
Modern Metal • Nu Metal • Metalcore • Alternative Metal
(37:32; Vinyl, CD, DVD, Blu-ray, MC, Digital; Century Media/Sony Music; 30.10.2026)
Blind Channel aus dem finnischen Oulu sind schon eine Weile im Geschäft. 2014 gewannen sie den finnischen Vorentscheid zum Wacken Metal Battle und durften anschließend beim Wacken Open Air antreten. Sieben Jahre später ging es dann auf eine etwas andere Bühne: Beim Eurovision Song Contest in Rotterdam belegten sie mit 'Dark Side' den sechsten Platz. Drei Studioalben und acht Jahre Bandgeschichte hatten sie zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Buckel. Der Spagat zwischen Metal und Mainstream ist also keineswegs erst mit dem ESC entstanden. Passender als mit "Painstream" könnte man das Wesen der Band kaum auf den Punkt bringen: pop-affin genug für Eurovision und Mainstream, schmerzhaft genug für ein Metal-Publikum.
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Nach dem Ausstieg von Joel Hokka haben Blind Channel offenbar die Gelegenheit genutzt, sich musikalisch neu aufzustellen. Mit Niko Moilanen als alleinigem Sänger rücken die Metalcore-Anteile stärker in den Vordergrund, ohne dass die Band ihre Vorliebe für große Pop-Hooks und elektronische Spielereien über Bord wirft.
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'Types Of Killing' erinnert mit seinen leicht wabernden Synthesizern im Hintergrund stellenweise sogar an Muse. Und wenn 'Into The Void' das Wow!-Signal bemüht, liegt der Gedanke an "The Wow! Signal", das letzte Muse-Album, natürlich nahe. Gesanglich macht Moilanen mit seiner Bandbreite zwischen melodischen Passagen und aggressiven Ausbrüchen eine gute Figur. Auch inhaltlich geht es inzwischen etwas erwachsener zu: Persönliche Krisen und gesellschaftliche Themen haben mehr Raum bekommen. Ganz ohne Schönheitsfehler kommt die neue Ausrichtung allerdings nicht daher. Der wiederkehrende Autotune-Einsatz, etwa in 'Revolution: Now', geht mir gehörig auf die Nerven. Und 'Scapegoat' ist mir mit seinem geringen Metal-Anteil und den umso präsenteren modernen Synthesizern dann doch eine Spur zu pop-affin.
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Unterm Strich ist "Painstream" vielleicht tatsächlich die perfekte Mischung aus Pop und Metalcore: verdammt eingängig, mit großen Mitsingrefrains und genügend Härte, um auch im Metal-Lager zu funktionieren. Trotzdem fehlt mir gelegentlich der nötige Tritt vors Schienbein. Ausgerechnet 'Into The Void', bei dem Aaron Pauley von Of Mice & Men ins Geschehen eingreift, verfügt über etwas mehr Biss. Das hat schon eine gewisse Ironie, denn insgesamt fehlen mir ein paar markante Breakdowns, wie sie Blind Channel früher etwa mit 'Not Your Bro' geliefert haben.
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Etwas mehr Ecken und Kanten hätten dem Album ebenfalls gutgetan. So ist der Neustart durchaus gelungen, das ganz eigene Profil bleibt dabei aber ein wenig auf der Strecke.
Bewertung: 10/15 Punkten
XXXBandcampStreamXXX [nur einsetzen, wenn in der Vorlage vorhanden]
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Besetzung:
• Niko Vilhelm Moilanen – Gesang
• Joonas Porko – Gitarre
• Olli Matela – Bass
• Tommi Lalli – Schlagzeug
• Aleksi Kaunisvesi – DJ, Percussion
Gastmusiker:
• Aaron Pauley – Gesang ('Into The Void')
Surftipps:
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• Wikipedia
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotion zur Verfügung gestellt.

