Autor: flohfish

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

12.0
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(82:00; Vinyl (2LP), Blu-ray Audio + CD, Digital; Gentle Art Of Music/Believe, 24.01.2005/15.08.2025) RPWL blicken 2025 auf zwanzig Jahre World Through My Eyes zurück – und was damals als künstlerische Neuerfindung begann, wirkt heute wie ein Schlüsselwerk ihrer Diskografie. Nach drei Alben musste sich das Quartett aus Freising neu ausrichten. Yogi Lang und Kalle Wallner öffneten den Blick von rein persönlichen Themen hin zu großen Fragen nach Philosophie, Religion und Weltsicht. Das Ergebnis war ein Album, das sich nicht nur textlich, sondern auch musikalisch mutig über Grenzen hinwegsetzte. Auch die leicht indisch, psychedelisch angehauchten Klangtendenzen im Sound, die man…

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10.0
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(45:44; Vinyl, CD, Digital, InsideOut/Sony Music, 20.06.2025) Schwarzweiß, kein Kostüm, keine Schminke: Auf dem Cover von "Monumentata" blickt uns Nad Sylvan so direkt an wie nie zuvor – durch die Maschen eines Tennisschlägers. Ein merkwürdiges, fast rätselhaftes Bild, das jedoch den Kern des Albums spiegelt. Denn hier geht es nicht mehr um Maskerade oder Mythos, sondern um Herkunft, Familie und Identität. Vor allem die Beziehung zu seinem Vater, einem Tennisspieler mit schottisch-ungarischen Wurzeln, prägt dieses Werk. Das Suffix "Tata" im Albumtitel – ungarisch für „Vater“ – ist dabei kein Beiwerk, sondern eine klare Widmung. Und so klingt das Album auch:…

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10.0
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(31:23; Vinyl (2LP ["Ritual I & II"]), Digital; InsideOut Music/Sony Music, 01.08.2025) Während "Ritual I" noch eine meditative, zeremonielle EP war, die stark von der Isolation während des Lockdowns geprägt war, zeigt "Ritual II" eine deutlich lebendigere und komplexere Klanglandschaft. Wo Teil 1 auf Field Recordings, Flöten, Marimba-Loops und dezente Gitarrenakzente setzte, erweitert Teil 2 diese Welt um neue Instrumente wie Oud, Talking Drum sowie Darbouka und steigert die Präsenz des Xylophons. Tracks wie 'Shadows Under Moonlight' gewinnen dadurch eine exotische, geheimnisvolle Dimension, die Teil 1 noch nicht hatte. Die EP ist vor allem deshalb unterschielich geartet, da sie –…

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9.0
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(28:28; Vinyl (2LP ["Ritual I & II"]), Digital; InsideOut Music/Sony Music, 08.07.2025) Mit dem Progressive Rock Rush’scher Prägung ihrer beiden Studioalbums "Crown Lands" (2020) und "Fearless" (2023) hat "Ritual I" recht wenig zu tun. Was auch daran liegt, dass die rein instrumentale (!) EP während des Corona-Lockdowns entstand – ganz ohne Zeitdruck oder das Gefühl, irgendwelchen Erwartungen gerecht werden zu müssen. Cody Bowles (gewöhnlicherweise nicht nur Schlagzeuger, sondern auch Sänger der Band) beschreibt es so: Ich denke, das Album ist ein Ausdruck von uns gegen die Stagnation geworden, in einer Zeit, in der so viele vertraute Lichter um uns herum…

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(15:29; Vinyl, Digital; Silent Pendulum Records, 25.07.25) Wenn man sich daran erinnert, wie Cryptodira im Frühjahr 2023 im Vorprogramm von Haken und BTBAM in Esch die Bühne regelrecht zerlegt haben, wundert einen die Entwicklung der Band überhaupt nicht mehr. Schon damals war klar: Hier agiert ein Vierer, der technische Finesse, ungebremste Energie und ein Gespür für Überraschungen zu einer eigenen Mischung verdichtet. Mit "Genesis Of Error" haben sie nun eine EP vorgelegt, die diese Qualitäten bündelt und zugleich die Türen noch weiter aufstößt. Die Long-Island-Truppe war nie der Typ „steril-glatte Prog Metal“. Schon das Debüt "The Devil’s Despair" ließ mehr…

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Intimität und orchestrale Größe Um Portishead war es in den letzten Jahrzehnten still geworden, sodass es immer wieder eine kleine Freude ist, Beth Gibbons’ Stimme auf anderen Projekten zu hören – sei es auf "Out Of Season", ihrer Zusammenarbeit mit Talk-Talk-Bassist Paul Webb alias Rustin Man, oder im letzten Jahr auf "Lives Outgrown", ihrem ersten echten Soloalbum. Umso größer war die Überraschung, als die Ankündigung einer Europa-Tour durchs Netz ging: die ersten Auftritte von Beth Gibbons seit der Portishead-Tour 2014/2015 – und ihre erste Solo-Tournee seit 2002 (wenn man die gelegentlichen Auftritte unter dem Banner Beth Gibbons & Rustin Man…

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12.0
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(2:26:22; Vinyl (4LP), 2CD, Digital; InsideOut Music/Sony Music, 11.07.2025) "The Lamb Stands Up Live At The Royal Albert Hall". Der Titel klingt nach ganz großem Kino: "The Lamb Lies Down On Broadway" in voller Pracht, aufgenommen im ehrwürdigen Londoner Musiktempel. Doch wer genau das erwartet, wird bei dieser Auf nahme eher ernüchtert die Nadel anheben. Denn das Vierfach-Vinyl bietet keine komplette Aufführung des Genesis-Klassikers, sondern lediglich Auszüge, die zusammen kaum drei der acht Plattenseiten füllen. Drumherum: ein Querschnitt durch Hacketts Solo-Karriere, dazu ein gutes Stück weiterer Genesis-Klassiker. Damit wirkt das Ganze zunächst wie eine Mogelpackung – zumindest, wenn man den…

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12.5
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(56:34, Vinyl (2LP), CD, Digital; RCA Records/Sony Music, 09.05.2025) "Even In Arcadia" in der Doppelbetreuung Teil 1: William Deaquiz "Even In Arcadia" marks the fourth studio album by the English band Sleep Token, deliveringa wide array of musical influences and sounds each one masterfully blended with their signature style: heavy guitars, powerful drumming, and vocals that shift seamlessly from melodic softness to raw, visceral screams. Spanning 57 minutes across 10 tracks, the album is both bold and ambitious. Sleep Token continue to defy genre boundaries, incorporating elements of pop, R&B, rap, and even subtle touches of reggaeton as heard in…

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Roh. Emitional. Intelligent. Im luxemburgischen Esch gab es in diesem Frühsommer ein ganz besonderes Line-up zu bestaunen. Während Thrice in Deutschland auf Headliner-Tour unterwegs waren – mit Coilguns als Support –, teilten sich die US-Amerikaner in der Rockhal ausnahmsweise die Bühne gleichberechtigt mit niemand Geringerem als Hot Water Music. Eine rare Double-Headliner-Show also, bei der man wohl oder übel auf einen Teil der üblichen Thrice-Setlist verzichten musste – dafür aber zur Entschädigung eine zweite Legende des Post-Hardcore geschenkt bekam. Und als Bonus: Coilguns. Coilguns Viel zu spät dran. Baustellen, Stau, Sperrungen, Grenzkontrollen – Luxemburg wollte mich an diesem Tag offenbar…

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12.0
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(1:17:46/1:11:19; CD+Blu-ray, Vinyl, CD, Digital; Century Media/Sony Music, 24.04.2025) Im Krieg gibt es keine Gewinner. Alle verlieren - ihr Leben, ihre Seelen, ihre Menschlichkeit. Dieser Satz bringt das Selbstverständnis einer Band auf den Punkt, die in der extremen Metal-Szene ein kleines Phänomen darstellt: Kanonenfieber. Für eine Formation aus dem Graubereich zwischen Death und Black Metal erfreuen sich die Bamberger einer erstaunlich großen Beliebtheit – nicht zuletzt dank ihrer kompromisslosen Mischung aus musikalischer Härte, historischer Aufarbeitung und eindringlicher Ästhetik. So waren im vergangenen Jahr 16 der 20 europaweiten Headliner-Konzerte ihrer "Die Urkatastrophe"-Tour bereits Monate im Voraus ausverkauft. Wie eindrucksvoll das Gesamtkonzept…

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11.0
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(33:00; Vinyl, CD, Digital; Pelagic Records, 16.04.2024/09.05.2025) Ursprünglich 2024 in Eigenregie erschienen, jetzt via Pelagic neu aufgelegt: "War." ist das zweite Album der Sludge'n'Noise-Dampfwalze Whores aus Georgia. Acht Jahre nach "Gold." – und musikalisch fast alles beim Alten? Jep. Aber genau das ist die Ansage. Denn "War." ist kein lauwarmer Aufguss, sondern ein trotziger Mittelfinger an das Schicksal. Knie kaputt, Ellbogen gebrochen, Pandemie, persönliche Abgründe – andere wären daran zerbrochen. Whores nicht. Die haben weitergemacht. Nicht weil es leicht war, sondern weil es nicht anders ging. It pisses me off when people talk shit about us. They don’t know the…

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(40:23; Vinyl, CD, Digital; Pelagic Records, 16.05.2025) Mit "Menedék" (dt.: Refugium) liefern Törsz eine stille Schönheit ab, die sich weder aufdrängt noch verliert. Die ungarische Instrumental-Post-Rock-Formation folgt einem entschleunigten Ansatz und lässt ihre Musik atmen – mit Raum, Bedacht und einer Klarheit, die an späte Talk Talk erinnert. Soma Balázs, Dániel Nyitray und Neuzugang Zsombor Lehoczky setzen auf das Prinzip der Reduktion: keine Note zu viel, kein Effekt, der überdecken müsste, was in sich schon strahlt. Dabei entfalten die Stücke auf Menedék eine fast meditative Tiefe. Die Dynamik schleicht sich subtil heran, nie als Welle, sondern als sachter Anstieg –…

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13.0
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(1:01:00, Vinyl (2LP), CD, Digital, Napalm Records, 01.09.2023) Es gibt Alben, die sich mit der Zeit ins Leben schleichen – leise, beharrlich, unaufdringlich. "Dormant", das dritte Werk von Silent Skies, ist so eines. Über anderthalb Jahre ist es nun alt, aber kein bisschen leiser geworden. Und obwohl meine ursprüngliche Rezension mitsamt Notizblock auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist, dreht sich "Dormant" bei mir noch immer – ganz so, als würde es auf seine längst fällige Würdigung warten. Ich muss gestehen: Ich bin ein großer Fan von Vikram Shankar, den ich mit aud Avandras "Skylighting" lieben lernte. Nicht unbedingt von seinen gelegentlich ausufernden…

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Kleine Bühne, Große Wirkung Ich war ja nie ein großer Fan der Talking Heads und auch ihr Schaffen kenne ich nicht wirklich gut genug, als dass ich in deren Fall mit meinem Wissen prahlen könnte. Ich habe zwar jedes ihrer Alben schon ein paar Mal gehört und ihre Hits kenne ich natürlich in- und auswendig. Viel mehr aber auch nicht. Und doch war ich in Nullkommanix Feuer und Flamme, als ich die Ankündigung sah, dass Jerry Harrison und Adrian Belew gemeinsam auf Europatournee gehen würden, um den 1980er Klassiker "Remain In Light" aufzuführen, der in diesem Jahr seinen 45. Geburtstag…

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12.0
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(57:06; Vinyl (2LP), CD, Digital; MNRK Heavy, 16.05.2025) Stilbruch? Stilbruch! Es gibt kaum ein treffenderes Wort für das, was das Sextett aus Atlanta auf seinem neuen Album veranstaltet. "I Don't Want To See You In Heaven" ist ein musikalischer Schleudersitz, der mit Hochgeschwindigkeit durch Mathcore, Nu Metal, Alternative Rock und poppige Zuckerstücke rast – nur um Sekunden später in ruppigen Post-Hardcore-Gassen einen U-Turn zu vollziehen. Wer sich hier hineinstürzt, braucht Mut – und am besten keine Erwartungshaltung. Die technischen Fähigkeiten der Band sind über alle Zweifel erhaben, doch das ist nicht das Verkaufsargument. Es ist diese Mischung aus Eskalation und…

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(1:19:12; Vinyl, Digital; InsideOut Music/Sony Music, 25.01.2005/16.05.2025) Als Neal Morse nach der Veröffentlichung von "Snow" Spock's Beard verließ, hing ein großes Fragezeichen im Raum, wie es mit der Band weitergehen würde. Man entschied sich dazu, weiterzumachen – ohne Neal Morse und ohne "neuen" Sänger. Stattdessen entschied man sich für die Genesis-Lösung, sodass Drummer Nick D'Virgilio neben den Schlagstöcken nun auch den Lead-Gesang übernahm. Irgendwie passend, wenn man bedenkt, dass Nick einer der beiden Drummer war, die auf Genesis' letztem Album "Calling All Stations" zu hören waren. "Feel Euphoria", die erste Platte ohne Neal, war dann für viele eine Enttäuschung, denn…

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(40:28; Vinyl, 2CD, Digital; Century Media/Sony Music, 02.04.1996/06.06.2025) Und weiter geht es im Reigen der Wiederveröffentlichungen von Werken des Dan Swanö. Dieses Mal auf dem Programm: Edge Of Sanitys "Crimson". Ein Song. Vierzig Minuten. Kein Stillstand. – so oder so ähnlich könnte man das '96er Werk zusammenfassen. Ein Klassiker des Grenzgängers Dan Swanö, der hier die perfekte Symbiose zwischen Death Metal und progressiven Exzessen erschaffen hat. Er treibt seine Band Edge Of Sanity hier in Sphären, in denen sich Morbid Angel mit Pink Floyd am Lagerfeuer die Soli reichen könnte. Anders als bei den stärker deathlastigen Frühwerken gelang Edge Of…

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(37:50; Vinyl, CD, Digital; Mute Records/[PIAS], 09.05.2025) Auf Enez Eusa, der abgelegenen Insel Ouessant (engl.: Ushant) vor der bretonischen Atlantikküste, endet Frankreich – und beginnt etwas anderes. Hier lebt Émilie Tiersen alias QUINQUIS, gemeinsam mit Ehemann Yann Tiersen, zwischen Wind, Wellen und Wildnis. Ein Leben am Rand der Welt – und vielleicht genau deshalb eines, das mit wachem Blick nach innen lauscht. Mit "eor", dem Nachfolger ihres 2022er Debüts "SEIM", hat QUINQUIS nun ein Werk vorgelegt, das tief in jene Zwischenwelten eintaucht, in denen sich Natur, Mythos und Identität begegnen. Dabei ist das Album weit mehr als nur eine atmosphärische…

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(1:23:00; Vinyl, CD, Digital; Mute Records/[PIAS] 04.04.2025) Yann Tiersen ist vor allem als Pianist bekannt und hat durch das Thema zum Film "Le fabuleux destin d'Amélie Poulain“ (dt.: "Die fabelhafte Welt der Amélie") Berühmtheit erlangt. Wäre dies die einzige musikalische Seite Yann Tiersens, hätte er wohl niemals seinen Weg auf unsere Webseite gefunden. Doch 2019 zeigte der Bretone mit seinem Album "All", was sonst noch in ihm steckt – eine Platte, bei der Tiersens Pianospiel auf Electronica sowie Elemente aus Ambient und Post-Rock traf und die stellenweise den Geist von Sigur Rós, den späten Talk Talk und auch Mike Oldfield…

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(31:07; Vinyl, Digital; Pelagic Records, 11.04.2025) Es ist eine dieser Platten, die sich hartnäckig gegen jede Form von Einordnung wehrt – ein dunkler Monolith aus Sprache, Klang und Gefühl. Unter dem schlichten Titel "ARTAUD!" treffen die norwegischen Noise-Goth-Poeten Årabrot auf das französische Artrock-Kollektiv Hifiklub, um gemeinsam das Werk des französischen Schriftstellers und Theater-Revolutionärs Antonin Artaud zu erkunden – jener fiebrigen Stimme der Avantgarde, die schon zu Lebzeiten an den Rändern der Realität arbeitete. Eröffnet wird das Werk mit 'The Poem Of St. Francis of Assisi', dem gut 15-minütigen Stück der A-Seite. Hier präsentieren sich Kjetil Nernes und Karin Park als…

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