Caligula’s Horse – Bloom

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CaligulasHorse-Bloom-2015-Cover(44:59, CD, InsideOut/Universal, 2015)
Heraus mit dem Doktorarbeitsplagiatszitatensauger! Und der saugt auch brav gleich Beklauenswertes an. Beispielsweise ein in Prog-Kreisen nicht völlig unbekannter „Großwesir“ hatte sich bezüglich „Bloom“ auf dem Book of Faces kürzlich also geäußert:

„Der bewährte Stilmix (die exzellente Stimme Jim Greys und die progmetallischen Riffgewitter mit den handelsüblichen Taktverschiebungen) bleiben das Markenzeichen der Truppe. Kompositorisch ist da allerdings wirklich nicht viel passiert seit dem Debüt. Und hier ist die Crux: Die Songs sind austauschbar und haben keine erkennbaren Hooks oder Eigenheiten, die sie voneinander (oder von früheren Produktionen) unterscheiden. Musikalisch ist das jetzt besser produziert, keine Frage, aber mir fehlt auf Albumlänge die Strahlkraft und Originalität. Wer noch nicht ein Album von ihnen gehört hat, wird begeistert sein, wer die beiden Vorgänger kennt, wird entweder begeistert m.o.t.s. abfeiern, oder (wie ich) ein wenig rummeckern.“


Wohl gesprochen. Im Folgenden zum Ausgleich dennoch ein wenig strunzsubjektives Abfeiern: Das Kompositionsmuster mag bekannt/bewährt sein. Aber wenn dabei Songs wie das treibende ‚Marigold‘ (mit herrlichen Kopfstimmenparts) oder der erhaben komplex gestrickte und mit beachtlichen Streicherarrangements versehene Longtrack ‚Dragonfly‘ herauskommen, dann würden die Caligula-Pferdeflüsterer ja Schläge verdienen, wenn sie daran rührten! Auch das eröffnende Titelstück verwöhnt bereits mit einer schwer vergesslichen Melodie sowie einem vom großartigen Jim Grey (u. a. Arcane) zart wie das Wiegenlied für ein neugeborenes Fohlen und zunächst nur zum akustischen Gitarrenzuckerbrot gesungenen Intro … – und es enttäuscht auch nach Einsetzen der siebenschwänzigen Riff-Peitsche ganz und gar nicht. Originell auch das dem Galoppel vorgeschaltete, besonders ausdrucksvolle Gitarrensolo, das weder dem einleitenden Idyll noch dem Powermetal-Block zuzugehören scheint und dennoch harmonisch zauberhaft überleitet. Hach. Und ‚Undergrowth‘ ist dann tatsächlich wieder so ein Wiegenlied für Einhorn-Fohlen zur Wandergitarre …


Also Hut ab vor der Leistung von Grey (Lead Vocals; beim Intro von ‚Firelight‘ klingt er wie alle Comedian Harmonists gleichzeitig), Zac Greensill (Guitar, Vocals), Dave Couper (Bass, Vocals), Geoff Irish (Drums) und Band-Mitbegründer Sam Vallen (Guitar „and everything else“). Die hier sprossenden Blüten sollten sich Fans von Haken, TesseracT, Karnivool, Leprous und Co. keinesfalls entgehen lassen!


Bewertung: 12/15 Punkten (KR 12, KS 12)

Worauf wartet Ihr denn jetzt noch? The reviewer has left the building! Wie es aussieht, scheint er sich „Moments From Ephemeral City“ (2011) „Colossus“ (EP; 2011) und „The Tide, The Thief & River’s End“ (2013) besorgen zu wollen. Möglicherweise läuft er sich aber auch schon mal für die Tour warm – Caligula’s Horse m. Shining:
31.10. Dresden, Groovestation
05.11. Wien (A), Viper Room
10.11. Winterthur (CH), Salzhaus
12.11. Luxembourg (LUX), Luxembourg, Sonic Visions
13.11. Frankfurt/M., Nachtleben
14.11. Stuttgart, Keller Club
15.11. Utrecht (NL), Tivoli de Helling
16.11. Bochum, Matrix
17.11. Brüssel (B), Rotonde.

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Über den Autor

Klaus Reckert

„everything happy, and progressive, and occupied“
K. Grahame, The Wind In The Willows

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Caligula’s Horse – Bloom

von Klaus Reckert Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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