Doomgaze • Slowcore • Female Art
(42:20; Vinyl, CD, Digital; Supernatural Cat Records; 06.11.2026)
Mit "Naebula" von Julinko gab es bereits vor einigen Monaten eine positive Rückmeldung in Sachen düsterer Female Vocal-Art aus dem Süden Europas. Nun folgt mit Bosco Sacro das gemeinsame, eher düster-rockige Projekt Teil zwei um einige weitere namhafte Musiker aus dem italienischen Underground.
Für Freunde der mystischen, Genre sprengenden Nische möchte ich euch "Inhabit" wärmstens empfehlen und eines ist mal klar: Die an Anna von Hausswolff gemahnende Stimme der Sängerin kommt mit den spirituellen Rock-Klängen aber sowas von in Einklang/Chemie. Wer Messa, Wolvennest, Chelsea Wolfe oder eben die eben benannte Schwedin liebt, bekommt hier weiteres lohnenswertes Ohrenfutter für die dunkle Jahreszeit.
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Die Songs, das Album generell haben einen wunderbaren Flow – ohne viel Aufhebens treiben die langsamen Songs wie von unsichtbaren Fäden gezogen ineinander – Stimme und vorsichtige Wellen von Dynamik ergänzen sich perfekt. Mystisch, verträumt, immer etwas spirituell/dunkel gleitet, driftet das Song-Material um die Ausnahmestimme der Sängerin, die ähnlich einer Anna von Hausswolff mit variablen Vocal-Akzenten die Stimmungen und Untiefen hervorragend charakterisiert. Ob geflüstert, schrill oder engelsgleich ätherisch, die Palette an Ausdrucksmöglichkeiten ist groß und so thront die Stimme über dem Drone-Gitarren-Teppich, den wogend schweren Grooves, den kleinen Spaltverschiebungen.
Ein ständiger nebulöser, vorsichtiger Hauch von Dynamik, feine trippige Arrangements und Melodiebögen funktionieren auf "Inhabit" und nehmen Dich mit unsichtbarer Hand mit auf die Reise. Nichts wirkt erzwungen, stattdessen ist dieses erdige, sehr verwurzelte Unterfangen stimmig, naturverbunden und so sieht man schnell bei dieser Musik die Flut von Sternen über einer endlosen Wüste.
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Songs wie das orientalische 'Trickster', 'Vertigo' und das viel zu kurze 'Gift From The Fog' wissen schon beim ersten Take mit Emotionen und Stimmungen zu spielen, erzählen aus einer Zwischenwelt und sind tatsächlich in nur wenigen Tagen eingespielt worden. Die musikalische Form der Katharsis, das Ritual der Ich-Auflösung und Wiedergeburt, das In-die-Stille-Hören und die Verschmelzung mit Natur auf physischer sowie metaphysischer Ebene gelingen dem Kollektiv dank erdiger, organischer Klänge, die leichtfüßig Elemente aus Doomgaze, Slowcore, Post Rock, Psychedelia und Drone/Ambient in den Sound integrieren. Der moderne, meditativ-ätherische Doom geht eine wundervolle Allianz mit der exaltierten Stimme von Giulia ein, klingt irgendwie nach Weite, Sand, Ästen und Holz, in jedem Fall alles weit außerhalb von Stadt und Lärm. Schöne atmosphärische Platte, die mich immer wieder liebevoll an das geniale Sinistro-Debüt erinnert!
Bewertung: 13/15 Punkten
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Besetzung:
• Paolo Monti – guitar
• Giulia Parin Zecchin – vocals, lyrics
• Francesco Vara – guitar
• Luca Scotti – drums
Surftipps:
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• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Earsplit PR zur Verfügung gestellt.


