
Singer/Songwriter • Softrock
(1:12:36; Vinyl, CD, Digital; Pure Music/Just For Kicks, 28.02.2026)
Marc Atkinson ist Sänger und Songschreiber, kommt aus Großbritannien und ist bereits seit vielen Jahren in der Musikszene aktiv. Mein erster Kontakt mit ihm war bei seiner Mitwirkung am Album "One Eye On The Sunrise" der Band Nine Stones Close. Junge, Junge, da ging die Post teilweise mächtig ab, bis hin zu Doom – und er mittendrin mit seiner einprägsamen Stimme. Das war 2012 und für mich eine wahre Entdeckung. Leider blieb es aber bei dieser einmaligen Zusammenarbeit. Es folgten Kooperationen mit den Bands Moon Halo und Riversea, und wenn man sich diese weiteren Einspielungen von Marc Atkinson anhört, kann man erahnen, warum es zu keiner weiteren Aufnahme mit NSC kam. Er verfolgt einfach eine ganz andere Linie in seiner Musik, ähnlich derjenigen seines Namensvetters aus Kanada (Achtung: bitte die beiden nicht verwechseln).
Seine Musik ist Songwriting in seiner elegantesten Form. Er eckt nicht an, er lässt es nicht ein einziges Mal krachen, er bleibt fast 73 Minuten lang in seiner Komfortzone. In dieser Zone schreibt er Musik, die so einlullend ist, dass der Hörer es sich nicht zu gemütlich auf dem Sofa machen sollte – außer, er hatte einen sehr anstrengenden Tag im Job und möchte sich einfach nur einen guten Whiskey gönnen und die dazu passende Musik hören. Dann macht der Hörer alles richtig. Bei diesen Tracks sieht man nämlich förmlich die entfernte Küste seiner Heimat, den typischen Nebel der Insel oder Pferde, die über die Koppel traben.
Das Album hat durch diese Spielzeit Längen. 15 Songs über 73 Minuten, die alle ähnlich in Tempo und Gesang klingen, verlangen dem Hörer nicht nur eine(n) verständnisvolle(n) Partner(in) oder festes Sitzfleisch ab. Wichtiger ist, dass man es schafft, sich über diesen langen Zeitraum zu konzentrieren. Schwierig bei mir – ich drifte da gerne mal ab. Meine Bewertung mag meiner fehlenden Ruhe und Geduld geschuldet sein, aber mir passiert einfach zu wenig über diese lange Zeit. Obwohl – das gebe ich zu – die Tracks keinen Ausreißer nach unten haben. Alle sind qualitativ auf gutem Niveau, vielleicht ein bisschen zu zahm und hie und da dadurch etwas langatmig. Mal orchestral, mal folkiger, mal singt Marc Atkinson wie ein Märchenonkel, der Geschichten erzählt. Apropos Gesang: Marc Atkinson hat eine beeindruckende Stimme. Das ist unbestreitbar.
Das Album ist perfekt für die ruhigen Momente im Leben, in denen man einfach nur gut unterhalten werden möchte, ohne dass die Unterhaltung überhandnimmt. Hörer, die den Künstler genau wegen dieser Art mehr schätzen als ich, dürfen meine Punktzahl durchaus ignorieren. Aber vielleicht denke ich einfach zu oft noch an dieses tolle Album von Nine Stones Close.
Bewertung: 9/15 Punkten
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Abbildungen: Marc Atkinson/Bandcamp

