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    Du bist hier:Home»Reviews»Archive – Versions: Remixed

    Archive – Versions: Remixed

    0
    By flohfish on 10. Dezember 2020 Reviews

    Archive – Versions: Remixed ([PIAS]/Dangervisit, 20.11.20)(59:42, Digital, Vinyl, CD, [PIAS]/Dangervisit, 2020)
    Nach "25" und "Versions" ist "Versions: Remixed" die nunmehr dritte Veröffentlichung, mit der Archive ihr silbernes Kollektiv-Jubiläum zelebrieren. Während es sich bei "25" noch um eine Werkschau mit den Originalversionen von Archive gehandelt hatte, entsprachen die Neuinterpretationen auf "Versions" schon einer Reduktion auf die den Liedern zu Grunde liegende DNA. "Versions: Remixed" geht noch einen Schritt weiter und entspricht in etwa einer Genmanipulation aus dem Elektro-Labor. Federführende Wissenschaftler bei den Experimenten waren jedoch nicht Darius Keeler und Danny Griffiths, die beiden Masterminds des Kollektivs, sondern eine Vielzahl von Künstlern aus dem Bereich der elektronischen Musik. Vertreten ist übrigens auch Taroug, ein Künstler, der es als Gewinner der #FURemixed-Competiton mit seiner Version von 'Fuck U' auf die Scheibe geschafft hat.

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    Es ist ein Schritt, der, insofern man die Geschichte des Londoner Kollektivs kennt, nicht sehr verwundert, denn sowohl Griffiths als auch Keeler haben ihre ersten musikalischen Schritte in den frühen 90ern als House DJs gemacht.

    Doch "Versions: Remixed" ist alles andere als House oder elektronische Tanzmusik, denn Darius Keeler hatte mit den Remixen etwas ganz anderes im Sinn:

    I’m always fascinated to see where other artists and producers take our music when they’re given free rein to bring their creativity to the project. The remix concept harks back to the very earliest origins of the band in the club scene of the early 90’s. But these aren’t club remixes, we wanted a remix album that reflects the mood of the original Versions album - contemplative and atmospheric. I think all the remixers involved here have done a fantastic job, I thank them so much for their creative input, I really love the results!

    Natürlich sind die sich auf diesem Album befindenden Remixe noch nicht einmal im Ansatz mit jenem Genre verwand, dem diese Webseite ihren Namen zu verdanken hat, doch könnte dieses Album für all jene interessant sein, die gerne auch einmal den Blick über den musikalischen Tellerrand wagen. Und warum soll dieser nicht einmal in Richtung atmosphärisch-elektronischer Musik wandern, denn schließlich haben auch Prog und Elektro gemeinsame musikalische Vorfahren.

    Leicht machen es Archive dem Prog-Hörer allerings nicht, da der Auftakt der Scheibe dem monotonen 'Darkstar-Remix' des Longtracks 'Lights' gehört, von dessen Original bis auf wenige Sounds und Sprachsamples wenig übriggeblieben ist. Und auch der anschließende 'GLOK Remix' von 'Kid Corner' ist mit seinem minimalistischen Ansatz wohl eher das genaue Gegenteil von dem, auf was Prog-Hörer normalerweise stehen. Schlecht gemacht sind diese Remixe allerdings keinesfalls, dafür haben Griffiths und Keeler schon mit ihren musikalischen Ansprüchen gesorgt. Es ist einfach Musik aus einem komplett anderen Kosmos.

    Versöhnlicher wird es da schon mit dem 'Vessels Remix' von 'Bright Lights', welches mit seiner Leichtigkeit der "Versions"-Version so Nahe kommt, wie kein anderes Stück auf dieser Platte.

    Beginnend mit diesem Lied wird "Versions: Remixed" für Fans der Originale immer interessanter, da sich alle folgenden Songs an mehr als nur einzelnen Soundfragmenten orientieren.

    Herausragend sind vor allem die Neuinterpretationen von 'Again' ('Mount Alaska Remix') mit seinen wabernden Klanglandschaften sowie das anschließenden 'Pills' ('Richard Norris Pills in Space Remix'), welches in etwa so klingt, also wolle man jene Trainspotting-Szene untermalen, in welcher der von Ewan McGregor gespielte Mark Renton in seinem Zimmer eingeschlossen auf Cold Turkey ist.

    Aber auch der Bonus-Track, das von Archive selbst remixte 'The Empty Bottle', erweist sich als äußerst interessant, da Archive hier eventuell einen Hinweis darauf geben haben, wohin die Reise des Kollektivs in Zukunft führen könnte.

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    Was bleibt also am Ende der Scheibe hängen?
    Ehrlich gesagt nicht viel. Denn obwohl "Versions: Remixed" einige wenige herausragende Höhepunkte hat, bleibt am Ende nicht mehr als Atmosphäre. Es tut nicht weh, dieses Album ein oder mehrere Male gehört zu haben, notwendig ist es allerings nicht.

    Bewertung: 7/15 Punkten



    Tracklist:
    1. 'Lights (Version) – Darkstar Remix' (3:40)
    2. 'Kid Corner (Version) – GLOK Remix' (8:04)
    3. 'Bright Lights (Version) – Vessels Remix' (5:39)
    4. 'Fuck U (Version) – Taroug Remix' (4:50)
    5. 'Erase (Version) – Hope Remix' (6:15)
    6. 'Again (Version) – Mount Alaska Remix' (5:42)
    7. 'Pills (Version) – Richard Norris Pills In Space Remix' (7:03)
    8. 'Nothing Else (Version) – Russian Linesman Remix' (5:12)
    9. 'Remains Of Nothing (Version) – BOKKA Remix' (3:59)
    10. 'End Of Our Days (Version) – Mount Alaska Remix' (5:00)
    11. 'The Empty Bottle (Version) – Archive Remix' (4:18)

    Surftipps zu Archive:
    Konzertbericht: 31.10.19, Köln, E-Werk
    Rezension: "Versions" (2020)
    Rezension: "25" (2019)
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    Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von [PIAS] zur Verfügung gestellt.

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    Andy Bell Archive BOKKA CD Dangervisit Danny Griffiths Darius Keeler Darkstar Dave Pen Digital England GLOK Holly Martin Hope Lisa Mottram Maria Q Mount Alaska PIAS Pollard Berrier Remix Richard Norris Russian Linesman Taroug Vessels Vinyl
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    flohfish
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    1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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