Villagers of Ioannina City – Age of Aquarius

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(65:50, Digital, Mantra Records, 2019)
In den Bergen von Epirus, im Nordwesten Griechenlands, liegt eine Stadt mit Namen Ioannina. Einige Einwohner dieser Stadt gründeten im Jahr 2000 eine Band und nannten sich der Einfachheit halber Villagers of Ioannina City (Ich warte übrigens noch auf die erste Thrash Metal-Band, die sich “Einwohner von Oer-Erkenschwick” nennt).

Die Villagers of Ioannina City wirbelten 2014 schon mit ihrem Debüt-Album “Riza” in “unserer” Szene ein wenig Staub auf. So wie auch jetzt wieder, mit ihrem zweiten Studio-Album “Age of Aquarius”. Immer noch hierzulande als Geheimtipp gehandelt, ist die Band in ihrer Heimat Griechenland mittlerweile eine der populärsten und größten Rockbands. Völlig zu Recht.

Der Sound der Band atmet die traditionelle Atmosphäre ihrer Heimat, der Umgebung und Landschaft in den Bergen von Epirus. Ansonsten ist der musikalische Stil schwer zu beschreiben. Mal bedient man sich beim Stoner Rock, sehr oft beim Psychedelic Rock oder auch Krautrock und hin und wieder tangiert man auch Post Metal der Marke ISIS, Jesu oder Kylesa. Sicher ist eigentlich nur der feste Anteil an Folk Rock, der überwiegend mit traditionellen griechischen Instrumenten (Klarinette, Dudelsack,…) dargeboten wird und einen gewissen roten Faden erkennen lässt. Hervorzuheben ist außerdem auch die Stimme von Sänger und Gitarrist Alex, die sehr klar aber auch sehr druckvoll den Songs eine gewisse Eigenständigkeit verleiht.

Enthält der komplett in Eigenregie entstandene und mittlerweile leider nur schwer erhältliche Vorgänger “Riza” noch überwiegend Rockvarianten von griechischen Traditionals, so ist “Age of Aquarius” deutlich songorientierter, kräftiger und härter ausgefallen. Das Thema des Albums behandelt laut Aussage der Band “Eine Reise von Nacht zu Tag, von Dunkelheit zu Licht, von Geburt zu Tod und Wiederauferstehung. Die sterbliche Gegenwart und die geistige Harmonie und Vereinigung mit der kosmischen Seele.”.

Um eine Einheit mit dem Konzept bilden zu können, benötigt der Hörer durchaus mehrere Durchgänge. Aber mit solchen Glanztaten, wie dem opulenten, wuchtigen Titelsong ‘Age of Aquarius’, dem mitreißenden Energiebündel ‘Part V’, dem hitverdächtigen ‘For the Innocent’ oder den kräftig rockenden ‘Father Sun’ oder dem Longtrack ‘Cosmic Soul’, gelingt der Zugang zur Musik der Griechen ziemlich schnell.

Zur Zeit gibt es das Album nur als Download oder auf den entsprechenden Portalen als Stream zu hören. Allerdings hat die Band endlich einen Deal mit dem hiesigen Label Napalm Records eingetütet und ein physischer Tonträger wird am 3. April folgen. Ebenso wie erfreulicheise auch eine Tour durch Europa.

“Age of Aquarius” ist ein sehr kurzweiliges, spannendes Album geworden. Die Griechen erschaffen eine angenehme magische, exotische Atmosphäre, haben ein Händchen für eine gute Mischung aus harten Riffs, Psychedelic Rock und unverwechselbaren Folk-Rock-Einschüben.
Bewertung: 13/15 Punkten (MBü 13, KR 12)

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Über den Autor

Michael Büttgen

Geschmacklich bin ich eigentlich schlecht in irgendeine Schublade einzuordnen. Ich mag sehr viele verschieden Arten von Musik, solange sie für mich einen gewissen Anspruch hat, mich interessiert, fesselt und vor allem berührt.

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Villagers of Ioannina City – Age of Aquarius

von Michael Büttgen Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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