Dark Atmospheric Post Rock
(44:50; Vinyl, CD, Digital; Argonauta Records; 02.10.2026)
Als die Post-Rocker-Ösis sich zu ihrer 2017er Rille den Dominik Dörfler am Gesang hinzuzogen, konnte man schon von einem musikalischen Break-up sprechen. Diese Platte hat mich seinerzeit durch viele seltsame emotionale Kurven begleitet, zugegebenermaßen.
Die dunklen, oft rauen/emotionalen Vocals, die mich mehr als einmal positiv an End Of Green und auch die vergessenen schwedischen Goth-Rock-Helden von Bay Laurel erinnern, berührten seinerzeit beim ersten Take, und ich freue mich, nach fast zehn Jahren wieder endlich etwas Neues auf die Ohren zu bekommen. Kompakt, mit einem Fuß im Radio-Format/Mainstream, schreibt die Band eine Hymne nach der anderen.
Der Schmerz ist offenkundig nicht wirklich gewichen, die berührende Melancholie, gar Tragik, Wehmut mancher Tracks zieht so unnachahmlich in die Tiefe, natürlich auch in die eigene Traurigkeit. Das Leben, die brüchig gewordenen Kommunikationen, die vielen komplexen Zwischentöne menschlicher Beziehungen finden sich im ausufernden, stets hymnischen Dark Rock zwischen Post Metal/Rock und vielen alternativen Einflüssen aus Wave, Goth und Pop wieder. 'June' steigt mit massivem Shoegaze ein – nah an den Italienern von Klimt 1918 – während das instrumentale 'Where I Belong' mit Kinderstimme, sehnsüchtiger Melodik und viel zu kurzer Spielzeit berührt.
Dörfler hat einfach eine emotionale, intensive Nuance in der Stimme, die perfekt zu den episch-ausladenden Kompositionen passt. Die Band ist sich keine Sekunde zu schade für Romantik, Verletzlichkeit und vorsichtigen Pomp/Kitsch, zeichnet und transportiert diesen gerne in schattig-sinistren, aber auch opulenten Arrangements.
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Kleine und große Geschichten, cineastisch, voller bildhafter Berührungspunkte, holen mich erneut sofort ins Boot und ich schwelge unheimlich gerne mit diesen dramatischen Melodien durch die eigenen Befindlichkeiten. 'Wherever You Are', 'Diamond Eyes' und 'The Men You Wanted Me To Be' haben die volle Seite an Melodramatik, bei der am Ende der Hörer entscheiden darf, ob's tatsächlich zu viel des Guten ist.
Ich kann dem orchestralen Pathos, der betonten Ernsthaftigkeit komplett folgen, und die Geschichte liest sich von der ersten Sekunde bis zum wunderschönen, tristen, stillen Ende in 'The Exit Sound Blues' ohne echte Hänger, funktioniert stattdessen auf hohem Niveau, und die Mischung aus epischen Post-Rock-Arrangements mit dieser düsteren Wave-Komponente gibt den Österreichern eine doch sehr individuelle Note.
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Man schafft berührende Crescendi zuhauf, zerrt immer mit voller Kraft an den persönlichen Schmerzpunkten – Pomp, dichte Gitarren-Wände, ein vorsichtiger Metal-Einfluss und viele sanfte Piano-Fragmente finden auch auf "The Origin Of Everything" in mannigfaltiger Hinsicht die richtigen Schnittstellen, um dem Hörer über die gesamte Länge ein ausgiebiges, abwechslungsreiches Melancholie-Bad zu versprechen.
Bewertung: 13/15 Punkten
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Besetzung:
• Sebastian Obermeir: guitars, synthesizers, piano
• Markus Rappold: drums
• Dominik Dörfler: vocals, piano
• Jakob Schuierer: bass
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Grand Sounds Promotion zur Verfügung gestellt.



