Electronic Progressive Rock • Art Pop
(1:01:49; CD, Digital; Progrock.com's Essentials; 05.06.2026)
Enigmatic Sound Machines – für den Schreiberling bisher ein unbeschriebenes Blatt. Die Band gibt es auch noch nicht lange, aber von Beginn an zeigt sie sich ausgesprochen produktiv. Auf das Debüt "Telepathic Waves" (2023) folgte ein Jahr später "The Hierarchies Of Angels". Beide Alben sind nur digital erhältlich. Mit "Imperfect Silence" gelangten sie dann zum Progrock.com’s Essentials Label, das auch das aktuelle Werk "Divided By One" herausbrachte, das nichts mit dem gleichnamigen Werk von Billy Sherwood zu tun hat. Bisher also jedes Jahr ein Album – Respekt. Gestartet wurde als Duo, bestehend aus den beiden langjährigen Freunden Jeremie Arrobas und Thomas Szirmay.
Die beiden Kanadier haben nun festen Zuwachs bekommen, denn zwei Gäste auf dem Vorgängeralbum zählen jetzt offenbar zum festen Line-up und machen aus Enigmatic Sound Machines ein Quartett. Darunter ist sogar ein recht bekannter Name, nämlich der ehemalige Gong-Musiker Hansford Rowe am Bass. Hinzu kommt Gitarrist Alain Bellaïche, ebenfalls wie auch Rowe schon lange im Geschäft, unter anderem im Heldon-Umfeld tätig gewesen. Seine Rolle auf diesem Album ist aber eher unauffällig, denn hier dominieren eindeutig die Tasteninstrumente. Nicht im Sinne von Hochleistungs-Tastenarbeit im Stile von Wakeman & Co., sondern eher im Erschaffen intensiver Atmosphären durch Synthesizer und andere Tasteninstrumente.
Dabei schaffen sie es, eine ausgesprochen interessante Mischung aus Ambient bzw. Elektronischer Musik und Progressive Rock wie auch Art-Pop zu kreieren. Erinnert der als Opener dienende Titelsong noch zu Beginn ein wenig an Frankie Goes To Hollywood, wird schnell klar, dass hier eine Menge an Ideen eingegangen ist. Und das funktioniert bei ihnen sowohl in den an Art Pop angelehnten Nummern wie auch in den progressiven Momenten. Auch an Peter Gabriel darf man an manchen Stellen denken.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
In einigen Songs gelingen ihnen veritable Ohrwürmer, aber ebenso Arrangements, die erst nach mehreren Durchläufen ihre Wirkung entfalten. Sie lassen sich in Sachen Sounds ausgesprochen viel einfallen und sind für einige Überraschungen gut. Zum Beispiel im zweiten Track, 'Chaos Dreaming'. Das ist nicht wirklich Chaos, beinhaltet aber eine Menge Ideen, sei es die eingebaute Harfe oder die einfallsreiche Perkussionsarbeit – oder auch einfach nur der feine Bass.
'Pool Of Mirrors' ist so einer der erwähnten Ohrwürmer, während das darauffolgende 'Heaven’s Rain' mit wunderschönen Mellotron-Sounds mächtig punktet. 'Heavy Water' wiederum weist leichte King-Crimson-Tendenzen auf, zumal die Gitarre hier eine wichtige Rolle spielt. Stark auch das knapp 10-minütige 'Inviolate Fields', das entscheidend von Sängerin Laura Piazzai, bekannt durch ihre Arbeiten mit Clive Nolan, und ihrem etwas an 'The Great Gig In The Sky' erinnernden lautmalerischen Gesang geprägt ist. Zum Abschluss gibt es noch eine gelungene Coverversion des Gary-Numan-Titels 'Are Friends Electric?'.
Ein prima Album, das neugierig macht, wie wohl die vorangegangenen Veröffentlichungen klingen.
Bewertung: 11/15 Punkten
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Bandcamp. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Besetzung:
• Jeremie Arrobas - lead vocals / synthesizers / synth guitars / sound machines
• Thomas Szirmay - sound machines / voice
• Alain Bellaïche - guitars / backing vocals
• Hansford Rowe - bass guitars / backing vocals
Gäste:
• Laura Piazzai - vocals and voices (8)
• Steve Bonino - electric guitars (1, 6)
• Roland Bühlmann - electric guitars (7)
• Anna Arrobas - voices (1, 3, 4, 7)
• Quinn Bachand - violin (8)
Surftipps:
• Homepage
• Bandcamp
• YouTube
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Abbildungen: Enigmatic Sound Machines


