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    Du bist hier:Home»Reviews»Laughing Stock – Zero • Acts 1 & 2

    Laughing Stock – Zero • Acts 1 & 2

    0
    By flohfish on 20. Mai 2021 Reviews

    Laughing Stock – Zero • Acts 1 & 2 (Apollon Records Prog/Plastic Head, 19.03.21)(48:15, CD, Vinyl, Digital, Apollon Records Prog/Plastic Head, 2021)
    Laughing Stock sollten dem ein oder anderen Leser von BetreutesProggen.de bereits bekannt sein, denn wir berichteten bereits über "Sunrise", das 2019 erschienene Debütalbum des norwegischen Trios, bestehend aus Håvard Enge (Gesang, Keyboards Flöte), Jan Mikael Sørensen (Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboards) und Jan Erik Kirkevold Nilsen (Gesang, Gitarre).

    Nachdem im Juli 2020 in Form von "The Island" ein weiteres Album folgte, ist das hier vorliegende "Zero • Acts 1 & 2" bereits das dritte vollwertige Studioalbum binnen weniger als anderthalb Jahren. Und wie der Name schon vermuten lässt, soll noch vor Ende des laufenden Jahres eine weitere Veröffentlichung folgen, da es sich bei "Zero" um ein Konzeptalbum handelt, dessen abschließende "Acts 3 & 4" noch ausstehen.

    Schon bei "Sunrise" und "The Island" handelte es sich um Konzeptalben, doch keine der beiden Scheiben war in sich so stimmig, wie das im März erschienene "Zero".

    Stilistisch bewegt man sich dabei im Grenzgebiet zwischen Progressive Rock, ArtPop, Singer/Songwriter und Alternative Rock, wobei einem vor allem Namen wie Talk Talk, Marillion, IQ und Roger Waters immer wieder in den Sinn kommen.

    Vergliche man "Zero" mit einem Kinofilm, so wäre dieser definitiv dem Arthouse Cinema zuzurechnen. Denn die Musik auf "Zero" dient weniger die Befriedigung der Bedürfnisse des Publikums. Stattdessen wird bei den Norwegern das Storytelling großgeschrieben, so dass die musikalischen Arrangements und Spannungsbögen stets der Geschichte untergeordnet werden.

    Diese Geschichte dreht sich um den Jungen Zero und begeleitet dessen Aufwachsen von Geburt an. Sie beleuchtet die Sorgen seiner beunruhigten Mutter, Zeros schwierige Kindheit und sein Abdriften in die Welt der Videospiele und die daraus folgende soziale Isolation.

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    So wie das Arthouse Cinema sein Publikum nicht mit schnellen Schnitten, Action und Suspense in die Lichtspielhäuser locken kann bzw. will, so legen es auch Laughing Stock nicht darauf an, ihre Zuhörer schon beim ersten Durchgang um den kleinen Finger zu wickeln. Denn anstatt auf Fingerfertigkeit, Soloeskapaden und technisches Gefrickel zu setzen, stehen bei dem Trio aus der Telemark die Vertonung von Gefühlen wie Einsamkeit, Angst und Verzweiflung sowie Hoffnung und Verzweiflung im Mittelpunkt, um so das Seelenleben des Protagonisten und dessen Mutter (Samantha Preis) musikalisch wiederspiegeln zu können.

    Was Laughing Stock dabei erschaffen haben, ist stellenweise an Emotionalität kaum zu überbieten. So erscheint beispielsweise das Stück 'School', mit seiner hoffnungsvollen Aufbruchstimmung, als beschwingter Kontrapunkt zu dem schwermütigen Auftakt des Albums, nur um in seiner zweiten Hälfte, nachdem der Protagonist von seinen Mitschülern ausgegrenzt worden ist, einen abrupten Stimmungsumschwung zu erfahren. Das Stück gipfelt im den ersten Akt abschließenden Lied 'Child', das wohl zum Traurigsten gehört, was mir seit geraumer Zeit zu Ohren gekommen ist.

    "Zero • Acts 1 & 2" ist ein Album geworden, dem man sich aktiv widmen und mit dessen Texten man sich intensiv auseinandersetzen muss, so dass man, erstens, einen wirklichen Zugang zu der Musik erlangt, und zweitens, die Geschichte überhaupt verstehen kann.

    Trotzdem lassen Laghing Stock einen, sobald man am Ende des zweiten Aktes angekommen ist, ein Stück weit im Dunkeln, wie es mit "Zero" jetzt weitergeht, denn Zeilen wie...

    Zero, his body is gone
    He Arises With a new one

    ...lassen Schlimmstes für das Schicksal des Protagonisten erahnen. Und so ist das abschließende 'Curtain Falls', ein Cliffhanger in bester Netflix-Manier, denn sie beenden das Album mit den Zeilen

    Tears filling up my eyes
    Guess I'll be leaving tonight

    Bewertung: 12/15 Punkte

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    Weitere Informationen

    Laughing Stock – Zero • Acts 1 & 2 (Apollon Records/Plastic Head, 19.03.21)
    Tracklist:
    1. 'Welcome' (2:27)
    2. 'When Darkness Comes' (4:39)
    3. 'Nighttime' (6:25)
    4. 'Imaginary Friend' (4:06)
    5. 'School' (3:33)
    6. 'Child' (4:12)
    7. 'Leave me Alone' (4:44)
    8. 'My Love pt 1' (4:05)
    9. 'My Love pt 2' (4:13)
    10. 'Last Supper' (3:32)
    11. 'Zero' (4:31)
    12. 'Curtain Falls' (1:48)

    Besetzung:
    Håvard Enge (Gesang, Keyboards Flöte)
    Jan Mikael Sørensen (Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboards)
    Jan Erik Kirkevold Nilsen (Gesang, Gitarre)

    Gastmusiker:
    Samantha Preis (Gesang)

    Surftipps zu Laughing Stock:
    Homepage
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    Bandcamp
    YouTube
    Spotify
    Apple Music
    Tidal
    Discogs
    Prog Archives
    Rezension "Sunrise"

    Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Apollon Records Prog zur Verfügung gestellt.

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    Alternative Apollon Records Art Pop Art Rock CD Digital Folk Håvard Enge Jan Erik Kirkevold Nilsen Jan Mikael Sørensen Konzept Konzeptalbum Laughing Stock Norwegen Plastic Head Progressive Rock Samantha Preis Singer/Songwriter Tetralogie Vinyl
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    flohfish
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    1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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