
Folk • Indie Pop • Alternative Rock • Art Pop • Singer/Songwriter
(44:31; Vinyl, CD, Digital; Kscope/Edel; 25.09.2026)
Nach dem großen, detailreichen und stellenweise dramatischen persönlichen Statement "Out Of The Dark" wirkt "Into The Waves" angenehm entschlackt. Folk, Indie-Pop, Alternative und Art-Pop fließen ineinander, getragen von feinen Melodien und vor allem Maiah Wynnes wunderschönem Gesang. Dass die Sängerin bereits seit ihrem siebten Lebensjahr Songs schreibt, passt dabei durchaus ins Bild. Ihre Einflüsse von Florence And The Machine, Radiohead, The Beatles und Norah Jones lassen sich zumindest in Teilen heraushören, ohne dass daraus ein musikalisches Sammelsurium wird. Im Hintergrund passiert noch immer jede Menge Interessantes, nur eben sanfter und zurückgenommen. Statt musikalischer Reizüberflutung gibt es diesmal deutlich mehr Luft zwischen den einzelnen Elementen.
Wo das Debüt noch nach Aufarbeitung und Befreiung klang, wirkt der Nachfolger eher wie entspanntes Weiterfließen. Die stilistische Offenheit bleibt erhalten, die Arrangements sind organischer und geben den Songs Raum. Streicher, Gitarren, Flügelhorn und elektronische Elemente sorgen für Farbe, ohne aus jedem Stück gleich das ganz große Drama zu machen. Dass Wynne einen Großteil des Albums unterwegs und teilweise mit nicht viel mehr als einem Laptop aufgenommen und dabei mehr als ein Dutzend Instrumente selbst gespielt hat, passt erstaunlich gut zu diesem zurückgenommenen Ansatz. Auch die prominente Gästeschar hält sich angenehm zurück. Man muss also nicht alle drei Minuten daran erinnert werden, dass hier tatsächlich der Gitarrist von Rush mitspielt.
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Wynnes Stimme ist dabei zweifellos eine der großen Stärken. So wunderschön und variabel sie auch ist, bleibt sie über die gesamte Distanz in ihren Klangfarben allerdings etwas eintönig. Umso deutlicher sticht der abschließende 'Girl Dinner' heraus: Das Mitsingen des Publikums bringt eine zusätzliche Farbe ins Spiel, während die deutlich druckvollere Gitarre plötzlich mehr Bewegung in den ansonsten sanften Albumfluss bringt. Gerade dadurch bekommt der Song eine unmittelbare Live-Atmosphäre. Da kann man sich gut vorstellen, dass Wynnes Musik im Konzert noch einmal erheblich dazugewinnt – wenn schon das Publikum auf der Platte für etwas mehr Leben sorgt, dürfte das vor einer echten Bühne erst recht funktionieren.
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Ansonsten ist "Into The Waves" vor allem ein Album zum Hineinhören. Es drängt sich nicht auf und entwickelt trotzdem einen angenehmen Sog. Irgendwann merkt man, dass man schon wieder zuhört, obwohl man eigentlich längst etwas anderes machen wollte. Das ist durchaus sympathisch, hat aber auch seine Schattenseite: Nach ein paar Durchläufen weiß man zwar, dass man gerade ein schön arrangiertes Album hört, aber nicht unbedingt, warum man es jetzt noch einmal auflegen müsste.
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So bleibt "Into The Waves" ein atmosphärisch gelungenes, angenehm organisches und musikalisch durchaus interessantes Soloalbum. Gegenüber "Out Of The Dark" ist es weniger überladen und weniger dramatisch, dafür aber auch weniger nachhaltig. Es plätschert nicht vor sich hin, dafür ist musikalisch durchaus zu viel los. Nur bleibt eben manches eher angenehm im Hintergrund, als sich dauerhaft im Gedächtnis festzusetzen.
Bewertung: 10/15 Punkten
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Besetzung:
• Maiah Wynne - Gesang, Instrumente
Gastmusiker:
• Bethany Joyce - Cello
• Avelyn Reynolds - Violine
• Brooks Berg - Gitarre
• Adam Brzycki - Schlagzeug
• Randy Cooke - Schlagzeug
• Henry Sheppard - Flügelhorn
• Alex Lifeson - Gitarre
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von cmm zur Verfügung gestellt.

