Symphonic Progressive Rock • Celtic Folk • Prog Metal
(75:34; CD, digital, BluRay, USB-Box; Slice of Life Records (Eigenproduktion); 12.06.2026 (digital: 27.03.2026))
Hinter dem Bandnamen BRØNS steckt der britische Gitarrist Dave Brons, der 2015 mit „Based On A True Story“ sein Debütalbum herausbrachte und ein Live-Album und zwei weitere Studioalben veröffentlichte und nun mit dem aktuellen Werk "The Fellowship" nachgelegt hat. In der unten aufgeführten Besetzungsliste tauchen einige bekannte Namen auf, was für Brons aber keineswegs ein völlig neues Projekt bedeutet, denn die meisten seiner Mitmusiker waren auch schon vorher bei ihm mit von der Partie.
Und das beinhaltet unter anderem seine kontinuierliche Zusammenarbeit mit Ex-Iona Dave Bainbridge. Der brachte auch gleich die passende Stimme mit, nämlich Sally Minnear. Moment - Minnear? Genau, Tochter des legendären Gentle Giant Keyboarders Kerry Minnear. Ein Blick auf die Tracklist genügt um zu erkennen, dass Tolkiens "Der Herr der Ringe" die thematische Grundlage bilden. Vier Gefährten sind auf ihrem Weg abgebildet, und das sind die vier musikalischen Hauptpersonen, Namensgeber Dave Brons, Sängerin Sally Minnear, Multiinstrumentalist Daniel Day und Drummer John Biglands.
"The Fellowship" ist für den Rezensenten aus persönlicher Sicht so ein Album, das man beim ersten Hördurchgang (deutlich) anders bewertet als nach mehreren Durchläufen. Und zwar nicht, weil die Musik so komplex gestaltet ist, dass man einige Versuche braucht, um dann zu erkennen, dass es gefällt. In diesem Fall ist es eher andersrum. Die Titel gingen recht schnell ins Ohr, aber das Gefühl war da, vieles schon mal anderswo gehört zu haben und dass es bisweilen etwas vorhersehbar ist. Zwei Wochen später, nach einigen weiteren Durchgängen, haben sich der persönliche Zugang und die Einstellung zum Album deutlich zum Positiven hin verändert.
Natürlich sind die Songs nach wie vor zugänglich, aber die anfängliche Skepsis ist einer Begeisterung für die sehr schönen, abwechslungsreichen Kompositionen gewichen, die hier auf hohem Niveau präsentiert werden. Und sie schaffen eine Atmosphäre, die einen auf die Reise mitnimmt und das Ganze zu einem mitreißenden Erlebnis macht. Da ist zum Beispiel die wichtige Erkenntnis, dass die Stimme von Sally Minnear hervorragend zur Musik passt, was ja auch schon Dave Bainbridge erkannt hat, der mit ihr bereits Iona-Titel gespielt hat. Und auch bei den härteren Titeln macht sie ihre Sache auf ihre eigene Art sehr gut.
Geboten wird eine Mischung aus Symphonic Rock, Celtic Folk und Orchestralem. Bei den bombastischen Parts klingt mal Ayreon durch, beim Choreinsatz wird man stellenweise an "Journey To The Centre Of The Earth" erinnert, in anderen Titeln klingt es wie Iona meets After Forever. Der sehr charmante Song 'Just One More Step' hätte auch von Clannads "Legend" Album stammen können (die Musik zur TV Serie Robin Hood). Auf dem nachfolgenden 'Flight To The Ford' wird ordentlich Tempo aufgenommen, auch hier wurde Chor integriert, später wird ein Flitzefinger-Gitarrensolo vom Orchester begleitet – sehr schön.
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In den ruhigen Songs können sie ebenso überzeugen wie in den mächtigen und auch bisweilen härteren Passagen. Schön auch die Beschreibung unten, was die einzelnen Klavierpassagen betrifft. Auch hier gibt es gelegentliche Soloausflüge, doch insgesamt spielen die Tasteninstrumente eine eher unauffällige, begleitende Rolle. Stattdessen machen die Flöten und Dudelsack (keine Überraschung, dass zu diesem Thema Spezialist Troy Donockley gewonnen werden konnte) einen wesentlichen Bestandteil von BRØNS aus.
Die Art und Weise, wie auf diesem Album typische Elemente von Celtic Folk, Symphonic Rock und auch Prog Metal zu einem unterhaltsamen Ganzen zusammengemischt werden, ist beeindruckend. Starkes Album!
Bewertung: 11/15 Punkten
Tracklist:
- Shadow Of The Past (5:03)
- Nameless Fear (6:39)
- Over The River (7:02)
- Aragorn (4:23)
- The Road Goes Ever On (4:43)
- Just One More Step (5:33)
- Flight To The Ford (6:08)
- I Will Go (6:04)
- The Fellowship (5:16)
- The Voice Of Samuran (1:29)
- The Mines Of Moria (5:10)
- The Mirror Of Galadriel (4:56)
- The River Anduin (4:32)
- Whatever It Takes (Boromir) (4:30)
- Let The River Take Him (4:06)
Besetzung:
• Dave Brons - widdley widdley guitars / vocals / orchestrations / easy piano / general tomfoolery / production
• Daniel Day - vocals / Irish whistles / flute / bass guitar / acoustic guitar / not so easy piano
• Sally Minnear - vocals
• John Biglands - drums / vocals / acoustic guitars / slightly tricky piano (12)
• Mark Swift - hard piano
Gäste:
• Troy Donockley - uillean pipes / flat pipes of the Dunedain (1, 4, 15)
• Catherine Ashcroft - uillean pipes (3, 8, 9)
• Neil Patton - beautiful piano (7)
• Dave Bainbridge - hard piano / additional synthesizers and orchestrations / piano / production / mixing
• Matt Steady - violin
• Ian Brons - cello
• Kai Brons - percussion
Brass:
• Stephen Bradnum - French horn /bass trombone / tenor trombone
• Simon Kerr - tuba
• Tom Wynn - trumpet / cornet
• Christopher Owen - trumpet
• John Dey - trumpet
• Jonathan Illingworth - trombone
• Eli Clegg - French horn
Choir:
• Stephen Bradnum - bass
• Emma Bradnum - soprano
• Alice Fearnley - mezzo
• Katy Douglas - mezzo
• Hannah Rowlands - alto
• Jaden Brons - tenor
Surftipps:
• Dave Brons
• bandcamp
• YouTube
Abbildungen: BRØNS


