#CrowdfundingCorner Nr. 1: Juli 2016

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Crowdfunding auf der Straße

Bezahlte Liebe

Den Begriff Crowdfunding kann man heutzutage vielerorts aufschnappen. Er beschreibt meist die Finanzierung von Projekten durch eine Vielzahl von im Internet organisierten Geldgebern. Sie stellen Kapital zur Verfügung und werden dafür auf unterschiedlichste Weise entlohnt. Neben den beiden Extremen des hochriskanten Crowd-Investments, bei denen es meist um das Sammeln von Startkapital für aufstrebende Unternehmen („Start-ups“) geht, und den Spenden-Sammelaktionen für gemeinnützige Zwecke, hat sich diese Methode des Fundraisings inzwischen auch in der Musikbranche etabliert. Viele Bands müssen die Kosten von Alben, Musikvideos und Tourneen aus der eigenen Kasse bezahlen, deshalb ist es sehr attraktiv, einen Teil der Last auf die breiten Schultern der Fangemeinde zu verteilen.

Welcher Fan zückt bei ausgelobten Preisen wie Online-Musikunterricht vom Lieblingsgitarristen, Kampagnen-exklusiven CD-Beigaben oder gar der Möglichkeit, die Band im Tourbus zu begleiten, nicht gerne sein Portemonnaie? Wer seiner Lieblingsbands nicht täglich in den sozialen Netzwerken folgt, wird bei der verwirrenden Vielfalt der Crowdfunding-Plattformen jedoch womöglich spannende Kampagnen verpassen. Wir nehmen das zum Anlass, auf erwähnenswerte Projekte aufmerksam zu machen. Auch zu diesem Thema freuen wir uns selbstverständlich wie stets auf Vorschläge von Lesern und Bands, gerne könnt Ihr uns dazu über unser Kontaktformular schreiben.

Diese Kampagnen machen den Anfang:
Über Kickstarter sammelt die kalifornische ProgressiveRock-Band Lobate Scarp mindestens 36.090 US-Dollar für das zweite Studioalbum „You Have It All“. Nur bei Erreichen dieses Finanzierungsziels wird der Tauschhandel verbindlich, andernfalls werden die investierten Fangelder zurück erstattet. Nachdem bereits für das Debütalbum ein Teil der Produktionskosten fanfinanziert werden konnte, ist das Ziel dieses Mal deutlich höher gesteckt. Angeboten wird ab 10 Euro der Download des Albums, darüber hinaus gibt es u.a. T-Shirts, Hauskonzerte, und für den Fan geschriebene Songs oder die Mastertapes des neuen Albums. Mitmachen kann man bis zum 9. August hier.

Circus Maximus haben Anfang Februar in Oslo ein aufwändig inszeniertes Konzert zum Release des neuen Studioalbums „Havoc“ aufgezeichnet. Um diese Show als Blu-ray, DVD und Doppel-CD veröffentlichen zu können, bittet die ProgMetal-Band aus Norwegen um 20.000 Euro. Für 10 Euro kann sich der geneigte Fan den Audio-Download sichern, wer mehr ausgeben mag, kann sich u.a. T-Shirts, handgeschriebene Songtexte oder Aftershow-Pässe als Gegenleistung erkaufen. Die Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo läuft noch bis Mitte August.

Die japanische ProgRock-Band Yuka & Chronoship möchte ein Musik-Video zum Song ‚Galileo II – Copernican Theor‘ vom aktuellen Album „The 3rd Planetary Chronicles“ produzieren lassen. Das Design stammt dafür von der Manga-Künstlerin Oda Hideja, mit Hilfe visueller Effekte soll das Musikvideo zu einem Gesamtkunstwerk gestaltet werden. Finanzierungsziel sind 1000 US-Dollar, für 10 Dollar gibt es ein Dankesschreiben und regelmäßige Projekt-Updates, für 30 Dollar bekommt man die DVD und Extras, und für 50 Dollar wird der Geldgeber zusätzlich im Abspann des Videos erwähnt. Bis Ende Juli wird bei Indiegogo gesammelt.

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Über den Autor

Annika Dormeyer

Das Leben ist komplex!

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#CrowdfundingCorner Nr. 1: Juli 2016

von Annika Dormeyer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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