Glistening Leotard – six butterflies slightly moving an elephant in a theatre

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(32:05, EP, Eigenpressung/Eigenvertrieb, 2018)
Ein Leotard ist ein hautenges einteiliges Kleidungsstück, das Torso und Körper bedeckt, aber die Beine freilässt, so die offizielle Erklärung. Im deutschen Sprachraum verwendet man den Begriff auch häufig für einen banalen Turn- oder Gymnastikanzug. Was das mit Musik zu tun hat? Nun, eine Düsseldorfer Band hat an diesen recht speziellen Namen gefallen gefunden. Glistening Leotard, ein Quintett, welches sich noch auf der Suche nach der wirklich großen Bühne befindet, arbeitet bereits seit Jahren und fünf veröffentlichten Alben an der hoffentlich steilen Karriere. Einen weiteren Schritt auf dieser musikalischen Reise stellte im vergangenen November die Veröffentlichung des sechsten Albums mit dem ungewöhnlichen Titel „Six butterflies slightly moving an elephant in a theatre“ dar.

Um es vorweg zu sagen Freunde des Neo – oder Retroprogs werden auf dieser knapp 32-minütigen EP sicherlich nicht fündig. Neben den unverkennbar melodiösen Songstrukturen, prägen gitarrenlastige und immer wieder abgehackte Melodien die Titel. Eine Zuordnung des Musikstils ist nicht eindeutig möglich, so sind neben Prog Metal, auch Elemente des Mathrocks mit fast dissonant bzw. vertrackt wirkenden Akkorden oder Passagen des Alternative und Progressive Rocks verarbeitet. Damit bewegen sich die Düsseldorfer auf modernem, zeitgemäßen Terrain, altbacken war gestern. Sie selber bezeichnen es als Post-Prog, daher keine Frage – Mainstream ist anders!

Für diesen interessanten Mix sorgen Sängerin Jessica Näser, die beiden Gitarristen Andrej Henze und Ralf Gemein. Björn Müschen bedient dabei den Bass während für die Sticks Drummer Arthur Theuring verantwortlich zeichnet. Für einen Kurzauftritt wurde Gastmusiker und Saxophonist Klaus Theisen verpflichtet.

Das CD-Artwork ist zwar schlicht, aber sehr ansprechend gestaltet. Jedem Titel wird ein Gegenstand sowohl textlich als auch visuell zugeordnet. Die graphische Umsetzung zeigt, dass mit relativ einfachen Mitteln ein attraktives Design erreichbar ist, ohne aufgesetzt zu wirken.

Fazit: Es muss nicht immer Progressive Rock in gewohnter oder komplexer Reinstform sein, auch 32 Minuten modern umgesetzte Ideen können gefallen. Die Düsseldorfer gehen da ihren ganz eigenen Weg, mal schauen wohin diese Reise noch gehen wird.
Bewertung: 8/15 Punkten (KR 11, HR 8)

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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