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    Du bist hier:Home»Reviews»HEAVEN.EXE - Erase Me

    HEAVEN.EXE - Erase Me

    0
    By flohfish on 28. März 2026 Reviews

    HEAVEN.EXE - Erase Me (Blood Blast - Fateful Records/Believe; 27.03.2026)
    Metalcore • Djent • Industrial • Techno • Konzeptalbum
    (38:26; Digital; Blood Blast - Fateful Records/Believe; 27.03.2026)
    Ach Berlin. Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten – solange diese Möglichkeiten zwischen 120 und 140 BPM liegen und ein Türsteher entscheidet, ob du existieren darfst. Dass ausgerechnet HEAVEN.EXE genau dort ihre Identität zusammenlöten, ist also ungefähr so überraschend wie ein 48-Stunden-Rave mit „spiritueller Katharsis“ im Pressetext.

    "Erase Me" ist dann auch genau das, was passiert, wenn Konzeptalbum auf Metalcore, Djent und Techno trifft – und keiner bereit ist, Kompromisse zu machen. Oder anders: Wenn der Pit plötzlich im Club steht und sich fragt, warum alle so stoisch nicken.

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    Man hört diesem Album seine Herkunft dabei in jeder Sekunde an. Diese mechanische Präzision, diese stoische Monotonie, dieses Gefühl, dass der nächste Drop wichtiger ist als die nächste Idee – das ist weniger Metalband als Berghain-Nachhall in Riff-Form. Und ja: Das funktioniert. Leider auch genau so, wie man es erwartet.

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    Gerade wenn man – wie ich – mal länger in Berlin unterwegs war, erkennt man diese DNA sofort wieder. Die Stadt, in der elektronische Musik alles verschlingt und Gitarrenmusik irgendwo zwischen „auch ganz nett“ und „läuft das noch?“ pendelt. Rock, Prog, selbst Metal? Randnotiz. Und genau deshalb wirkt "Erase Me" fast wie eine zwangsläufige Evolution: Wenn du lange genug in dieser Szene lebst, reiht sich selbst der Breakdown brav in den endlosen Beat ein.

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    Das Konzept – Zerfall, Loop, Rebirth – fügt sich da nahtlos ein. 'Chasing Ghosts', 'There Is No God', 'Catharsis': große Themen, große Gesten, große Worte. Identität als Datei, Realität als Code, Erlösung als Eskalation. Das ist alles schlüssig, alles stringent – und alles so konsequent durchgezogen, dass man sich irgendwann fragt, ob hier noch jemand aus dem Loop ausbrechen will oder ob genau das der Plan ist.

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    Die eigentliche Ironie: Das Album predigt permanent Befreiung und Selbstermächtigung, klingt dabei aber wie ein perfekt durchgetakteter Clubabend. Jeder Drop sitzt, jede Steigerung ist kalkuliert, jede „Katharsis“ fühlt sich verdächtig gut vorbereitet an. Anarchie mit BPM-Anzeige

    Unterm Strich ist "Erase Me" ein erstaunlich stimmiges Produkt seiner Umgebung. Ein Album, das genau so klingt, wie Berlin sich nachts anfühlt – kühl, pulsierend, leicht verloren und immer kurz davor, bedeutungsschwanger zu werden.

    Oder noch kürzer: Metal hat hier nichts verloren. Also passt er sich an. Und plötzlich tanzen alle.
    Bewertung: 8/15 Punkten


    Tracklist:

    1. 'Other Side' (03:12)
    2. 'Chasing Ghosts' (03:05)
    3. 'Wasteland' (03:18)
    4. 'Strange Shape' (02:54)
    5. 'Sacrifice' (03:21)
    6. 'Blackout' (03:07)
    7. 'Hellgate' (03:15)
    8. 'Back To Life' (03:09)
    9. 'Catharsis' (03:26)
    10. 'There Is No God' (03:11)
    11. 'High On Gasoline' (02:58)
    12. 'Everlast' (03:30)
    HEAVEN.EXE - Erase Me (Blood Blast - Fateful Records/Believe; 27.03.2026)
    Credit: Pauline-Vage

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    Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotion zur Verfügung gestellt.

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    Believe Berlin Blood Blast Deutschland Digital Djent Fateful Records HEAVEN.EXE Industrial Konzeptalum Metalcore Oktober Promotion Techno
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    flohfish
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    1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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