
Melodic Noise Rock • Indie Rock • Alternative Rock • Shoegaze • Post Rock
(38,54; Vinyl, Digital; DevilDuck Records/Indigo; 28.08.2026)
Die Zukunft ist tot. Zumindest klingt es auf "Memories Of The Future" so, als hätte sie längst den Schlüssel abgegeben und wäre ausgezogen. The Fourth Wall beschäftigen sich mit Utopien, Dystopien, Erinnerung und der Frage, warum eine lebenswerte Zukunft immer schwerer vorstellbar wird. Klingt nach einer Platte, für die man besser einen Soziologie-Bachelor bereithält. Muss man aber nicht.
Musikalisch bewegt sich das Quintett zwischen melodischem Noise Rock, Shoegaze, Post Rock und kantigen Synths. Gerade in den weitläufigen, langsam anschwellenden Passagen von 'City Lights Receding', 'Entropy' oder 'Future Memory' kommen Erinnerungen an The Besnard Lakes auf: verhallte Gitarren, kosmische Weite, melancholische Schwebezustände. Nur sind The Fourth Wall nervöser, rauer und weniger psychedelisch. Bei 'Entropy' blitzt zudem die melancholische Alternative-Rock-Seite von The Fire Theft durch, während die großen emotionalen Steigerungen des Albums entfernt an Arcade Fire erinnern.
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'City Lights Receding' und 'Kármán Line' gehören zu den stärkeren Momenten und zeigen, dass The Fourth Wall durchaus zwingende Songs schreiben können.
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Dazwischen wird allerdings viel aufgebaut, gedehnt und atmosphärisch aufgeladen, ohne dass daraus immer ein entsprechend starker Song entsteht. 'For No One's Eyes' treibt dieses Prinzip mit seiner repetitiven Anlage sogar ziemlich weit.
The Fourth Wall können große, schwebende Klangräume bauen – nur fehlt ihnen häufig der melodische Sog, der daraus mehr als eine hübsche Kulisse macht. Ein ambitioniertes Konzeptalbum mit einigen guten Ideen und starken Einzelmomenten, das sich über weite Strecken aber zu sehr auf seine Atmosphäre verlässt.
Bewertung: 9/15 Punkten

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Besetzung:
• Stephen Agustin - Gesang, Gitarre, Piano, Synthesizer, Programming
• Kasey Campbell-Shun - Gitarre, Baritongitarre, Gesang
• Kendall Sallay - Synthesizer, Gesang
• Jason Taylor - Bass
• Andrew White - Schlagzeug, Percussion
Gastmusiker:
• Brandon Warren - Percussion
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotion zur Verfügung gestellt.

