
Progressive Metal • Folk Metal • Atmospheric Metal • Extreme Metal
(39:56; Vinyl, CD, MC, Digital; Vesperian/Metal Blade Records, 11.09.2026)
Dreadnought haben schon immer ihr eigenes Rezept aus Progressive Metal, Folk, Extreme Metal, Psychedelia und Doom verfolgt. Auf "Wars Of Spirit // Wards Of Light" wird dieses Rezept allerdings an zwei entscheidenden Stellen verändert.
Zum einen hat sich das Vokalensemble verändert. Lauren Vieira ist nicht mehr dabei, dafür kommt mit Ryan Sims eine zweite Gesangsstimme hinzu, die zwischen angenehm maskulinem Klargesang und ziemlich derbem harschem Gesang wechselt. Zusammen mit Kelly Schillings Vocals wird der Sound dadurch nicht nur abwechslungsreicher, sondern in den finsteren Momenten auch noch eine Spur sinisterer. Wenn beide Seiten aufeinandertreffen, blitzen sogar Erinnerungen an die „Beauty and the Beast“-Ästhetik früher Theater Of Tragedy auf.
Die zweite gravierende Veränderung im Bandsound ist der nochmals deutlich stärkere Einsatz von Synthiesounds. Sie waren zwar schon vorher Bestandteil des Dreadnought-Sounds, sind diesmal aber wesentlich stärker in die Arrangements integriert und prägen ganze Passagen. Zwischen flirrenden Flächen, elektronischer Kälte und futuristischen Klangräumen verändert das den Charakter des Albums durchaus spürbar.
'Tiamat's Gate' verbindet auf neun Minuten ätherische Stimmen und schwebende Passagen mit Blastbeats, harschen Gitarren und schweren Ausbrüchen. 'The Archive' macht die neue Ausrichtung konkreter und verbindet derbe Growls, wechselnde Rhythmen und dunkle Elektronik zu einem deutlich dystopischeren Klangbild.
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'Colors Of Our Broken Hearts' nimmt anschließend etwas Tempo heraus und setzt stärker auf Melodie, emotionale Spannungen und leuchtende Synthieflächen.
Besonders interessant wird es bei 'Serpents Of The Moon'. Jazzige Gitarren, bewegliche Percussion und ein zunächst fast zerbrechlicher Gesang bauen langsam Spannung auf, bevor der Song doch noch in extreme Bereiche kippt. 'Aeonwar' treibt dagegen die elektronische Seite auf die Spitze: mechanische Rhythmen, digitale Geräusche, Growls und melodische Passagen lassen die Maschine geradezu in den Song hineinwachsen. 'The Twilight Protectorate' bringt schließlich noch einmal Folk, Prog, Synthies und Black-Metal-Ausbrüche zusammen.
Gerade diese stilistische Vielfalt bleibt eine Stärke von Dreadnought. Gleichzeitig geht nicht jede Mischung gleich gut auf. Einige Passagen sind faszinierend arrangiert, bleiben aber eher als Klangexperiment hängen, während andere ihre Spannung wesentlich nachhaltiger entwickeln. Gegenüber "The Endless" fehlt dadurch stellenweise etwas von jener Intensität und Eigenwilligkeit, die das Vorgängeralbum so überzeugend machte.
"Wars Of Spirit // Wards Of Light" ist somit keine komplette Neuerfindung, sondern eine deutliche Neujustierung des bekannten Dreadnought-Rezepts. Mehr männlicher Klargesang, mehr harsche Vocals und vor allem wesentlich mehr Synthies verändern den Geschmack, ohne die Identität der Band aufzugeben. Nur geht diesmal nicht jede Zutat gleich gut auf.
Bewertung: 11/15 Punkten
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Besetzung:
• Jordan Clancy - Schlagzeug, Percussion
• Kevin Handlon - Bass
• Kelly Schilling - Gesang, Gitarre, Keyboards, Synthesizer
• Ryan Sims - Gesang, Gitarre
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotion zur Verfügung gestellt.

