
Psychedelic Rock • Progressive Rock • Alternative Rock • Experimental Rock
(45:47; Vinyl (2 LP), CD, Digital; Sacred Tongue Recordings/Thirty Tigers/OPEN, 25.09.2026)
Ich weiß die Rival Sons ja durchaus zu schätzen, aber wirklich warm werde ich mit ihrem Blues Rock bis heute nicht. Der ist mir dann doch ein gutes Stück zu weit von meinen Hörgewohnheiten entfernt. Entsprechend hielt sich meine Vorfreude auf ein Soloalbum von Gitarrist Scott Holiday eher in überschaubaren Grenzen – beinahe hätte ich "Topology" sogar links liegen gelassen. Gut, dass irgendein Instinkt mich dann doch zum Reinhören bewegt hat. Denn HOL1D4Y fährt hier erfreulich weit weg von der heimischen Blues-Rock-Zentrale.
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Vintage-Keyboards und Fuzz-Gitarren bestimmen den Sound, darüber schwebt, wabert und dröhnt es psychedelisch vor sich hin. Zum Glück sitzt Michael Miley am Schlagzeug und hat offenbar wenig Interesse daran, die Sache komplett ins Weltall abheben zu lassen. Sein herrlich groovendes und angenehm druckvolles Spiel hält die ausufernden Synth-Flächen und Fuzz-Gitarren am Boden, treibt die Stücke voran und sorgt dafür, dass aus dem Psychedelic-Ausflug kein kollektives Wegdriften wird. Holiday selbst klingt am Mikrofon dabei erfreulich anders als Jay Buchanan. Frühe Pink Floyd, Soundgarden, Messenger, Queens Of The Stone Age und Kula Shaker schauen trotzdem immer mal wieder um die Ecke. Mal spacy, mal proggy, mal stoned, dann wieder überraschend poppig. Und bei 'Crism' dürfen neben Steve Hillage, Gong, Camel und Hawkwind sogar frühe Porcupine Tree kurz aus dem Unterholz lugen.
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Bemerkenswert ist, wie selbstverständlich Holiday diese ziemlich unterschiedlichen Zutaten zusammenführt. Die fuzzigen Gitarren erinnern zwar noch daran, woher der Mann kommt, ansonsten hat man aber nicht gerade den Eindruck, hier sei versehentlich eine übrig gebliebene Rival-Sons-Platte in die falsche Verpackung geraten. Vintage-Synths, Mileys Groove und die psychedelischen Klangräume geben "Topology" eine eigene Identität, während sich die Songs zwischen hypnotischen Schleifen, Prog-Ausflügen und tatsächlich ziemlich eingängigen Momenten erstaunlich wenig um Genregrenzen scheren. Bei dem düsteren 'Equanimity' erinnern mich ein paar Effekte dann tatsächlich an die Beastie Boys. Völlig abwegiger Seitengedanke, aber jetzt ist er nun mal da.
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"Topology" ist damit eine ziemlich gelungene Überraschung: abwechslungsreicher Psychedelic Rock, der Scott Holidays Herkunft nicht verleugnet, sich von ihr aber auch nicht einengen lässt. Fast schade, dass ich das Album beinahe gar nicht erst angehört hätte.
Bewertung: 11/15 Punkten
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Besetzung:
• Scott Holiday - Gesang, Gitarre, Bass, Percussion
• Jesse Nason - Synthesizer
• Michael Miley - Schlagzeug
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotion zur Verfügung gestellt.

