Steven Wilson, 16.02.19, Bochum, RuhrCongress

0

Gig #138

Steven WilsonDer “Gott” des Progressive Rocks Steven Wilson tourt und tourt und tourt. Bereits im März 2018 berichteten wir aus dem Colosseum Theater Essen und erlebten eine toll eingespielte Truppe, die aber hinsichtlich der Lautstärke übertrieb. Knapp ein Jahr später sind Wilson und Co. wieder im Westen der Republik, um die “To The Bone” Tour zum gleichnamigen Album so ganz allmählich auf die Zielgerade einbiegen zu lassen.

Dabei zeigt sich, dass die Band nach wie vor für ausverkaufte Hallen sorgt. An der Faszination des melancholischen progressiven Rocks hat das Quintett auch nach mitterweile über 138 (!) Auftritten im Rahmen dieser Tour kein bisschen eingebüßt. So war also auch der RuhrCongress in Bochum bis auf den letzten Platz gefüllt. Im Gegensatz zu den Gigs im Vorjahr verzichtete Steven Wilson beim Gig in Bochum auf einen Support Act. So war es an ihm und seinen Mannen, den Abend ab Punkt 20 Uhr ganz allein zu bestreiten.

Los ging es wie schon im Vorjahr mit dem kurzen Einführungsfilm ‘Truth’ und den Tracks ‘Nowhere Now’, ‘Pariah’ (auch hier wieder mit Ninet Tayeb vom Band), ‘Home Invasion’ und ‘Regret #9’. Bis hierhin glich der Gig tatsächlich 1:1 dem ersten der zwei Abende in Essen anno 2018. Bedenken, hier einem 3h langen Déjà-vu-Erlebnis ausgesetzt zu sein, lösten sich allerdings danach fix in Luft auf. Tatsächlich hat sich die Setlist in Bochum über die mittlerweile 138 Gigs in Länge (21 statt 19 Songs) und Inhalt ganz gut weiterentwickelt. So wurde das Set bezogen auf die Diskographie Wilsons ganzheitlicher, deckt nun auch Songs aus “Insurgentes” und “Grace For Drowning” (‘Index’ !!) ab und macht neben Porcupine Tree-Coversongs auch nicht vor Blackfield Halt.

Was weiterhin auffiel: Die Chemie in der Truppe ist besser denn je. Craig Blundell scheint sich mehr und mehr zum Fixpunkt innerhalb der Truppe zu entwickeln. Nicht nur Wilson, auch Bassist Nick Beggs suchte immer wieder Kontakt zum Drummer. Auch stachelten sich Nick Beggs und Gitarrist Alex Hutchings (welch bärenstarker Gitarrensound!) immer wieder vom linken bzw. rechten Bühnenrand an. Einzig Keyboarder Adam Holzman wirkte teils etwas isoliert, spielte zumeist ausdrucks- und regungslos seine Parts.

Positiv: Steven Wilson wird menschlicher, nahbarer. So nutzte er beispielsweise mehr als einmal das böse F-Wort. Ja, seine Interaktion mit dem Publikum bewegt sich zum Ende der Tour offenbar auf einem anderen Niveau als 2018. Was mir aber bei der Durchsicht der Konzertfotos, die ich während der ersten zwei Songs aus dem Fotograben machen durfte, auffiel: Steven Wilson wirkt sehr müde und erschöpft. Da möchte man ihm zurufen: “Halte durch, Meister der progressiven Musik, in wenigen Tagen ist die Tour geschafft und Du darfst entspannen und Dich so langsam mit dem nächsten Album auseinandersetzen und Dich wieder einmal neu erfinden!” 😉

Surftipps zu Steven Wilson:
Homepage
Facebook
Twitter
Soundcloud
Instagram
YouTube
Vimeo
Fotos vom Konzert
Setlist vom Konzert

Fotos: Andrew Ilms

image_pdfArtikel als PDF herunterladenimage_printArtikel drucken
Teilen.

Über den Autor

Andrew Ilms

Höre eigentlich alles, was mit großartigen Melodien aufwarten kann, habe mich in den letzten Jahren nach und nach jedoch eher den Richtungen Alternative und Prog zugewandt, bin aber auch sehr offen für die leisen Töne.

Antworten

Hinweis: Mit dem Absenden deines Kommentars werden Benutzername, E-Mail-Adresse sowie zur Vermeidung von Missbrauch für 7 Tage die dazugehörige IP-Adresse, die deinem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, in unserer Datenbank gespeichert. E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden selbstverständlich nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Du hast die Option, Kommentare für diesen Beitrag per E-Mail zu abonnieren - in diesem Fall erhältst du eine E-Mail, in der du das Abonnement bestätigen kannst. Mehr Informationen finden sich in unserer Datenschutzerklärung.

Steven Wilson, 16.02.19, Bochum, RuhrCongress

von Andrew Ilms Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
0