
Post Gaze
(43:48; Vinyl, CD, Digital; Floodlit Recordings 27.03.2026)
Diese Briten sollten groß werden! In "Growth" ist wirklich alles drin, was ein hymnisches Rock-Album benötigt. Mit einer Selbstverständlichkeit treiben hier der feinste hymnische Alternative Rock, postrockige Wall of Sound, progressive Spielereien, schimmernder Shoegaze und ja, große Pop-Melodien zueinander.
Phil Morris – Mastermind und kreativer Motor der Band – verarbeitet auf diesem Album die ALS-Erkrankung seiner Mutter, verschiedene Familiengeschichten, Dramen, Traumata – sogar von lange verschollenen Liebesbriefen in einer Hauswand soll hier die Rede sein.
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Der Sound ist groß angelegt – mir fallen hier schnell die Italiener von Klimt 1918 ein, die ebenfalls mit Tonnen von Effektpedalen in einem offenen Meer aus Shoegaze, Nostalgie und Post Rock schwimmen. Alles ist von Schönheit, Anmut und Melancholie durchzogen, perlende Gitarren laden zum tiefen Eintauchen ein.
Im instrumentalen Intro wirft die Band bereits mit beeindruckender Klarheit einen majestätischen Teppich aus Hall, Grandezza, Shoegaze und Post Rock aus, dem das nachfolgende 'Hollow' mit der betörenden Stimme von Phil das Größere vorzeigt. '(dread)' peitscht mit Tempo, Pathos und indierockiger Attitüde nach vorn, die einnehmenden Vocals und sehnsüchtigen Melodien sind für die großen Bühnen – ohne Wenn und Aber.
'English Darkness' – der leuchtend zentrale Mittelpunkt des Albums – ist ein berührendes Statement mit eindringlichen Vocals, Hitpotenzial, Pathos und wunderschönen Gitarren. Ich liebe den Moment, wenn die Band gegen Ende in einem Meer aus aufreibend hymnischen Post-Rock-Gitarren davon treibt. Unter diesen temporär auftürmenden Schichten liegt so oft ein feiner, klarer Pop-Song verborgen; Sänger Phil bringt einfach das nötige Charisma in der Stimme mit.
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Balladesk und traurig fließen 'Cassino' und 'Terrible Bloom' durch dich hindurch und kreieren Bilder und Räume voller schmerzhafter Erinnerungen. Ein bisschen Jeff Buckley, The National und immer wieder diese schöngeistige Heavyness im drückenden Gitarrenmoment. Aufgepeitscht rockt 'Four Hour Drive' mit fräsenden Gitarren, und 'Summertime, 1917' beendet dieses emotionale, wunderschöne Album mit ausladend-majestätischer Geste.
Die Briten erzeugen auf "Growth" teilweise einen reißend-wilden Fluss aus kraftvoll alternativem Rock, hymnisch schwermütiger Post-Rock-Ästhetik und haufenweise Shoegaze-Effekten im Gitarrenspiel. Diese Band hat einen Ausnahme-Sänger, wird garantiert groß – zelebriert eine wundervoll getragen-verwaschene, stets leidenschaftliche Genre-Mixtur zwischen Aerogramme, Iliketrains und The National – schreibt kleine, versteckte Stadion-Hymnen – denen ich mich immer wieder gerne hingebe.
Bewertung: 13/15 Punkten
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Besetzung:
• Phillip Morris - vocals, guitar
• Sam Howe - guitar
• Mark Portnoi - bass
• Ryan Browne - drums
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Hold Tight zur Verfügung gestellt.


