völlig unbedarft an die Sache. Zuerst einmal Kompliment für einen mächtigen, extrem dynamischen Sound. Gerade die ausladenden Drums, das sphärische Gitarrenspiel und die ständige Unruhe, der permanente Moment vor dem Knall sind ein absolut geiles Stilmittel, um Dich sekündlich im Puls der Platte zu halten. Mit dem urbanen, unterschwellig verzweifelten Opener 'Raised On Graves' zieht man nach und nach die Daumenschraube an,…
(25:35; Digital, Vinyl; Federal Prisoner, 25.07.2025) Back in the early Nineties oder so ähnlich. Ja, auch ich hatte Phasen, wo mich Ministry, Godflesh, Nine Inch Nails und Skrew so richtig derb mit ihren apokalyptischen Grooves begeisterten, dieser seinerzeit angesagte Move zwischen Metal und Industrial sehr angesagt war und sogar hoch frequent über die damals populären Musik-TV-Kanäle wie MTV ihre Rotation erlebten. Dies ist lange her, der große Hype blieb im Industrial Metal aus, Nine Inch Nails wurden irgendwann ihre eigene Liga im alternativen Metier und Ministry waren – so sind wir mal ehrlich – nie wieder so auf den Punkt…
(51:22; Digital, Eigenveröffentlichung; 30.06.2025) Das Debüt hatte seinerzeit im Jahre 2021 bereits einiges an Charme, fand sich in der angesagten Mitte zwischen Shoe-und Blackgaze wieder und hatte mit Sängerin Alva einfach einen, wenn nicht den Trumpf in der Tasche. Wunderschöne, latent schiefe Heavenly Voices, und das ist als Kompliment gemeint, fanden sich auf wundersame Weise perfekt zum driftenden Wohlfühl-Metal a la Alcest auf dem Gabentisch ein und mundeten vortrefflich. "II" macht da einfach weiter und die langen, schön vor sich mäandernden Songs haben mit ihren verwaschenen, stets aber konkreten Melodien einen direkten Zugriff auf die Emotionen und werden für Freunde…
(62:15; CD, Digital, Vinyl; Road To Masochist; 18.07.2025) Freunde von früheren Deafheaven und Artverwandten könnten mit den Briten und ihrer zweiten Rille eine stimmige Ergänzung für den heimischen Plattenschrank finden. Epische Songlängen, Vocals zwischen zart/fragil, Kreischen und Growls, langsame bis stürmische Parts zeigen ein Fundament auf, dem mit starken kontrastreichen Songs auch Inhalt und Tiefe einhergehen. Produziert vom Genre-erfahrenen Joe Clayton (Dawnwalker, Ithaca) treibt man auf stürmischen Wellen durch raue und zurückhaltende Abschnitte, reizt die Dynamikgrenze permanent aus und der Hörer bleibt somit die ganze Zeit im Spannungsfeld aufmerksam und involviert. 'Mother's Concrete Womb' fächert als Opener mit knapp dreizehn…
(65:41; CD, Digital, Vinyl; Pelagic Records; 25.07.2025) "Blodsträngen" in der Doppelbetreuung Teil 1: Rajko Baers Die Belgier sind längst eine Bank/Hausnummer in Sachen düsterer Postrock/Metal mit Bezügen zum modernen Black Metal und Sludge. Also finster geht's irgendwie meist zu, apokalyptisch und sehr atmosphärisch. Die oft massiven, schwerfälligen Doom-Anleihen sind Trademark und finden auch auf “The Radiant Veil" mit wieder mal ordentlicher Spielzeit von über einer Stunde ihren gewohnten Auslauf. Die Vorgänger haben ja einiges an Ödnis, Dunkelheit, Brachialität, Kälte und Weite heraufbeschworen, geht man mit „The Radiant Veil" andere Wege? Ich denke, so viel vorweg, auch hier sind es die…
(39:24; Digital; Eigenveröffentlichung, 27.06.2025) Der kongeniale Vorgänger "The Curvature Of Sound" war eines meiner Jahresalben in 2024 – wieso die Rezension dazu ausblieb, wissen wohl nur die Götter. Mit "Music For 6 Musicians" machen die Jungs aus San Francisco genau da weiter, wo der Vorgänger mit einem Wust an Wall of Sound und traumähnlicher Melancholie für Begeisterung und Nachhall sorgte. Echodrone spielen eine opulente Variante des Cinematic Rock/Pop, integrieren Sound-Fragmente aus Shoegaze, Electronica, New Artrock, Ambient und Postrock auf hypnotisch-fließende Weise zu einem großen, intensiven Trip zusammen, der ähnlich eines Projektes wie Hammock im positiven Sinne eine unendliche Menge an…
(46:45; CD, Digital, Vinyl; Apollon Records, 04.07.2025) Hinter Whispers Of Granite stecken keine Geringeren als Andreas Hack (Frequency Drift) und Trude Eidtang (White Willow), die uns mit "Liquid Stone" ein feines Stück melancholischen Progressive Rock schenken, der ohne viel Mühe – so viel sei verraten – Freunde der jüngeren Anathema, Gazpacho oder Dim Gray mit seinen einnehmenden Melodien um den Finger wickeln wird. Die Kompositionen sind auf vielfältige Weise eingängig, abwechslungsreich, atmosphärisch, tiefgründig und auch hier und da mit sanften experimentellen Gimmicks versehen. Da ich die verzückende, emotionale Stimme der Norwegerin bei den Proggies von White Willow schon vor Jahren…
(67:10; CD, Digital, Vinyl; Eigenveröffentlichung, 18.07.2025) Mit dem kongenialen und überlangen Vorgänger "Waltz Of The Weekend" hatten mich die Waliser im Handumdrehen so richtig im Sack. Was die Jungs da kreativ durchblicken ließen – vor allem mit einer swingenden Leichtigkeit – war in Sachen Psych/Retro-Sounds definitiv ein hochwertiges Kleinod. Höre ich die Band, ist es wie die falschen sauren Gummibären zu essen – man kann nicht aufhören, will tatsächlich immer mehr davon. Die klebrig, harmonisch angelegten Harmony-Gesänge, sämtliche Gitarren/Piano-Arrangements sind erneut detailfreudig ausgearbeitet, atmen schwer die Spät-Sixties und lassen ganz viel Pop im hauseigenen Universum einfließen. Das erst flotte, dann…
(44:01; Digital, Hammock Music, 11.07.2025) Neu angekündigte Alben der beiden Amerikaner lösen bei mir immer einen kurzen, aber besonders glücklichen Widerhall aus, gibt es aus meiner subjektiven Sicht in all den Jahren keinen qualitativ schwachen Release. Hammock können nicht anders als tiefgreifend, filmisch, wehmütig und melancholisch aufgeladen. Was bei jeder neuen Veröffentlichung überhaupt die jeweils aufkommende Frage immer ist, bekommt man ein eher songorientiertes Shoegaze/Postrock-Album oder drückt sich die Band mit filmisch, vokalfreiem Ambient aus. Mit "Nevertheless" gibt es nach den zuletzt eher poppigen Alben ein klassisches Ambient-Release, welches natürlich mit den so lieben gelernten Trademarks trotzdem aufwarten kann. Die…
(52:44; CD, Digital, Vinyl; Argonauta Records, 27.06.2025) Freunde des Elektrohasch-Label (Colourhaze, The Machine und Co.) werden mit diesem entspannt psychedelischen Sound schnell auf Du und Du sein. Ein kurzes indianisches Intro und schon bist Du drin im warm, trippig pulsierenden Groove der Italiener, der - mit wenigen Ausnahmen - ein meist eher zurückgelehntes, langsam waberndes Flimmern ist. Anstatt zu rocken, ist man fokussiert auf lässige Moves, richtig fein ausgearbeitete Jams, bei denen die psychedelischen Klangfarben in der Gitarren-Fraktion richtig gut Auslauf bekommen und den man ausgiebig nutzt für fuzzig wabernde Soli. Alles instrumental gehalten, angenehm organisch produziert, fällt der Jam-Charakter…
(63:59; CD, Digital, Vinyl; Argonauta Records, 27.06.2025) Die innere Dunkelheit, spiritueller Verfall, kosmisches Chaos und der Zorn der alten Götter wird über dich kommen, wenn du zu tief in „In The Glow.." hineinschaust. Die Amis fordern den Hörer definitiv mit ihrer zehnten Studio-Rille und ich behaupte, hier muss man auch als Freund der musikalischen Nischen einige schräge Abfahrten einplanen, die nicht so nebenbei konsumierbar sind. Teilweise Längen bis zu einer Viertelstunde, permanente Takt-und Stimmungswechsel, Female/Male Vocals im fliegenden Wechsel und eine minütliche Achterbahnfahrt durch sämtliche Genres, sei es Doom, Death Metal, Post/Athmo-Rock, Ambient, Drone oder einige melodiöse Schräglagen. Mit Sängerin…
(49:05; CD, Digital, Vinyl; Apollon Records, 06.06.2025) Ich kannte den Norweger bisher überhaupt nicht. Die Melange aus meist nordisch angehauchtem Folk, Singer/Songwriter, Pop, Indie und etwas progressiven Anwandlungen macht das melodische, oft instrumentale Konzept-Album „Trollringen" zu einem feinen sensiblen Gitarren-Album, dem der poetische filigrane Touch so manch früher Artrock-Alben aus den Seventies positiv anhaftet. „Trollringen“ selbst bezieht sich auf Geschichten aus dem frühen 19.Jahrhundert, inspiriert von den düsteren Novellen von Sigurd Hoel. Mit den Vorgängern und Zusammenarbeiten mit u.a Marco Minnemann (Steven Wilson) oder Tony Franklin (Kate Bush) hat der Norweger bereits einiges auf der musikalischen Haben-Seite. Mit 'Proloque' startet…
(44:40; CD, Vinyl, Digital; Relapse Records, 11.07.2025) Ein bisschen voreingenommen bin ich zugegebenermaßen. Die letzten Releases von Midwife waren einfach genau mein Ding, verhuscht atmosphärisch und melancholisch verträumt, mit dieser Art zerbrechlichen, nebulösen Female Vocals, die man als Freund der eher dunklen Nischen sofort ins Herz schließen durfte. Die Kollaboration mit Matt Jencik (u.a. Implodes und Don Caballero) setzt zum Glück in Sachen Sounds und Arrangements auf die Stärken von Madeline Johnston, soll heißen, man spaziert durch Slo Mo Partituren, driftet mit in Watte getauchten Vocals und Sounds behutsam durch die Synapsen des Hörers. Alles bleibt verwaschen, sphärisch, immer etwas…
(50:05; CD, Digital, Vinyl; RippleMusic, 11.07.2025) Ein Konzeptalbum, welches von Ate (griechische Göttin des Unheils) durchzogen ist, die Wahn, Angst und Sorgen in die Köpfe der Sterblichen bringt. Man folgt mit jedem Track dem Alchemisten, während er die Dämonen schmiedet, die auf die Menschheit losgelassen werden. So viel erstmal zum inhaltlichen Überbau.. Das Debüt der Berliner "Mind Conductor" aus dem Jahr 2021 wurde auf der populären Online-Seite The Sleeping Shaman zum Jahresalbum gekürt, was den Zugang zur neuen Rille spannend gestaltet und Sheev werden Freunden des modernen Stoner/Progressive-Metal mit New Artrock und düster atmosphärischer Akzentuierung definitiv viel Freude machen. Ein…
(44:05; CD, Digital, Vinyl; Eigenveröffentlichung, 11.07.2025) Der Albumtitel ist inspiriert von einem Leonard Cohen Song, die Platte selbst hat viel mit der Alkoholsucht des Sängers Grant Netzorg zu tun und diente wie so oft als Therapeutikum gegen die ständige Bedrohung von Abstürzen. Etwas Licht sollte und muss es immer geben, sonst ist man verloren und die neue, fünfte Rille der Band aus Denver ist mit vielen Gimmicks bemüht, ihren eher sumpfig rauen Sludge Doom aufzupeppen. Dazu dienen immer wieder kleine psychedelische Anflüge, noch mehr integriert man feinste Americana/Folk Fragmente in die oder zwischen den schleppend düsteren Songs. Das hat jederzeit…