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    Du bist hier:Home»Reviews»Chaosbay - Are You Afraid?

    Chaosbay - Are You Afraid?

    0
    By flohfish on 30. September 2024 Reviews
    Chaosbay - Are You Afraid? (Circular Waves Records, 13.09.2024) COVER
    Credit: Artwork by Ohwallie, Layout by Lioart Design, Sculpture by Leon Emanuel Blanck, Sculpture Photography by Aidn Ehlers
    (38:09; Vinyl, CD, Digital; Circular Waves Records, 13.09.2024)
    Nun ist "Are You Afraid?" schon über zwei Wochen alt und noch immer die Rezension zur neuen Chaosbay-Scheibe nicht fertig. Grund dafür ist, dass es mir Jan, Matthias, Alex und Patrick mit dieser Scheibe nicht einfach gemacht haben. Einerseits dreht sich der mittlerweile vierte Longplayer der Berliner derzeit bei mir so oft, wie kein anderes Album, andererseits fehlt mir auf dieser Platte etwas, was bisher eigentlich immer zu einer Chaosbay-Platte mit dazu gehört hatte. Aber der Reihe nach.

    Chaosbay sind als moderne Metalcore-Band bekannt, bei der überwiegend cleaner Gesang, ein wunderbares Gespür für Melodien und deftige Härte aufeinandertrafen. Als Formation mit progressivem Ansatz, haben sie immer wieder aufs neue musikalische Grenzen ausgelotet. Dabei richteten sie ihren Blick nicht nur nach vorne, sondern verarbeiteten auch immer wieder Elemente des klassischen Progressive Rocks, inklusive ausladender Gitarrensoli und wunderbarer Akustikgitarren-Passagen. Ungewöhnlich für eine Metalcore-Band ist zudem, das die bisherigen drei Longplayer des Quartetts, "Vasilisa", "Asylum" und "2222", waschechte Konzeptalben sind.

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    Erste Höreindrücke des Titel-Stückes während Chaosbays Auftritt beim "Rock Gegen Rechts"-Festival in Saarlouis ließen schon vermuten, dass es mit dem neuen Album ein Stück weit in eine andere Richtung gehen könnte. Denn 'Are You Afraid?' klang elektronischer und technischer als die Musik, für die die Berliner bisher bekannt waren.

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    Eine Vermutung, die durch das recht strukturiert und steril wirkende Design des Artworks nur noch verstärkt wurde. Statt Artworks mit warmen Farben vor schwarzem Hintergrund gibt es dieses Mal die Fotografie einer postmodernen Skulptur des Künstlers Leon Emanuel Blanck, platziert vor weißem Hintergrund und überschattet von einem übergroßen Albumtitel in kapitalen roten Lettern.

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    Es ist ein Artwork, das nicht trügerisch ist, und die Entwicklung perfekt widerspiegelt, die Chaosbay mit ihrer vierten Platte genommen haben.
    Elemente aus dem klassischen Progressive Rock muss man auf "Are You Afraid?" tatsächlich mit der Lupe suchen, leider. Wie passend, das diese Prog-Elemente ausgerechnet im Stück 'Nostalgia' auftauchen. Moderner, technischer Prog Metal ist dafür so omnipräsent wie niemals zuvor bei Chaosbay. Die Breakdowns sind Anno 2024 noch brutaler, der Bass noch fetter, die Gitarrenriffs noch Djent-lastiger. Hinzu kommt, dass man sich noch weiter gegenüber elektronischen Elementen geöffnet hat. Dies wird ganz besonders anhand des Stückes 'Money' (feat. We Are PIGS) deutlich, dessen Techno-Sound eindeutig in Richtung Electric Callboy tendiert.

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    Gleichzeitig sind Chaosbay mit "Are You Afraid?" aber noch leichter zugänglich geworden. Jan Listings Gesangslinien sind eingängig und mitreißend wie eh und je; allerdings nicht nur in den Refrains einiger weniger Stücke, sondern durchgehend, in allen Liedern, auch während der Strophen. Vielleicht ist dies der Tatsache geschuldet, dass die Band beim Songwriting einmal nicht auf ein übergeordnetes Konzept Rücksicht nehmen musste.

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    So sind auf "Are You Afraid?" alle Stücke auf sich alleine angewiesen, was sie durch die Bank weg, mit Bravour, auch bewerkstelligen können. Lieder, die mit Melodien gesegnet sind, sodass man fast alle Stücke nach wenigen Hördurchgängen mitsingen kann, die gleichzeitig aber so technisch sind, dass man niemals in Versuchung geraten könnte, diese Musik als Pop zu bezeichnen.

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    Chaosbay spielen also auch Anno 2024 noch immer progressiven Metalcore. Allerdings in abgeänderter Form. Weniger passend für die Besucher des Prog Power Europe, dafür umso geeigneter für die Zielgruppe des Euroblast Festivals. Monuments und Periphery lassen grüßen. Wie passend, dass, nach ihrem gefeierten Auftritt beim letztjährigen PPE, in diesem Oktober ein Gastspiel beim Euroblast ansteht. Sollte ein Selbstläufer werden!
    Bewertung: 11/15 Punkten (FF 11, KR 8)


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    Weitere Informationen

    Chaosbay - Are You Afraid? (Circular Waves Records, 13.09.2024)
    Credit: Vivien Huss Fotografie

    Besetzung:
    Jan Listing - Lead Vocals, Gitarre, Keyboards, Programming
    Alexander Langner - Gitarre
    Matthias Heising - Bass, Keyboards, Programming
    Patrick Bernath - Drums

    Gastmusiker:
    Tyler Ennis - Guest Vocals (track 6)
    Esjay Jones - Guest Vocals (track 8)
    Vincent Torres Guest Vocals (track 10)

    Diskografie (Studioalben):
    "Vasilisa" (2015)
    "Asylum" (2020)
    "2222" (2022)
    "Are You Afraid?" (2024)

    Surftipps zu Chaosbay:
    Homepage
    Facebook
    Instagram
    X
    Bandcamp
    Soundcloud
    YouTube
    Spotify
    Apple Music
    Discogs
    ProgArchives

    Rezensionen:
    "2222" (2022)
    "Boxes" (EP)
    "Asylum" (2020)

    Konzert- und Festivalberichte:
    08.06.24, Saarlouis, Ravelin V, Rock Gegen Rechts Saarlouis 2024
    07.10.23, Baarlo (NL), Sjiwa, ProgPower Europe 2023
    20.10.22, Mannheim, 7er Club
    01.10.21, Köln, MTC
    16.01.20, Köln, Tsunami Club

    Alle Abbildungen wurden uns feruendlicherweise von Sailor Entertainment zur Verfügung gestellt.

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    Alexander Langner Alexia Rodriguez Alternative Metal Awake At Last Berlin CD Chaosbay Chaosboys Circular Waves Deutschland Digital Djent Esjay Jones Jan Listing Matthias Heising Metalcore Of Virtue Patrick Bernath Progressive Metal Progressive Metalcore Sailor Entertainment Tech Metal Tyler Ennis Vincent Torresö Vinyl We Are PIGS
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    flohfish
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    1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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