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    Du bist hier:Home»Reviews»Cinema Cinema – CCXMDII

    Cinema Cinema – CCXMDII

    0
    By flohfish on 25. August 2021 Reviews
    Cinema Cinema – CCXMDII (Nefarious Industries, 20.08.2021)
    Credit: Lauren A. Kelley
    (49:09, CD, Digital, Nefarious Industries, 2021)
    Die Begriffe Punk Rock und Progressive Rock haben so einiges gemeinsam. Denn beide können einerseits, im engeren Sinne, für eine musikalische Stilrichtung stehen. Andererseits können sie aber auch, im weiteren Sinne, das Wesen von Musik beziehungsweise die Attitüde der Musiker zu ihrer Musik beschreiben. Während sich die beiden Musik-Genres praktisch konträr gegenüber stehen, weisen die weiter gefassten Bedeutungen der Begriffe größere Parallelen auf, als man zunächst denken mag. Denn für nicht wenige Musiker bedeutet Punk Rock nichts anderes als den Erwartungen von Fans und Kritikern den Stinkefinger zu zeigen und musikalisch tun und lassen zu können, was man will.

    Bekanntestes Beispiel für diese Art des Punk Rock ist wahrscheinlich Godspeed You! Black Emperor, das kanadische Post-Rock-Kollektiv.
    Auch Frontmann Ev Gold definiert seine Band Cinema Cinema als Punk Rock, obwohl deren neuestes Werk musikalisch kaum noch etwas mit dem Genre gleichen Namens gemeinsam hat.

    Das ist für uns die Definition von Punk Rock. Platten aufzunehmen und zu veröffentlichen, die aus der Spur tanzen. Den Klängen zu folgen, wohin sie auch gehen. Die Musik als Medizin nutzen. Dies sind die Schritte, die wir unternehmen, um uns von den meisten anderen zu separieren, denen wir begegnet sind.
    –
    That to us is the definition of punk rock. Making and releasing records that do not stay in one lane. Following the sounds wherever they go. Using the music as medicine. These are the steps we take to separate ourselves from most others we have encountered.

    "CCXMDII" ist nur noch in Ansätzen anzuhören, dass Cinema Cinema auf ihrer 2011er Debüt-EP "Shoot The Freak (EP)" tatsächlich einmal waschechten Punk gespielt haben. Musik, die so stilecht war, dass Cinema Cinema in den folgenden Jahren mit Punk-Legenden wie Black Flag auf der Bühne stehen durften. Viel von diesem Sound ist nicht mehr übrig geblieben. Dafür um so mehr Leck-mich-am-Arsch-Attitüde. Denn Cinema Cinema spielen auf ihrem neuesten Album eine Art Avantgarde, die viel näher an Free Jazz, Ambient und Krautrock heranreicht, als an klassischen Punk. Es ist eine Entwicklung, die niemanden verwundern sollte, der dem Weg von Cinema Cinema gefolgt ist, denn die US-Amerikaner wurden über die Jahre von Veröffentlichung zu Veröffentlichung immer experimentierfreudiger. Bisheriger Höhepunkt dieser Evolution war das 2019er Album „CCXMD“, die erste Kooperation zwischen Cinema Cinema und dem Klezmer- und Jazz-Musiker Matt Dariau. Daher übrigens auch der Name der Alben: CCXMD: Cinema Cinema X Matt Dariau. "CCXMDII" ist nun die zweite Zusammenarbeit zwischen Ev Gold, Paul Claro und Matt Dariau. Dabei steht der The Klezmatics-Musiker mit seinen prägnanten Woodwind-Sounds viel stärker im Zentrum des Geschehens als noch auf derm Vorgängeralbum, vor allem auch deshalb, das Cinema Cinema fast komplett auf Gesang verzichten.

    Und so ist über weite Strecken des Albums eine Atmosphäre vorherrschend, die stark an die ersten Minuten von Marillions 'A Few Words For The Dead' erinnert. Es ist Musik die zerfließt und sich in alle Himmelsrichtungen auszubreiten scheint. Spannend, anstrengend und entspannend zugleich.
    Bewertung: 9/15 Punkte

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    Weitere Informationen

    Cinema Cinema – CCXMDII (Nefarious Industries, 20.08.2021)
    Credit: Alex Bershaw

    Tracklist:
    1. 'A Life Of Its Own' (18:05)
    2. 'Cloud 2' (1:32)
    3. 'Continued' (2:12)
    4. 'Bratislava' (9:10)
    5. 'Crack of Dawn' (6:47)
    6. 'Trigger' (7:54)
    7. 'Cloud 4' (3:29)

    Besetzung:
    Ev Gold (Gitarren, Gesang)
    Paul Claro (Schlagzeug, Perkussion)
    Matt Darriau (Blasinstrumente, Loops, Gesang)

    Surftipps zu Cinema Cinema:
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    Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Earsplit PR zur Verfügung gestellt.

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    Alternative Ambient Art Punk Avantgarde Brooklyn CD Cinema Cinema Digital EarsplitPR Experimental Rock Free Jazz Heavy Rock Matt Darriau Nefarious Industries New York Noise Rock Paul Claro USA
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    flohfish
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    1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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