Mnemocide – Feeding the Vultures

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(40:15, CD/Digital, Czar of Crickets, 2020)
Achtung, einmal bitte alle anschnallen, denn hier wird es laut und wuchtig. Mnemocide sind fünf Musiker aus der Gegend um Basel, die sich im Jahr 2017 zusammen getan haben, um lupenreinen Death Metal zu produzieren. Die wütenden Klänge des Schweizer Quintetts wurden 2018 erstmals auf Tonträger gebannt, als ihre EP „Debris“ das Licht der düsteren Metalwelt erblickte. Auch auf den Bühnen machten sich Mnemocide schnell einen Namen. Auf diversen Festivals und vielen Konzerten überzeugte die Basler Todesschwadron mit ihren energetischen und fesselnden Auftritten.

Mit „Feeding the Vultures“ hat die Band nun ihren ersten Langspieler veröffentlicht. Wie auch die Schweizer Brachialkünstler PostHumanBigBang und Total Annihilation veröffentlichen die Eidgenossen Mnemocide ihr Werk bei Czar of Crickets Productions.

Eingeleitet wird das finstere Album mit dem bedrückenden Sprachsample ‚Manifest‘. Unterstützt durch schaurige Hintergrundmusik wird verdeutlicht, worum es auf „Feeding the Vultures“ geht. Es sind die Abgründe der Menschheit, die hier vertont und angeprangert werden sollen. Gewalt, Krieg, Unterdrückung und Machtmissbrauch sind die Themen, die sich an einem blutroten Faden durch das Album ziehen. Vertont wird dies in vorzüglich produziertem und mächtigem groovendem Death Metal. Bei Fans von Bands wie Collapse 7, Pungent Stench oder Bolt Thrower wird dieses Album Tränen der Freude hervorrufen.

Mit der Intensität eines Panzerbattalions walzen Mnemocide auf „Feeding the Vultures“ alles nieder und machen auch unter keinen Umständen Gefangene. Die alles niedermähenden Groove Attacken spielen sich meist im Mid-Tempo ab und bilden eine undurchdringliche Wand aus Stahl, Rauch und dem süßen Geruch von Verwesung. An dieser Platte ist vom massiven Schlagzeug über das basslastig rollende Riffing bis zu den extrem tiefen Growl einfach alles brutal.

Melodie und Arrangements zeigen durchaus Abwechslung auf. Allerdings sind die oft ähnlichen Tempi gelegentlich etwas eingängig. Ein Song, der hier besonderes heraussticht, ist die vielseitige Nummer ‚Fear me‘. Und insgesamt ist „Feeding the Vultures“ auch ein sehr starkes Album. Death Metal Fans werden hier auf jeden Fall viel Freude dran haben können. Für die meisten Progger wird diese Veröffentlichung jedoch wahrscheinlich zu metallen und nicht versatil genug sein.
Bewertung: 10/15 Punkten (RG)

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Abbildungen: Czar of Crickets

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Über den Autor

Raphael Lukas Genovese

Kontemporär in Würzburg ansässig. Irgendwo zwischen Punk, Psychedelic, Kraut, Wahnsinn und Jazz zuhause.

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Mnemocide – Feeding the Vultures

von Raphael Lukas Genovese Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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