Autor: Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

8.0
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(42:13, CDr, Digital, Sound In Silence, 2022) Crawford Blair aka Nowherians treibt sich auch auf seinem neuen Album in den mit wenig Sonnenschein bedachten Refugien des Dark Ambient und der Neo Klassik herum. Der zweite Genre-Aspekt ist dem Umstand geschuldet, dass Blair hier mit Elise Bjarnadóttir, Olrun Bjanradóttir und Matthieu Reifler ein String-Trio vorhält, das seine Soundscapes aus Synths und Field Recordings deutlich aufwerten und ihnen etwas Erhabenes, weil mystisch Verklärtes bescheren. That Is Not An Acceptable Lullaby by Nowherians Trotzdem bleiben die im wahrsten Wortsinn als Stillleben zu bezeichnenden Tunes vergleichsweise entspannt und fast schon chillig, wenn sich denn…

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9.0
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(16:48, CD-R, Digital, Sound In Silence, 2022) Denn nur dort, wo ‚Instrumentals‘ draufsteht, sind auch ‚Instrumentals‘ drin. Logout, seines Zeichens derzeitig Alleinunterhalter (aber ex-The Place Within), beschenkt uns mit seinem jüngsten Release mit einem Mini-Album, das sieben ausgesprochen erfrischende Kleinode enthält. Die basieren allesamt auf akustischer Gitarre basieren und daherkommen, wie der oft zitierte sanfte Frühlingregen. Violinistin Kalliopi Mitropoulou sorgt für die flächigen, sentimentalen Backgrounds, was das gesamte Erscheinungsbild dezent in Richtung Folk ’n Post-Pop verschiebt. Instrumentals by Logout Mit sphärisch-verschrobenen Vocals (textfrei gesungen, gesummt und ge-la-lat wird hier allerdings schon regelmäßig, d. Schlussred.) könnte man sich diese Stillleben gut…

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7.0
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(50:45, CD, Vinyl, Digital, Tonzonen Records/Soulfood, 2022) Eigentlich ist diese "Einführung" schon das siebte Album der Kollaboration für künstlerisch hochwertige Schrägheiten. Womit schon eine Menge gesagt ist über SVIN und deren Eigenarten. Oder auch nicht. Da man diesem Projekt ob seiner obsessiven Gelüste nach dem ganz speziellen Sound eben bisher noch nicht (ganz) habhaft werden konnte. So ist „Introducing SVIN“ alles das, was SVIN war, was SVIN ist und was SVIN sein wird. Ambiente Breitwandflächen, die bei ‚Deadwight‘ schon mal zehn Minuten andauern stehen hier nicht im Gegensatz, sondern im Einklang mit von allen Zwängen losgelöstem Jazz Rock (‚Obelisk‘) oder…

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10.0
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(45:50, CD, Vinyl, Download, Ripple Music/Fuzzorama, 2022) Mit ihrem immerhin schon vierten Album zeigen uns die Westcoast-Sludger, dass es tatsächlich noch eine Spur dunkler, heavier und kompromissloser geht. „From The Fathomless Deep“ ist eine Ausgeburt aus den Dungeons des Sludge- und Doom-Metals, geschmiedet in den Feuern des Schicksalsberges. Die Riffgewalten sind barbarisch, womit man schon von Anbeginn, nämlich der unbarmherzigen Dampfwalze ‚Crown – The Immeasureable Void‘ verkündet, dass man nicht gewillt ist, irgendwelche Gefangenen zu machen. Ebenso gnadenlos gibt sich Sänger und Bassist/Cellist Menno Verbaten, der gemerkt zu haben scheint, dass der, der schwächelt, verliert. From the Fathomless Deep by…

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11.0
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(50:47, CD, Vinyl, Digital, Tonzonen Records/Soulfood, 2022) Ein ganzes halbes Jahr später trabt das Kamel beziehungsweise die Karawane weiterhin durch die Wüste. Derweil man nicht weiß, ob wieder oder immer noch, erklimmt man Dünenberge, die nicht irdischen Ursprungs sein können. Somit haben sich Grombira im Vergleich zum Vorgänger „Desert Warp“ räumlich und vor allem stilistisch fortbewegt. Also nehmen wir wieder einen großen Zug aus der Shisha (man möchte gar nicht so genau wissen, welchen Inhaltsstoffen wir dieses Mal ausgesetzt sind). Und starten zu einem groß angelegten Trip durch die „Lunar Dunes“. Der mit ‚Saraswati Supercluster‘ dann auch wieder ganz entspannt…

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11.0
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(27:09, CD, Vinyl, Digital, Pelagic Records/Soulfood, 2022) Ein kluger Kopf, nämlich Simon Reynolds vom WIRE, sagte anno dazumal, „Post-Rock bedeutet, Rock-Instrumentarium für Nicht-Rock-Zwecke und Gitarren als Vermittler von Klangfarben und Texturen zu verwenden, anstatt von Riffs und Power-Chords.“ So sprach Reynolds tatsächlich schon 1994, also vor knapp dreißig Jahren. Was uns auf der Stelle zu Hiroe bringt, dem Fünfer aus Philadelphia, der mit „Wrought“ nun seine Debüt-EP an den Start bringt. Mit gleich drei (!) Gitarristen wird diese Schlussfolgerung eindrucksvoll bestätigt, wobei die Tracks (vier an der Zahl, plus einem kleinformatigen Opener) in sprudelnden Geysiren aus Harmonien und Melodien ausarten.…

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10.5
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(46:38, CD, Vinyl, Download, Ripple Music, 2022) „Electric Talons Of The Thunderhawk“, „Volume Rock“ oder auch „Old Gods“ - Valley Of The Sun wussten stets, das zu Erwartende in ordentliche Themen zu packen. Dazu ein Sound, der mit Volldampf und dementsprechender Lautstärke in Richtung Desert Rock rauscht, und fertig ist ein Garant für eine ordentliche Dröhnung in Sachen Stoner Rock. Seit über zehn Jahren schon. Mit doppelt besetzter Gitarre und mächtig rumpelnder Rhythmusfraktion erspielte man sich in dieser Zeit lässig einen Sonderstatus in diesem Metier. Der mit „The Chariot“, dem neuen Kraftpaket der Appalachia-Four, sicherlich noch einmal aufgewertet wird. The…

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9.0
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(40:11, CD, Vinyl, Digital, Kapitän Platte/Cargo, 2022) Sollte ich jemals in die Versuchung kommen, einigermaßen gut Klavier spielen zu lernen, ist das erste, was ich dann in die Wege leite, definitiv ein Soloalbum. Versprochen! Bei gefühlt einem Drittel des beim Autoren derzeit eingehenden Promo-Inputs handelt es sich nämlich um Klavierplatten. Nicht, dass das schlecht wäre, ich liebe das Wohltemperierte. Und mit KünstlerInnen wie Poppy Ackroyd, Federico Albanese oder Martin Kohlstedt sind wahrhafte MeisterInnen in diesem, ihrem Metier zugange. La Reine Seule - Visages (We Stood Like Kings) by La Reine Seule Aber es ist die Fülle der Veröffentlichungen, die einen…

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8.8
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(49:55, CD, Vinyl, Digital, Pelagic Records/Soulfood, 2022) Der mysteriöse Mr. Peter Hayden (PH) ist wiedererwacht. Als Enphin zelebriert er den „End Cut“ in Sachen Elektro’n Wave Rock. Zum sechsten Mal gibt uns der finnische Vierer eine Vorstellung davon, wie die Hölle klingen könnte. Im Endeffekt bedeutet das, dass „End Cut“ so richtig böse und fies daherkommt. Im Schlepptau von 80s/90’s Kult-Acts wie Skinny Puppy oder Ministry posiert man vorzugsweise in Electronic Body Music (jedoch ohne Beats) sowie Industrial Metal (ohne Gitarren) und gibt sich auch sonst abweisend und unnahbar. End Cut by ENPHIN Die Tracks geraten so zu einem einzigen…

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10.0
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(43:44, CD, Vinyl, Digital, Denovali Records, 2022) Gehaltvolle Musik für einen gehaltvollen Film. Gary Marlowe steuerte den Soundtrack zu Marten Persiels Zukunftsdystopie „Everything Will Change“ bei, der das Artensterben durch Umweltverschmutzung, Bevölkerungsexplosion und den menschengemachten Klimawandel zum Thema hat, bei. Ähnlich düster und dystopisch gerieten auch die Soundcapes Marlowes, die, wie seine zuvorigen Produktionen („Tatort“ etc.) in von Elektronik und Ambient geprägten Bereichen angesiedelt sind. Dass die Musik auch ohne visuellen Input funktioniert, zeigt der Umstand, dass der O.S.T. jetzt über das kultige Denovali-Label veröffentlicht wurde. Aber es sind auch die Kompositionen selbst, die bezüglich ihres vor allem Vintage-geprägtem Instrumentariums…

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(48:27, CD, LP, Digital, Art As Catharsis, 2022) Da kommt etwas auf uns zu! Meistens ist es ja so, dass bei irgendwelchen abstrakten Movies oder gar in Horrorfilmen, die in Irrenanstalten spielen, im Hintergrund, gerne über einen Uraltplattenspieler, abstrakte oder Horrormucke läuft. Just so wie in solchen Szenen fühlt man sich, wenn man sich dem Debüt vom High Castle Teleorkestra aussetzt. Wie jener Insasse in einer Irrenanstalt, der den ganzen Tag dieser Musik ausgesetzt ist, die nicht unbedingt zur Verbesserung seines Geisteszustands beiträgt. Weil „The Egg That Never Opened“, das einen Roman vom genialen Phillip K. Dick im Untertitel trägt,…

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11.0
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(36:18, CD, Digital, Epictronic, 2021/2022) Der sanfte Anfang, der wie ein Frühlingsregen in Moll wirkt, lässt tatsächlich Parallelen zum letzten Oeuvre solcher postrockigen Großkaliber wie Mogwai zu. Auf ihrem Debüt-Album ergeht sich das Quartett aus Paris in gefühlsduseligem Wohlklang, wobei hin und wieder gewisse wohltuende Härten zur Schau gestellt werden. Man lässt sich Zeit mit den auf dem Album enthaltenen fünf Tracks, „Autómata“ wirkt lässig und behäbig wie eine Fahrt mit einer Corvette aus den Fünfzigern (Du meinst die Geräte mit 195 PS? D. Schlussred.), bei der sich die Landschaften und auch das Wetter ständig ändern. Autómata by Autómata Vom…

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10.5
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(44:24, CD, Vinyl, Digital, Tonzonen Records/Soulfood, 2022) Die Wüste – unendliche Weiten… Frei nach Aitmatows Textzeile aus dem Jahrhundertroman „Der Tag zieht den Jahrhundertweg“ – ‚…und das Kamel stapfte durch die Wüste‘ durchqueren Grombira eben diese. Wobei hier dann selbstverständlich der Weg auch das Ziel ist. Habib L1, Fredh al Fezer, Ahmed la Fünk und Sheyk rAleph sind die Reisenden aus dem Morgenland, die uns an dieser Stelle nicht mit Weihrauch und Myrrhe beschenken, wohl aber mit einer Karawane voller Melodien und Sounds. Desert Warp by Grombira - Oriental Space Rock „Recorded live inside the sacred caboose between July and…

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12.0
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(49:37, CD, Vinyl, Digital, Pelagic Records/Soulfood, 2022) Schon immer hing bei dem Trio aus Iowa etwas Geheimnisvolles/Mystisches in der Luft. Werktitel wie „The Sound Of Meditation“, „Pray For Water“ oder „Spirit Compass“ bewiesen, dass man sich auch mit tonnenschweren Riffs auf dem Pfad der Erleuchtung fortbewegen kann. Nun schlagen die Druiden also mit einem neuen Album zu. Und das direkt aus dem Schatten heraus. „Shadow Work“ ist ein Werk voller transzendenter metallischer Grooves, zu denen schonmal die psychoaktiven Substanzen ausgepackt werden dürfen. ‚Aether‘ ist erst einmal ein sphärischer Mantra mit grummelnden Gesängen und unterschwelligem Bass, welcher das Tor öffnet in…

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11.0
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(71:06, CD, Vinyl, Digital, Rebel Up! Records, 2022) Power Ensemble! Der Name ist hier Programm. Aus dem ehemaligen Einmannprojekt von Niklas Mündemann ist jetzt nämlich ein neunköpfiges Ensemble geworden, welches sich mittels diverser Gastmusiker (darunter Koryphäen wie Ade Bantu, Gitarrist Juresse Amie Tiete Ndombasi und Saskia Marleen-Dahms an der Posaune) zur Big Band modifiziert. Hier taucht man ein in die Klang- und Rhythmuswelten Afrikas und Südamerikas, was aus „Little Child“, dem zweiten Album von Muito Kaballa, ein wahrhaftes Spektakel macht. ‚Inside Outside‘ verknüpft erst einmal energetischen Afro Beat (inklusive Brass- und Percussion-Section) mit brennenden Themen wie Grenzregimes und Flüchtlingspolitik. ‚Dansez!…

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11.0
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(53:43, Vinyl, Digital, Weltgast/Indigo, 2022) „Die Lüge schreit, ich bin die Wahrheit, doch es ist Tourette – Internet“. Und schon sind für mittendrin im Metaphern-reichen Diskurs des neuen Werks von Friedrich Greiling alias Mittekill. ‚Die Leute aus dem Internet‘ sind eben keine sympathischen Gesellen, sondern trollen böse herum und trollen sich dann. Zwischen Easy Listening, Lo-Fi und Chanson treibt der „Phantom Club sein berechtigtes Unwesen, obwohl ab und zu die Gitarren The-B-52s-like waven und auch der Text-Stachel ausgefahren wird. Da gibt es ein zünftiges ‚Fuck Of And Die‘ (‚FOAD‘) um die Ohren oder der eigenen Mutter wird im ‚Dohlengarten‘ ein…

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10.0
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(43:34, CD, Vinyl, Digital, Denovali Records, 2022) Orson Hentschel goes Multimedia! Weil „Heavy Light“ eben nicht nur aus der auf seinem vierten Album enthaltenen Soundscapes besteht, sondern darüber hinaus aus einer Live-Performance mit dazugehöriger 3-Kanal-Filminstallation. Da drängt sich wieder die Frage nach einem Gesamtkunstwerk auf, womit der Titel auf ‚heavy‘ bezogen, schon ganz stimmig ist. Zuerst ist da aber die Musik, die auf dem Album für sich alleinsteht. Hier verliert sich der Musiker wieder in nebelhaften Sounds aus Electronica (‚Antenna Window‘), Nu-Jazz (‚Stream Flash‘) und schleifenden Industrial a la Seefeel (‚Heavy Light‘). Alles wirkt hier merkwürdig rauh, beinahe unfertig. Und…

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12.0
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(39:45, Vinyl, Digital, Dunk Records, 2022) Es gibt Bands, die nehmen einen schon ab den ersten Tönen, dem ersten Atemholen mit auf eine Reise. Und ehe man es sich versieht, ist man schon mittendrin in den Urgewalten aus Riffs und Sounds. Passiert ist das so auch bei den belgischen Post Rockern von Astodan, die schon zwei Alben lang auf ihre Art zauberten und verzauberten. Und das breitwandig mit gleich drei Gitarren! Mit „Évora“, dem dritten Longplayer wartet man indes mit einer Neuerung auf. Mit Bart Van Der Elst präsentiert der bisherige Fünfer nun einen Sänger, modifiziert sich so gleich eimal…

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11.0
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(43:44, CD, Vinyl, Digital, Denovali Records, 2022) Ganze sieben Jahre nach seinem letzten regulären Album „Nomad Frequencies“ veröffentlicht John Lemke mit „Thawlines“ sein, nach eigenen Angaben, persönlichstes Album. Inspiriert hierzu hat ihn eine Reise nach Finnland, auf der er 2011 mit der Einsamkeit und Grenzenlosigkeit eisiger Landschaften konfrontiert wurde. „Thawlines“ ist als solches zwar nicht unbedingt als eisig und einsam zu charakterisieren, aber die neuen Tracks des in Glasgow lebenden Musikers aus Berlin kann man schon als seine bisher melancholischsten betrachten. Wie die Scores zu einem skandinavischen Wintertraum schmiegen sich Stillleben wie ‚Overture (The Future Past)‘ (das mit sechs Minuten…

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9.0
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(23:26, CD, Vinyl, Dogspeed! Records (Eigenveröffentlichung)/Brokensilence, 2022) Da klingt schon ein wenig Nirvana hindurch, beim ersten Aufblitzen des Riffs im Opener ‚Rabies‘. Vom Härtegrad passt das, was Dog Dimension hier zünden, dann auch. So ungefähr. Bis Sängerin (und Bassistin!) Josefine Lukschy in die Szenerie grätscht und mit einem Schlag alles zunichtemacht. Nix mehr mit Männerdomäne Alternative’n Posthardcore. Während es von der Power her schon dezente Querverweise gibt (neben erwähnten Nirvana wären das hier Sympathen wie Fugazi, Helmet oder Tad, obwohl dann wohl mit Macht die Anfangsneunziger herausgeschüttelt werden) gibt Josefine im wahrsten Sinne des Wortes den Ton an und zeigt…

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