Post Metal • Post Rock • Sludge • Instrumental
(39:00; Vinyl, CD, Digital; Sargent House; 28.08.2026)
Muss sich dieses Trio noch beweisen? Russian Circles gehören zum relevanten Inventar in Sachen instrumentalem Post Rock und Post Metal, addieren jederzeit im dreckig-atmosphärischen Gitarrensound einige Sludge- und Doom-Einflüsse, die Drums und Bassläufe sind um einiges aufgewühlter als im gepflegten, melancholischen Teil des Genres.
Höre einen Song wie 'Empath' mit seinem Gitarrenspiel, nah am Death Metal, hymnische Black-Metal-Einflüsse in kleinen Dosen gibt's sogar noch obendrauf. Ein einziges Wühlen und Graben, massiv und unerbittlich, schwarz wie in einem Untertagebau voller riesiger Gerätschaften, die sich durch die wehrhafte Erdkruste kämpfen. Hymnische Melodik stellt dem schweren Gerät trotzdem etwas Licht an die Seite.
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Die folgende Single 'Eluvial' arbeitet dann mit viel mehr Feingefühl, melancholischem Aufbau, nimmt sich Zeit für die hereinbrechenden Dynamiken. Man bleibt langsam, schwer – der jederzeit omnipräsente, fordernde Basssound federt das Trio so langsam Richtung Crescendo und dieser schwarze Berggipfel steht vollends im Ascheregen, so viel ist klar. Mir sind die Amis so am liebsten, wird trotz aller Brachialität mit tragischer Melodik eine pechschwarze Stimmung erzeugt, wie man es von so mancher doomiger Post-Black-Metal-Band kennt.
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Toningenieur Kurt Ballou (Converge, High On Fire, Mastodon) hat erneut ganze Arbeit geleistet. Die Drums sind kraftvoll, zentriert, der Bass drängt und wummert, die Heavyness durchdringend. Intensiv, wenn in 'E2' die noch hintergründig mahlenden, gemächlichen Riffs Schritt für Schritt unheilvoll auf's Finale zu marschieren – schleifender Doom, ein erneut praller Sound-Teppich, der den nötigen Tiefen-Sog generiert.
Rockiger, treibender, leichtfüßiger fließt dann 'Meridian' mit stimmig-perlenden Akkorden und erneut frohlockendem, verspieltem Bass-Gezupfe. Im kurzen folkigen Zwischengezupfe von 'Arletta' bekommen die Ohren kurze Pause dank sanfter Akkorde, dafür schreddert und pusht 'Seventh Seal' mit dicken Riffs umso brachialer in die Synapsen und stellt nochmal alles auf den Kopf.
Russian Circles erfinden sich nicht neu auf "Nine", man spielt die eigenen Stärken mit Kurzweil und brachialer Studiopower wohlwollend aus und brodelt beständig wie ein niemals ruhendes Lavafeld. Immer mit einem Hauch Tragik, Dunkelheit dreht der meist doomige, immer schön angezerrte Heavysound seine stoischen Runden und ist mit wieder knapp 40 Minuten nicht zu überfordernd.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Besetzung:
• Brian Cook - Drums
• Dave Turncrantz - Gitarre
• Mike Sullivan - Bass
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Cargo Records zur Verfügung gestellt.



