Autor: Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

10.0
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(63:00, CD, Digital, Eigenproduktion/Just For Kicks Music, 2023) Hier jemand aber gleich einmal ALLES! "Their mains influences are going from Porcupine Tree to Tool, Dream Theater to Peter Gabriel". Hoch gestapelt ist manchmal schon die halbe Miete und Manchem sein Ganzes. Aber, wenn man schon irgendwelche Schubladen mit Macht aus den wurmstichigen Vintage-Mobiliar des Progressive Rock heraushebeln möchte, dann kann man einmal Gnade vor Recht ergehen lassen und beipflichten – ja, Anasazi sind durchaus auf dem richtigen Weg. Reichlich komplexe Rhythmusstrukturen prallen auf Progressive infizierte Arrangements, ohne jedoch, und das ist das Gute, in Dream Theater’sche Hybris zu verfallen. cause…

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10.0
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(66:19, Digital, iapetus Media, 2023) Ist das schon Jazz oder kann das weg? Mit der Überrepräsentation des freien Klarinettenspiels von David Rothenberg besitzt "Homayoun" nicht nur einen Ansatz, sondern eine deutliche Ausrichtung in Richtung Jazz. Aber, ein David Rothenberg darf das, ist der Musiker doch eben nicht nur Professor für Philosophie und Musik am New Jersey Institute Of Technology sowie Autor diverser Bücher (u. a. "Why Birds Sing", "Stadt der Nachtigallen"), sondern nebenbei noch auf Alben von Peter Gabriel, Hamid Drake, Scanner, Lewis Porter oder Suzanne Vega anzutreffen. Zusammen mit den beiden Soundtüftlern und -findern Ali Sayah (Bass, Tar) und…

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(44:29, Vinyl, Digital, Clostridium Records, 21.03.23) Da mahnt der Titel aber schon vehement, in welche Richtung es gehen soll. Als Electric Acid-Nachfolger zeigten die Wolves Of Saturn schon in erster Instanz mit ihren "The Bunker Tapes", dass es auch hier, im Keller, ganz schön bunt sein kann. Mit Lavalampen-Atmo und jeder Menge Feedback befindet der Dresdener Dreier um Gitarrist Richard Schwertner auf Kollisionskurs mit der nächsten Dimension und katapultiert uns via "The Deserts Echo And The Peyote Delusion" ins Zentrum eben genau dieser. the deserts echo and the peyote delusion by Wolves Of Saturn Da in dieser Dimension Zeit keine…

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8.5
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(40:41, Vinyl, Digital, Krakenduft Records/Broken Silence, 2023) Ceebra Is A Punkrocker. Eben das passt hier auf jeden Fall. Aus den Dresdnern =Cee= entstand unter Mithilfe von Tourdeforce, den Nice Guys, NGFO und GT dann letztendlich Ceebra, wobei hier alle Eigenschaften der Vorgänger zu einem Großen, Ganzen gebündelt wurden. Sicher erlangt der Punkrock des Öfteren die Oberhand – schneller, höher, weiter ist auch hier die Devise, dennoch schimmert hier und da noch mehr als nur ein Quäntchen Stoner hervor. Und dieser gibt sich riffoffensiv, was auf Tracks wie 'Mosquito' und 'Game Over' zu erleben ist. Das klingt schon alles verdammt nach…

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(66:18, CD, Vinyl Digital, Alchemy Recordings/BMG/Warner, 2023) Das ist schon ein wenig verwirrend, handelt es sich bei "Existential Reckoning" doch "erst" um das vierte offizielle Album des Sidekicks von Tool-Frontmann Maynard James Keenan (dem die Herabstufung als 'Sidekick' wohl überhaupt nicht gefallen dürfte, räumt er Puscifer doch in etwa die gleiche Priorität ein). Verwirrend deshalb, kommen die Downbeater inklusive Live- und Remix-Alben sowie EP’s auf knapp 20 Veröffentlichungen. Vor allem die Remix-Alben sind aus der Puscifer-Diskographie schon essentiell, legt man die Intentionen nach jedem offiziellen Release doch auf dieses Format. So folgte auf das 2007er Debüt "‘V‘ Is For Vagina"…

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9.0
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(32:37, CD, Vinyl, Digital, Interstellar Smoke Records, 24.02.2023) Die Finnen haben eigentlich für jede gute Sache ein entsprechendes Wort. So bedeutet Kalsarikännit beispielsweise nichts anderes als ‚sich in Unterhosen daheim alleine betrinken‘. So kurz, so bündig. Was uns gleich zu Mutautu bringt. Ganz so dramatisch ist es bei dem Trio aus Helsinki dann zwar nicht (Mutautu bedeutet so viel wie Schlammnebel, aber immerhin), trotzdem lässt es sich zu der hier gefahrenen Musik dann eben ganz entspannt Kalsarikännit zelebrieren. Fuzzbeladen ackert sich „Graveyard Of Giants“ dann auch durch den tiefsten und zähesten Schlamm, wobei die Heavyness dafür sorgt, hier auch unbeschadet…

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11.0
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(40:07, CD, Vinyl, Digital, Tonzonen Records/Soulfood, 24.03.2023) Das ist doch schon einmal eine Maßnahme, eine Platte gleich mit einem Zwanzigminüter anzufangen. Zwar kennt man solche Ausmaße von den Frankfurtern, war doch schon ihre Debüt-EP mit ausnahmslos langrilligen Soundgut bestückt, aber gleich solch einen Brocken wie 'Kill The Sun And The Moon And The Stars' als Opener des ersten Fulltimers ist schon eine Herausforderung. Nun wälzen sich The Black Cat’s Eye hier in floydiger Nonchalance, alles, vom Gitarrenriffing bis hin zur transzendenten Aura erinnert dann auch auf ganzer Linie an "Echoes". Bis man eigentlich nur noch auf das Sonar-Pling wartet. Hybris,…

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9.0
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(39:04, CD, Vinyl, Digital, Season Of Mist, 24.02.023) Da werden die Lederjacken wieder übergestreift und die Sonnenbrillen gegen das flackernde Stroboskoplicht aktiviert. Irgendwo fanden Naut dann auch noch den Bruder von Dr. Avalanche und kündigten daraufhin ihrem Schlagzeuger. Wenn Klischee, dann aber richtig! Obwohl man aus Bristol kommt, hat das nichts zu sagen. Naut waten tief im Zwielicht der Nebelmaschinen und setzen dort an, wo die Sisters Of Mercy mit „First And Last And Always“ aufhörten. Mit stoischem Drumbeat, flirrend dramatischen Gitarren und den pathetisch dunklen Vocals von Sänger Gavin Laubscher schert man sich nicht um Kompromisse und schon gar…

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9.0
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(42:48, CD, Digital, Cuneiform Records, 28.10.2022) Ich hätte wetten können, dass wir es hier wieder mit Franzosen zu tun hätten. Wenn nicht sogar mit unseren Experten und Pappenheimern aus dem Umfeld von PoiL, Nil und PinioL. Umso überraschter ist man, wenn es sich herausstellt, dass Zeitgenossen wie Miriodor tatsächlich von woanders her, in diesem Fall aus dem kanadischen Quebec kommen. Noch überraschender, das Trio wurde schon 1984 gegründet, hat also auch schon knapp vierzig Jahre auf dem sicherlich schon altersschwachen Buckel und präsentiert mit "Elements" dann auch schon das zehnte Album seiner Karriere. Elements by Miriodor Zwischen Jazz und Progressive…

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11.0
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(39:50, CD, Vinyl, Digital, Trepanation Recordings/ Vinyltroll Records , 17.03.2023) Die Helden der gepflegten Abendunterhaltung empfehlen sich hier mit einem neuen Album, ihrem fünften, was so eine große Leistung nicht ist, existiert des Quintett aus dem dänischen Hovedstaden doch auch schon seit 2006 und hatte somit viel Zeit zur Tiefengründung seines Sounds, was auch angebracht ist, wiegt dieser doch Tonnen-schwer. Der pathetisch-atmosphärische Post Metal erreicht dann auf "V: Bones Of Extinct" seinen definitiven Höhepunkt, da er mit einer kaum aushaltbaren Power und Suspense daher kommt. V: Bones of the Extinct by Late Night Venture Sänger Michael Falk (und nebenbei einer…

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9.0
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(36:02, CD, Vinyl, Digital, CH!MP Records, 17.03.2023) Unser herzallerliebster Garage Punk from Down Under beehrt uns einmal wieder mit einem neuen Album als Dez Dare. Gut, Darren Smallman, so der gutbürgerliche Name des nebenbei noch in diversen Bands und Institutionen beheimateten Krawallos, lebt eigentlich seit einiger Zeit im englischen Brighton. Aber Brighton macht sich nun einmal nicht so gut, um mit dem Sound, den Smallman mit Dez Dare für gut befindet, irgendwelche Parallelen zu ziehen. Da kommt das australische Geelong schon besser. In der für ihre Punkszene bekannten australischen Küstenstadt starte der Musiker dann seine Selbstfindung und war seither, d.h.…

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The DeKconstruction Of Prog Ein wahrer Malstrom aus Prog, Doom, Jazz, Metal und Crimso erreichte uns mit dem neuen (und sechsten) Album "Kosmonautic Pilgrimage" (2023) der hinsichtlich dieser Konstellation schon als Supergroup zu bezeichnenden Formation Anchor & Burden. Mit den beiden Touch Guitar®-eros Markus Reuter (Stick Men) und Alexander Paul Dowerk, dem Redundant Rocker Bernhard Wöstheinrich (Centrozoon, Ornah Mental) sowie dem Schlagzeuger und Neuzugang Asaf Sirkis (Soft Machine, kam für Shawn Crowder) besitzt man dann auch gute Voraussetzungen für die Dinge, die dann noch kommen sollen. Und die kommen mächtig, gewaltig. Oder, in einer uns allen geläufigen Sprache – Vroooom…

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49:12, CD, Vinyl, Digital, BMC Records, 20.01.2023) Warum müssen dementsprechende Unternehmungen mit Saxophonen deren Aggressionspotential immer so verdammt hochhalten? Das der Saxophone, wohlgemerkt. So wirkt auch "Gueule De Boa", das neue Werk des Toulouser Dreiers, auf lange Strecken wie der auf fünfzig Minuten gestreckte Mittelteil des '21st Century Schizoid Man'. Das hat natürlich was, ist auf die Dauer dann aber mit dem Slogan versehen – sind sie zu stark, bist du zu schwach. Aber eben das möchte man sich dann nicht anmerken lassen und empfindet Dankbarkeit bezüglich der doch hin und wieder absolvierten weniger überambitionierten Parts, in denen Keyboarder Bastien…

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11.0
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(35:44, CD, Vinyl, Digital, Blues Funeral Recordings, 17.02.2023) Jack Harlons Tim Coutts-Smith spricht im Zusammenhang mit "Hail To The Underground" von der ‚Harlon-ifizierung‘ ausgewählter Undergroundsongs. Beim Covern des einen oder anderen Lieblingssongs wurde schnell klar, dass diese dann ihren ganz speziellen Jack Harlon & The Dead Crows-Twist auferlegt bekamen. So startete man schnell eine Umfrage bei Fans, welche Songs man gerne von den australischen Underground-Heroen gecovert sehen (beziehungsweise hören) würde wollen. Schneller lässt sich dann ein Album sicher nicht füllen als von hochmotiviert nachgespielten Klassikern des Undergrounds, die sich in den Händen von Jack Harlon & The Dead Crows in…

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9.0
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(41:33, CD, Vinyl, Digital, Ripple Music, 10.03.2023) Ein Zusammentreffen von Cro-Magnon-Mensch und Neandertaler war sicherlich nicht von brüderlicher Hingabe gezeichnet. Hier wurden mit Sicherheit Federn gelassen, da das Fremde schon immer eine Gefahr darstellte (‚Cro-Magnon vs Neanderthal‘). Bei dem „Ultraritual“ der Osloer Håndgemeng, übrigens deren erstes Fulltimer-Album nach einer Reihe EPs, werden auch Federn gelassen, da die Band um die beiden Brüder Martin und Filip Wennberg vor allem in vocalakrobatischer Hinsicht reichlich überambitioniert zu Werke geht. Tief im Morast von Doom, Stoner und Psychrock schleppt sich der Sound von Track zu Track, wobei hier schon einige psychoaktive Rauchbomben gezündet werden…

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6.5
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(48:04, Digital, CD, Vinyl, Apollon Records, 2023) Dobbeltgjenger spielen mit ihrem aktuellen und vierten Album guter Zwilling, böser Zwilling. Und diese Zweifaltigkeit findet sich nicht nur im Konzept von "The Twins" sondern auch in den Songs selbst, die einmal mehr von mächtigem Eighties’n Nineties-Powerpop inspiriert wurden. Da fragt man sich schon, warum man bei Stampeden wie 'Rocket Shoes' oder 'Pink' an einen Michael Hutchence denken muss oder bei 'Like a Crocodile' an einen Dave Gahan. Songwriter Vegard Wiknes scheint so seine Impulse von allen, komplett für gut befundenen Seiten zu bekommen. The Twins by Dobbeltgjenger Was bedeutet, dass es auf…

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(39:35, CD, Vinyl, Digital, Vietnam Label/Wagram/Labréa, 2023) Ein wahres Sammelsurium an Stilen präsentiert uns das Pariser Duo mit seinem vierten Album. Dabei geht es gar nicht einmal so sehr darum, unbedingt die von Projektnamen herrührende Verbindung zu Neil Young heraus zu selektieren, da diese sowieso in nur homöopathischen Dosen vorhanden ist. Weil "High_Life" noch so vieles mehr ist. Beatleskes, Hippiekult ('High_Life'), Morricone ('Dal Canale'), entspannter Indie Folk ('My Friend'), bitterböse Abrechnungen mit inkompetenten und populistischen Politikern und Führungspersonen in gar nicht einmal so bitterbösem Dreampop ('Hope') und verhuschter Psychfolk ('Amber Alerts'). Nach ihrem sensationell abgefeierten Pandemie-Album "British Hawaii" von 2020…

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11.0
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(41:45, CD, Vinyl, Digital, Interstellar Smoke Records, 17.02.2023) Berliner Band auf polnischem Label? Das kann nur gut gehen. Vor allem, wenn es sich hierbei um das kultige Label Interstellar Smoke Records handelt. Nun kommen Abanamat, nach einigen Demos, hier doch tatsächlich mit ihrem Debütalbum, das dann auch ganz schlicht mit "Abanamat I" betitelt ist. Dass die Mitglieder der Band aus Deutschland (Max Götsch – Gitarre, Gesang), Syrien (Majd Alkillane - Bass), Russland (Dima Zangjev – Gitarre) und der USA (Tyler Pesek – Drums) kommen, hebt die Völkerverständigung dabei auf ein hohes Niveau, was wieder einmal beweist, dass alles abseits der…

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8.5
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(41:15, CD, Vinyl, Digital, Ripple Music, 2023) Da geht es einmal mehr hochmotiviert zur Sache. Nach ihrem vulnerablen Debüt "Blueberry Muffin" hat man erneut verbleit getankt und macht sich mit Tempo 666 auf die Überholspur. Dass Sänger Alexander "Sunkan" Sundqvist nicht nur hin und wieder klingt wie eine Schnittmenge aus Ronnie James Dio und Chris Cornell ist dann auch die eine Bank der Schweden, das ungestüme Vorwärtsbreschen, das schon mit dem Turbo-Stonern 'Lizard King' und 'End Of The Line' hingelegt wird, die zweite. Mit 'Marijuana Trench' wird es dezent psychoaktiv, mit dem unheilvollen 'Pentagram' offerieren Tidal Wave dann ihre Vorliebe…

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(40:53, CD, Vinyl, Digital, Jazzline & Leopard, 2023) Alle guten Dinge sind 21! Sprachs, der Trilok, der Gurtu, und bringt dann auch gleich sein 21. Album an den Start. Deutlich reduzierter als die Vorgänger lebt "One Thought Away" vor allem von seinen Improvisationen. Den Anfang hierzu macht die viergeteilte 'No Fear Suite', für die der Meister des gehaltvollen Tabla-Spiels schon vor einigen Jahren den Grundstein legte. Zusammen mit seinem langjährigen Weggefährten Robert Miles ('Children') eingespielt sollte diese Improv nämlich die Basis für ein neues gemeinsames Projekt werden, aus dem dann leider nichts mehr wurde, da Miles 2017 verstarb. Tracks wie…

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